Raps-odie
Text: Joachim Zischke
Der Wald steht hell- bis dunkelgrün, darüber wölbt sich ein kräftig blauer Himmel, und davor leuchtet, flimmert, flirrt ein durchdringendes Gelb, das nur in der Fläche seine Pracht entfalten kann. Ein schwer-süßer, fast schon penetranter Duft weht herbei, kündet von der Raps-odie des Sommers.
Morgenwonne
Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.
Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich »Euer Gnaden«.
Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.
Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich »Euer Gnaden«.
Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
Joachim Ringelnatz







Bienenbüttel, Niedersachsen | © 2008 Joachim Zischke

Veröffentlicht am 05. Juni 2008