Das Kreativspiel

Mit einem Kreativspiel steigern Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer grauen Zellen. Bei diesem Spiel gibt es keinen Gewinner. Was zählt, ist die Beschäftigung mit neuen, ungewöhnlichen Ideen. Allein Ihre Phantasie, Ihr Humor und Ihre Gedanken setzen Grenzen. Spielen Sie mit?

Kreativität bezeichnet die Fähigkeit schöpferischen Denkens und Handelns. Und gilt als eine der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren in einer zunehmend komplexer werdenden Welt. »Ich glaube nicht, dass Kreativität die Gabe einer guten Fee ist. Ich glaube, sie ist eine Fertigkeit, die wie Autofahren geübt und gelernt werden kann. Wir halten die Kreativität nur für eine Gabe, weil wir uns nie bemüht haben, sie als Fertigkeit zu üben«, sagte der bekannte Kreativitätsforscher Edward de Bono. Wenn Sie also Ihrer Kreativität etwas auf die Sprünge helfen wollen, stelle ich Ihnen heute drei Kreativspiele vor, die Ihnen dabei helfen können.

Was ist ein Kreativspiel?

Das Kreativspiel beinhaltet keine besondere Kreativitätstechnik. Es ist ein Spiel und als solches freiwillig, ungezwungen und ergebnisoffen. Das Kreativspiel lässt uns entdecken, experimentieren und Gedanken wagen, ohne dass wir irgendwelche Konsequenzen fürchten müssten. Nicht einmal die Lösung einer Aufgabe ist bestimmt. Im Kreativspiel ist alles und vieles möglich. Alleine Ihre Phantasie, Ihr Humor und Ihre Gedanken setzen Grenzen.

Wie gehen Sie an ein Kreativspiel heran?

Ein Kreativspiel können Sie alleine oder mit anderen Personen spielen. Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf. Beachten Sie den bekannten Merksatz: Trenne die Ideenfindung von der Ideenbewertung. Insbesondere, wenn Sie mit mehreren Teilnehmern ein Kreativspiel spielen, enthalten Sie sich besser einer bewertenden Aussage oder eines Kommentars, da das den kreativen Fluss ins Stocken bringen könnte. Jede Antwort ist prinzipiell richtig. Und je verrückter die Ideen sind, umso lebhafter wird Ihre Kreativität angeregt. Beim Kreativspiel geht es nicht ums Gewinnen, – es gibt ja kein Spielziel, auf das sich hinarbeiten liesse –, sondern ausschliesslich um die Erschaffung neuer und ungewöhnlicher Gedanken und Ideen.

Sind Sie bereit zum Spiel?

Kreativspiel No. 7 | Die schönen Beine
lampionsAnforderung: Kombinatorik, Phantasie
Schwierigkeitsgrad: 12345

Aufgabe: Sehen Sie sich das Bild genau an und beantworten Sie dann die folgenden Fragen:
• Wie lautet der Name der Frau?
• In welchem Land lebt diese Frau?
• Welchen Beruf übt/e sie aus?
• Warum entstand dieses Bild?



Kreativspiel No. 11 | Die Flaschenmänner
bottlesAnforderung: Humor
Schwierigkeitsgrad: 12345

Alles, was wir über die abgebildete Szene wissen, ist, dass sie im Jahre 1956 in New York stattfand.
Aufgabe: Beantworten Sie bitte folgende Fragen:
• Was für eine Veranstaltung sehen Sie?
• Um welches Getränk handelt es sich Ihrer Meinung nach?
• Warum wird den Herren das Getränk mittels Flasche eingeflösst?

Kreativspiel No. 17 | Aiubs Botschaft
Anforderung: Phantasie, Symboldeutung
Schwierigkeitsgrad: 12345

Hintergrund: Das Nomadenvolk der Tuareg im Norden Afrikas besitzt eine eigene Schrift, Tifinar genannt. Diese Schrift besteht nicht aus Buchstaben, sondern aus Symbolen, die ein Wort , aber auch einen Gedanken ausdrücken können. Es gibt keine Koordinaten für die Schreibweise, d.h. die Zeichen werden so, wie es der Schreiber am sinnvollsten hält, in den Sand gezeichnet.
tifinarGeschichte: Der 12‑jährige Aiub soll die Kamele hüten, während seine Eltern auf dem Markt versuchen, Ziegenkäse zu verkaufen. Doch Aiub vergisst seine Aufgabe, geht lieber mit seinen Freunden spielen. Klar, dass die Kamele auch nicht tatenlos herumstehen wollen. Also traben sie los, in Richtung Wüste. Als Aiub spät zu den Zelten zurückkehrt, ist sein Schreck gross. Bevor er sich auf die Suche nach den Tieren macht, zeichnet er schnell eine Botschaft in den Boden.
Aufgabe:
Finden Sie heraus, welche abenteuerliche Botschaft Aiub seinen Eltern hinterliess. Um die Sache nicht schwieriger zu machen: Aiub zeichnete von links nach rechts.
Auflösung:
aiubErinnern Sie sich? In einem Kreativspiel gibt es nicht die Lösung. Vieles ist möglich. Haben Sie die Botschaft entschlüsselt? Eine Variante, die ich mir ausdachte, zeige ich Ihnen hier. Doch bevor Sie sich jetzt den Hals verrenken oder einen Kopfstand wagen, denken Sie lieber einmal kreativ nach, wie Sie das Geschriebene ganz bequem lesen könnten.

