Ideen

Strukturquadrate

Text: Joachim Zischke

Die geometrische Figur des Quadrats bietet sich als Gestaltungsspielraum für das Analysieren, Planen und Strukurieren an. Durch das beliebige Teilen und Erweitern von Quadraten, entsteht eine gleichmäßige und gleichwertige Ordnung. Das Beispiel einer Analyse des Lebensstatus zeigt einen möglichen Anwendungszweck.

strukturen Betrachten wir die geometrische Figur des Quadrats, sehen wir einen Raum, der Ausgewogenheit, Festigkeit und Standhaftigkeit ausdrückt. Obwohl der Raum begrenzt, umschlossen ist, wirkt die Fläche nicht einengend, sondern bietet sich uns als Gestaltungsspielraum an. Teilen wir ein Quadrat in vier gleiche Teile, so erhalten wir einzelne gleich große und gleich gewichtige Quadranten, die sich in weitere Quadrate zerlegen lassen. Mit Hilfe dieser Unterteilung erstellen wir schnell und einfach eine grafische Ordnung. Es ist dabei unwichtig, ob wir das Quadrat buchstäblich auf ein Blatt Papier zeichnen oder es mit passenden Notizzetteln gestalten, die angestrebte Funktionalität bleibt gleich.

Diese Form der Darstellung, die Zerlegung in Strukturquadrate, bietet sich an, wenn wir einem Sachverhalt eine klare und überschaubare Gliederung geben wollen. Ein gleichmäßig aufgeteiltes Quadrat erlaubt keine Priorisierungen, alle Felder sind gleichwertig. So verzetteln wir uns nicht in Anordnungen und Details. Zu Beginn vereinfachen wir bewusst, indem wir nur ganz grob die Kernbereiche darstellen. Dadurch reduzieren wir die Komplexität auf ein handhabbares Maß; später können wir unsere Darstellung problemlos um weitere Felder erweitern und unseren Inhalten entsprechend anpassen.

lebensstatus Stellen wir uns einmal vor, wir wollten unseren aktuellen Lebensstatus festhalten und reflektieren. Wie gehen wir vor? Wir zeichnen zunächst ein Quadrat und teilen es in vier gleiche Teile. In die Mitte zeichnen wir einen Kreis, der alle Quadranten berührt: die Ausgangsposition unserer Analyse, wir selbst.

Die Quadranten beschriften wir dann mit den Kernbereichen, die uns wichtig erscheinen, beispielsweise unsere Fähigkeiten, unser spezielles erworbenes Wissen, unseren ausgeübten Beruf oder das Unternehmen, für das wir tätig sind. In einem Quadranten vermerken wir vielleicht das Wort Ziele.

Wir bringen nun die grafisch erstellte Ordnung in einen Zusammenhang mit unserem Ist-Zustand, vom Gestalten zum Nachdenken. In einem Drill-down-Verfahren analysieren wir die einzelnen Aspekte. An dieser Stelle müssen wir über die Relevanz eines jeden Aspektes entscheiden: Ist eine Sache derart wichtig für uns, dass wir sie als eigenes Strukturquadrat aufführen oder lässt sie sich in einem anderen Feld unterbringen?

Da wir unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, die für unseren Beruf bedeutend sind, erweitern wie dieses Feld um vier weitere Quadrate. Ähnlich verfahren wir mit unseren Zielen: Da wir meist mehrere Ziele gleichzeitig in unserem Leben verfolgen, ergänzen wir auch hier den Quadranten. So vervollständigen wir all jene Bereiche, auf die wir während unseres Analyseprozesses stoßen.

Die Strukturquadrate werden zu bunten Facetten, die unsereren aktuellen Lebensstatus in einem klaren Bild wiedergeben. In diesem Spiegel erkennen wir unser Können, unsere Wünsche und Ziele. Von hier aus gelangen wir zu einem weiteren Aufgabenteil der Reflexion: zu unserem künftigen Handeln. fini

Veröffentlicht am 03. September 2009

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