Archiv für Januar 2010
Planen Sie sich gesund
Wer langfristig plant und sich auf zukünftigen Nutzen konzentriert, statt auf spontanen Vorteil zu setzen, trifft gesündere Entscheidungen für sein Leben.
Eine psychologische Studie mit fünfhundert Teilnehmern zeigt: Wer sein Leben gern langfristig plant, raucht weniger, macht mehr Sport und ernährt sich gesünder. Die Autoren der Studie glauben, die Unterscheidung in Langzeit- und Kurzzeittypen sei wichtig für Kuren und Therapien: Gegenwartsorientierte Menschen könnten ihr Leben zum Beispiel leichter zum Besseren ändern, wenn die Belohnung unmittelbar folgt. Eine Kur sollte speziell darauf zugeschnitten sein, ob ein Patient ein langfristiger Planer oder ein Spontanmensch ist.
Was könnten Sie jetzt tun? Überlegen Sie in einer ruhigen Minute, ob Sie eher ein Langzeit- oder mehr ein Kurzzeit-Typ sind. Fragen Sie sich: »Plane ich lieber nur bis morgen, setze auf spontanes Handeln und tappe dadurch vielleicht in die Hektikfalle? Oder blicke ich lieber ein Stück weit in die Zukunft, plane meine Ziele und Wünsche konkret? «
Quelle: Personality and Individual Differences via WDR-5/29.12.2009
In der eigenen Mitte sitzen
Telefon, Fax, eMail, SMS, Twitter, Facebook, VZ-Netze, Blog, TV, Zeitung — wir kommunizieren und informieren ohne Ende. Wir arbeiten nahezu rund um die Uhr. Kommen unser Körper und unsere Sinne überhaupt noch zur Ruhe?
Das könnte für Sie wichtig sein: Nach Ihrer Arbeit für eine Stunde in der eigenen Mitte sitzen und zur Ruhe kommen. Wie geht das?
Am besten: Sie verabreden sich mit anderen Menschen, an einem Tag mitten in der Woche zusammenzukommen, um gemeinsam still zu sitzen. Die Sitzung verlangt keine bestimmte Meditationsrichtung. Laden Sie einfach Leute ein, die eine Haltung von Achtsamkeit und Meditation in ihren Alltag einbauen möchten.
Treffen Sie sich an einem Ort, an dem Sie ungestört von Bewegung, Geräuschen und anderen Störfaktoren sind, der angenehm temperiert und gut belüftet ist. Wenn Sie möchten, bilden Sie einen Sitzkreis auf Stühlen oder lassen Sie sich am Boden nieder.
In Stille zu sitzen mag zu Beginn für manchen ungewohnt und recht anstrengend sein. Sich von der alltäglichen Unruhe zu lösen verlangt nach innerer Konzentration. Daher müssen Sie die Sitzdauer von sechzig Minuten anfangs nicht genau einhalten. Beginnen Sie vielleicht mit einer halben Stunde, steigern Sie in der zweiten und dritten Sitzung auf vierzig Minuten, schließlich, nachdem die wohltuende Wirkung für alle spürbar geworden ist, erreichen Sie eine ganze Stunde.
Sie und Ihre Gäste werden erfahren, dass das ritualisierte, gemeinsame Sitzen in Stille zu einem inneren Bedürfnis anwächst. In der eigenen Mitte sitzen wird zu einer starken Quelle der Kraft, Sicherheit und Inspiration.
Was für Sie dieses Jahr wichtig sein könnte
In einem Interview mit der Zeitung ZEIT, Nr. 3 vom 14.01.2010, sieht der Altkanzler Helmut Schmidt noch kein Ende der aktuellen Krisensituation: »Die Auswirkungen der Weltrezession werden uns noch mindestens zwei weitere Jahre belasten, vielleicht noch länger.«
Die Personalberaterin Maren Lehky antwortet in der gleichen Zeitung auf die Frage: Was raten Sie für 2010? — »Es annehmen, wie es kommt, nur dort Energie investieren, wo ich auch wirklich etwas bewegen kann, und ansonsten einiges pragmatisch durchwinken. Sich selbst so gut wie möglich treu bleiben, mit seiner Kraft so haushalten, dass sie noch lange hält. Denn eines scheint sicher: Die bewegten Zeiten sind noch lange nicht vorbei oder werden sogar unser aller Dauerzustand.«
Was erwarten Sie in diesem Jahr? Denken Sie, Sie werden glücklicher und zufriedener aus dem Jahr kommen als Sie an Silvester hineinschlitterten?
