Kreatives Gehen himmelblau
Text: Joachim Zischke

Wann haben Sie zuletzt ein streifenloses Blau am deutschen Himmel gesehen? Ein Blau, changierend zwischen luzidem Aquamarin und intensivem Lapislazuli? Mit klarer, sommerlich frischer Luft, herrlicher Fernsicht und »über allen Gipfeln ist Ruh«? Ich habe mir den Tag im Kalender notiert: am 17. April 2010.
Just an diesem Tag unternahm ich mit Freunden ein Streckenwandern im Oberbergischen Land. Mit von der Partie waren Siegbert Engel, Lehrer für Tai Chi Chuan und Qi Gong, sowie Wolff Horbach, Buch- und Software-Autor und Glücksforscher. Unser Ziel war es, im Gehen über die Wirkungen von Bewegen und Denken zu reflektieren. Wir hofften, Mittel und Wege zu entdecken, diese beiden »Aktivitäten« derart aufeinander abzustimmen, um dadurch beispielsweise Mental- oder Kreativprozesse zu optimieren.
Wir behandelten Themen wie Zen, die Bewegung aus der Stille, Atemtechniken, Geh- und Bewegungsrhythmen und kognitive Vorgänge. Schnell wurde uns klar, dass jeder Mensch eine eigene Biographie in sich trägt und damit recht individuelle Ausgangspositionen vorliegen. Hier müsste zuerst eine Art Nullpunkt gefunden werden, an dem alle weiteren Methoden und Techniken aufsetzen.
An einer ehemaligen Mühle hielten wir ein wenig Rast, tranken einen Tee und genossen die Sonnenstrahlen. Vorbei ging es dann an den Dicken Steinen, wuchtige Quarzitsteine, die durch Erosion aus dem weicheren Meergestein vor Jahrmillionen freigewaschen wurden. In der Nähe von Nümbrecht erstiegen wir über 154 Stufen den Aussichtsturm Auf dem Lindchen. Die sportliche Herausforderung meisterten wir mit Bravour. Oben belohnte uns eine phantastische Aussicht auf das Siebengebirge und Rothaargebirge.
Auf den letzten Metern zur Eisdiele beschlossen wir, das Thema »Gehen und Denken« konkret zu vertiefen, in einer Arbeitsgruppe fortzusetzen und Umsetzungswege aufzubauen. Unser nächstes kreatives Gehen soll auf der Museuminsel Hombroich stattfinden. Interessenten sind willkommen. 
Links:
Siegbert Engel
Faktor-G
Veröffentlicht am 20. April 2010