Der gleiche Morgen
Text: Joachim Zischke


Ein Morgen.
Schwarz und düster,
Aus dem Schornstein steigend,
Sinkt ein dunkler Himmel auf die Stadt,
Im Smog bald unkenntlich.
Kein Vogel, nur
Dröhnen und Stampfen,
Aus Turbinen und Generatoren.
Eine Stadt.
Irgendwo in der Zivilisation.



Der gleiche Morgen.
Ein Pfirsichhimmel wölbt sich
Über schlaftrunkenen Bergen.
Die Luft ist kühl und mild und würzig.
Die Kookaburras, laut lachend, stören
Den Windhauch von
Akazienblüten und Eukalyptus.
Das Kanninchen stoppelt übers Feld,
Wo ein Dingo, geduckt und hungrig, wartet.
Ein Fleckchen Erde.
Irgendwo in den Blue Moutains.


Veröffentlicht am 07. August 2008
Kommentare: 1
1. Olli Selaff | 07. August 2008 10:57
Ich mußte bei den ersten Zeilen dieses Artikels sofort an Wolfgang Borchert denken. Er schrieb ein Gedicht, “Sag NEIN”, dass eben die Entwicklung schildert, wenn Menschen anfangen ihren eigenen Verstand auszuschalten.
Ein sehr bewegendes Werk, dass sicher auch Parallelen zu den Themen Brüderlichkeit=Nachhaltigkeit aufweist. Wen es interessiert schaut hier: http://www.uni-flensburg.de/asta/pol_kultur_sagnein.htm