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Der Vorteil des Künstlers gegenüber dem Digitalisten

Künstler haben es gut: Sie können für ihre Freundin, Liebste oder Angebetete Gedichte schreiben, Bilder malen oder Lieder komponieren. Aber was macht ein Software-Entwickler oder Programmierer?

Der Komponist Richard Strauss schrieb für die junge Sängerin Pauline de Ahna, die seine Schülerin und später seine Frau wurde, viele Lieder. So auch die 1894 veröffentlichten Vier Lieder op. 27, darin unter anderen Heimliche Aufforderung und Morgen, welche seinen Ruhm als Liedkomponist begründeten.

Marc Chagall, der russische Maler, malte unermüdlich seine Frau Bella Rosenfeld.

Ohnegleichen in der literarischen Welt ist das Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe zu Charlotte von Stein. Der sieben Jahre älteren verheirateten Frau schrieb er über 1700 Briefe, darin eingestreut viele Gedichte, Naturbeschreibungen, Zeichnungen und Tagebucheintragungen. Und das, obwohl sich die beiden täglich sahen: Goethe hatte von seinem Gartenhaus aus einen unmittelbaren Blickkontakt zu Charlotte von Steins Gemächern.

Was macht nun ein Programmierer? Schreibt er seiner Angebeteten einen lustigen Trojaner, ein freches Virus gleich mit passendem Anti-Virus oder ein Progrämmchen, das auf einer Bildschirmseite immer wieder hundert Zeilen lang und bunt blinkend «Ich liebe dich» aufführt? Ich fürchte, die digitalen Berufe taugen nicht fürs Romantische. fini

6. Januar 2012 | | Kommentare deaktiviert | , ,

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12. April 2009 | | Kommentare deaktiviert | , ,