Ideen

Die Werkzeuge des Denkens

Text: Florian Rustler

Dritter Teil: Denken von A – Z oder von TO – GO

Die Methode TO-LO-PO-SO-GO hilft, den gesamten Denkprozess zu strukturieren. In klar definierten Phasen werden die Zielsetzung herausgearbeitet, die verfügbaren Informationen auf ihre Verwendungsmöglichkeiten hin untersucht und die entwickelten Ideen für eine Umsetzung verdichtet.

Zugegeben, man muss am Anfang erst einmal ein wenig üben, bis man den Namen aussprechen kann: TO-LO-PO-SO-GO-Methode. Bei TO-LO-PO-SO-GO handelt es sich um ein Prozesswerkzeug, entwickelt von Edward de Bono, das nicht vorrangig für eine bestimmte Fragestellung zum Einsatz kommt, sondern den gesamten Denkprozess strukturieren helfen kann. Sozusagen von A- Z oder von TO – GO.

Bei folgenden Beispielen kann TO-LO-PO-SO-GO zum Einsatz kommen:

• Eine Projektgruppe trifft sich, um das weitere Vorgehen zu planen.
• Sie planen eine Geburtstagsfeier.
• Ihre Arbeitsgruppe soll eine Kundenveranstaltung organisieren.
• Sie schreiben ein Buch.

Die Methode ist in fünf Phasen unterteilt, die nacheinander (!) und in genau dieser Reihenfolge zum Einsatz kommen. Wie viel Zeit insgesamt benötigt wird und wie viel Zeit pro Phase, hängt von der Art des Themas und der jeweiligen Situation ab. In einer Moderation bei einem Kunden mit dieser Methode haben wir sechs Stunden benötigt, bei anderen Themen war eine Stunde ausreichend.

TO: Zielsetzung

TOEdward de Bono verbindet mit TO die Leitfragen to what purpose? to where? Wo geht es hin? Was ist das Ziel eines Denkprozesses? Oft glaubt man, dass das Ziel sowieso klar ist und bringt dieser Phase wenig Aufmerksamkeit entgegen. Besonders in Gruppen stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass das angeblich klare Ziel von den Gruppenmitgliedern unterschiedlich aufgefasst wurde und jeder mit seinen Bemühungen in eine etwas andere Richtung geht. Deshalb wird am Anfang immer erst das Ziel definiert. Das Symbol stellt die Abkehr des ursprünglich angenommen Richtung hin zu einem definierten Ziel dar.

LO: Informationssammlung

LOLO bedeutet look out! Die Abbildung symbolisiert das Schauen in alle Richtungen. Ziel dieser Stufe ist es, eine Art Stoffsammlung zu machen, die für die weiteren Stufen und das Ziel des Denkens relevant ist. Informationen können gesammelt werden in Hinblick auf vorhandene Fakten, zu klärende Fragen sowie vorliegende Stimmungen und Emotionen. Man kann diese Stufe auch als eine Art geistige Vorbereitung für die darauffolgende PO-Phase sehen, in der dann Ideen generiert werden. Die in der LO-Phase geleisteten Überlegungen lösen hier bereits erste Assoziationen aus.

PO: Entdecke die Möglichkeiten

POPO steht für possibilities. In der PO-Phase werden Ideen zum Erreichen des Ziels generiert. Das Symbol dieser Phase zeigt das Entwickeln von Möglichkeiten in unterschiedlicher Ausprägung. Ablaufen kann diese Phase wie ein Brainstorming: In einer Gruppe nennt jeder seine Einfälle und andere können/sollen diese aufgreifen und weiter entwickeln.
Wichtig: In dieser Phase werden Ideen nicht bewertet oder kritisiert.

SO: Auswählen und verdichten

SOSO stellt die Frage so what? Die bis jetzt gefundenen Ideen, die erst einmal völlig unzensiert in die Breite gingen, müssen nun reduziert und bewertet werden, um einige davon umsetzbar zu machen. Von den in der PO-Phase gefundenen Ideen sind sicherlich nicht alle gleich gut und brauchbar. Daher sollte man die vielversprechendsten Ideen herausgreifen und in der SO-Phase weiter entwickeln und diskutieren.

GO: Umsetzungsschritte

GOIn der GO-Phase geht es nun darum, die Ergebnisse in die Tat umzusetzen und Handlungsschritte zu definieren. Also: Wer macht was und bis wann? Manchmal ist die Phase sehr eindeutig, zum Beispiel dann, wenn man die Methode alleine anwendet. In anderen Situation müssen in der GO-Phase die Aufgaben verteilt und Zwischenschritte festgelegt werden.

Das Schöne an der Methode ist, dass diese ein strukturiertes, einfach anzuwendendes und vor allem in dieser Form sinnvolles Vorgehen (wie Harvard-Forschungen zeigen) anbietet, in welchen Schritten man eine Fragestellung durchdenken kann. fini

Teil 1: Einführung
Teil 2: PMI – Ein Denkwerkzeug im Einsatz

Veröffentlicht am 06. März 2008

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