Weg mit den Immo-Maklern!
Haben Sie schon einmal versucht, eine Wohnung oder ein Haus zu mieten? Dann sind Sie möglicherweise auch jenen Spezies begegnet, die sich zwischen Vermieter und Mieter schieben und den Ausgabenposten des Mieters mal eben um das 2,38-fache der Miete erhöhen.
Hätte Herr Papenfuß gewusst, wie die Immobilien-Haie unter Wasser arbeiten, hätte er keinen davon in sein geerbtes Häuschen gelassen. Nun aber finden sich gleich drei Angebote auf den Seiten der Immo-Netze und -Scouts. Das kam so:
Kaum hatte Herr Papenfuß seine private Anzeige in der lokalen Zeitung aufgegeben, bieten sich zwei Makler an, den geeigneten Mieter für ihn zu finden. Herr Papenfuß hat nichts dagegen, da es ihn ja nichts kosten wird. Der dritte Makler besuchte einfach als vermeintlicher Mieter Papenfuß’ Häuschen und knippste beachtlich schnell alle Räume durch.
Natürlich ahnt Herr Papenfuß nicht, dass sein Häuschen jetzt gleich dreimal im Internet zu finden ist, und jedes Mal eine andere Fläche und ein anderer Mietpreis danebensteht.
Da plötzlich so viele Besichtigungstermine auf ihn zukommen, freut sich Papenfuß prächtig über den Erfolg und spart seine private Anzeige ein. Ab nun ist das Angebot nur noch gewerblich auffindbar. Ist das denn schlimm?
Nein, nicht für Herrn Papenfuß — wenn er denn so den geeigneten Mieter findet. Doch für den privaten Mieter schon: Durch diese — nennen wir es ruhig beim Namen — Trickserei verteuert sich sein neues Domizil erheblich.
Auf den Ideenreichtum dieser Makler geht auch zurück, dass beispielsweise der Mietpreis optisch vorteilhaft dargestellt wird, um dann eine Garage mit 70 Euro und einen Stellplatz im Hof mit weiteren 40 Euro zu berechnen, wobei diese zusätzliche Anmietung verpflichtend ist.
Worin liegt nun die wirkliche Leistung dieser Makler? Eigentlich nur in der Beschaffung von eigenen Pfründen. Für den suchenden Mieter sind keine Vorteile erkennbar. Weder wird das Angebot im Markt transparenter, noch zahlreicher oder günstiger. Warum also gibt es diese Makler noch? Es gibt nur eine Antwort: Wegen der Bequemlichkeit und/oder der Gleichgültigkeit der Vermieter. Manchmal ist Unwissenheit, manchmal auch Dummheit dabei.

Kommentare: 1
1. Jörg Immengrün | 06. September 2010 07:39
Ich frage mich schon lange, warum eigentlich der Mieter die gesamte Provision tragen muss. Wenn der Vermieter dem Makler einen Auftrag erteilt, so sollte er zumindest die Hälfte selbst zahlen. Wer die Musik bestellt …
Bei Hausverkäufen geht der Trend zur 50/50-Regelung. Ob der Verkäufer nun die Courtage aufgeschlagen hat oder nicht, es ist wenigstens die richtige Richtung.