Nun, konnten Sie Ihre grauen Zellen auf Trab bringen? Das war der einzige Sinn unserer Kreativspiele. Vielen Dank für’s Mitmachen. fini

Fotos unbekannter Fotografen | Grafik: © Joachim Zischke

3. April 2008 | |

Kommentare: 9

  • 1. Stefan Scheurer  |  11. November 2008 15:14

    Oh Mann!
    Zu Kreativspiel 7.:
    Zuerst dachte ich an eine Psychologin, weil solche “tiefsinnigen” Bilder grundsätzlich nur von dieser Berufsgruppe ausgedacht werden.

    Aber mal ehrlich! Wenn man die Frau so genau anschaut sieht die doch aus wie Maggi Thatcher (s. Wikipedia) und in der Tat: Ein Vergleich der biometrischen Daten ergab ein positives Ergebnis mit einer Übereinstimmung von 98%.

    Insofern muss ich revidieren und behaupte nun, dass die Frau Regierungschefin war. Der Rest erklärt sich dann wie von selbst:

    1. Die Aufnahme wurde von Maggi (mit dem Selbstauslöser) natürlich in Deutschland gemacht und gibt einen Hinweis auf das Qalitätssiegel “Made in Germany” und das Motiv.

    2. Das Motiv ist damit auch klar: Das Foto wurde einzig und allein zu dem Zweck erzeugt, uns Deutsche mit unlösbaren Aufgaben dazu zu zwingen, die Mittagspause übermäßig auszudehnen, mit dem Effekt, dass das Bruttosozialprodukt sinkt.

    So und jetzt zur Beantwortung der Fragen:

    • Wie lautet der Name der Frau? Frau Thatcher
    • In welchem Land lebt diese Frau? England
    • Welchen Beruf übt/e sie aus? R-Chefin
    • Warum entstand dieses Bild? s. o.

    Bin ich jetzt kreativ (schnüff)?

    Tschüss

  • 2. Joachim Zischke  |  12. November 2008 09:12

    Wow! Eine gelungene, kreative Antwort. Und dann noch mit technischer Raffinesse begründet.

    Aber bitte nicht durch die wilden Haare ablenken lassen, auch an die schönen Beine denken … ;-)

  • 3. Stefan Scheurer  |  14. November 2008 11:18

    Oh Mann²!
    Zu Kreativspiel 11:

    Also, ich würde sagen, dass es sich hierbei um die Feier einer Taufgesellschaft handelt.

    Mit diesem Spiel wird der Akt des “Fläschchen geben” nachgestellt. Dies ist ganz deutlich an dem zweiten Herrn von links erkennbar: Wie liebevoll er doch seine “Mammi” anschaut.

    In den Flaschen ist der Authentizität wegen Milch und am Flaschenkopf ein Sauger befestigt.

    Der Herr mit der höchsten Saugkraft is the winner!!!

    Gruß!

  • 4. Joachim Zischke  |  14. November 2008 11:50

    Und wie, bitteschön, wird die Saugkraft ermittelt?

  • 5. Stefan Scheurer  |  14. November 2008 11:58

    Der, der am SCHNELLSTEN das Fläschchen leer getrunken hat, hat die höchste Saugkraft and is the winner.

    Als Hilfsanalogie verwenden Sie bitte das Modell der Feuerlöschpumpen. Die, die am stärksten saugt, hat den Teich zuerst leergelutscht und bekommt ein Orden.

    ;-)

  • 6. Joachim Zischke  |  14. November 2008 12:14

    Aha, vielen Dank.

    Feuerlöschpumpe und Orden: Immer wieder neue Erkenntnisse. Deswegen liebe ich ja die Kreativität so sehr. Und weil sie uns immer weiter (weg -?) bringt.

  • 7. Stefan Scheurer  |  14. November 2008 12:31

    - Uns immer weiter weg bringt
    - vom Kreativspiel so ganz allgemein zur Kreativität?

    … Das klingt irgendwie einsam oder resignativ?

    Ich dachte, beim Kreativspiel gibt es mehrere Lösungen und es sei ein Spiel.

    Für mich ist der Dialog ein Kreativspiel (siehe Webseite).

    Gruß

  • 8. Joachim Zischke  |  14. November 2008 12:40

    … das klingt irgendwie einsam oder resignativ?

    Aber nein. Kreativität bringt uns insofern immer weiter, weil wir zu ganz neuen Ideen, Gedanken und Einsichten kommen. Das ist doch positiv und auch so gemeint.

    Gerade die spinnerischen und spielerischen Dialoge setzen ein enormes kreatives Potenzial frei. Im Alltag nutzen wir das leider viel zu selten.

    Einverstanden?

  • 9. Stefan Scheurer  |  14. November 2008 12:58

    Ja! (aufatmend, und die Wahrnehmung korrigierend)

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