Wandel bedeutet Verändern
Text: Joachim Zischke
Nichts ist so beständig wie der Wandel.« Wir kennen das Zitat des Heraklit von Ephesus nur zu gut: aus eigener Erfahrung, aus unserem täglichen Leben in Beruf und Wirtschaft und dem sozialen Umfeld.
Wandel bedeutet Verändern. Daran ist per se nichts Negatives auszumachen. Ein Wandel ist für uns verständlich, wenn er natürlichen und nachvollziehbaren Regeln folgt. Wir würden uns sicherlich sehr wundern und verunsichert sein, wenn wir die Jahreszeiten plötzlich ohne Frühling und Herbst erleben müssten. Wir wundern uns aber nicht mehr darüber, dass wir mit dem Flugzeug nahezu jeden Ort der Welt erreichen können. Wir wissen: Alles fließt und nichts ist sicher. Unser ganzes Leben steckt voller Überraschungen und neuen Erfahrungen. Und dennoch ergreift uns mitunter Angst und ein ungutes Gefühl, wenn wir Beteiligte und Zeugen eines Wandels werden, den wir nicht verstehen und nicht sogleich in unser Leben aufzunehmen vermögen.
Wir erwarten einfache Antworten. Wir meinen, der Staat oder die Wissenschaft müssten diese für uns bereithalten. Doch weder Staat noch Wissenschaft sind dazu in der Lage, da beide selbst Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit suchen. Wir müssen uns — wohl oder übel — daran gewöhnen, dass ein gewisses Maß an Ungewissheit das Kennzeichen jeder sich wandelnden Gesellschaft ist. Und wir müssen lernen, nicht jede der verkündeten Wahrheiten blind anzunehmen, sondern diese zu thematisieren und Zweifel und Widersprüche deutlich zu machen. So kann es uns gelingen, einen Wandel für uns transparent und positiv erlebbar zu gestalten.
Veröffentlicht am 03. Dezember 2009