DIALOGUS startet in der kommenden Woche die Serie TffT — Tipps für freie Tätige. In dieser Serie wollen wir Ihnen zu Themen wie
• Bewegen und Beweglichkeit
• Mut und Ausdauer
• Geld und Finanzen
• Kooperation und Kollaboration
Tipps und Hinweise liefern, die für Ihre freie Tätigkeit in diesem Jahr nützlich sein können. Wir lesen uns.
In der Gemeindebücherei
Die kleine Gemeindebücherei hat geöffnet, und es ist Schülertag. Eine bunte Gruppe Schüler schlendert lässig herein, »Mal sehen, was die hier so haben«, hört die Büchereileiterin sie im Vorbeigehen murmeln. Zielstrebig geht die Gruppe in die Abteilung Jugend. Dort ziehen sie Bücher aus den Regalen, blättern, stellen die Bücher wieder weg, eins ums andere.
Nach gut zehn Minuten kommen die Schüler wieder am Tresen vorbei — ohne ein einziges Buch in der Hand. »Na, habt Ihr nichts Passendes gefunden?«, fragt sie die Frau dahinter. »Nein, zu viel Text«, und draußen waren sie.
Vom geträumten Dreisatz
Vielleicht erging es Ihnen früher auch einmal so: In Mathe fürchtete ich mich höllisch vor den sogenannten Textaufgaben, die, meines Erachtens nach, einen Sachverhalt verklausuliert und absichtlich verwirrend darstellten. Wie etwa die folgende Aufgabe:
»Fünf Putzfrauen fegen in 2 Stunden und 40 Minuten eine 480 Quadratmeter große Turnhalle. Wieviele Putzfrauen muss der Hausmeister anheuern, wenn die Halle in 20 Minuten sauber sein soll? Zusatzaufgabe: Berechne die Anzahl der benötigten Besen, wenn jeder Besen eine Fläche von 1,5 Quadratmeter abdeckt.«
Ganz klar, eine Dreisatzaufgabe. Doch: Muss ich jetzt die Putzfrauen durch die 2 Stunden 40 Minuten dividieren und das Ergebnis mit den um 20 Minuten reduzierten Quadratmetern multiplizieren? Oder erst die Anzahl der Besen ausrechnen, um diese dann mit den durch die Quadratmeter geteilten Putzfrauen malzunehmen? Ich bin mir sicher, dass die Zusatzaufgabe ein eisglatter Verwirrtrick unseres Mathelehrers war. — Mann, oh Mann. Zum Glück habe ich diese Aufgabe nur geträumt.
Die zehn wichtigsten Wörter des Lebens
Am 4. Januar 1960 verunglückte der Schriftsteller und Nobelpreisträger Albert Camus auf einer Autofahrt tödlich. Eigentlich wollte er aus der Provence im Zug nach Paris reisen, doch dann stieg er als Beifahrer in den Reisesportwagen seines Freundes Michel Gallimard, einem Neffen von Camus’ Verleger. So wie Camus den Tod in seinen Werken beschrieb — die einzige Fatalität, die vorbestimmt ist und der niemand entrinnen kann — so musste er ihn selbst erleben: als Absurdität des Lebens.
Zu Lebzeiten formulierte Albert Camus die zehn wichtigsten Wörter seines Lebens. Es sind dies: «die Welt, der Schmerz, die Erde, die Mutter, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer».
Denken Sie nun selbst einmal nach: Welches sind die zehn wichtigsten Wörter Ihres Lebens? Es ist gar nicht so leicht, die Frage zu beantworten, wie ich feststellen musste.
Die Frage ergibt auch ein schönes Konversationsspiel, das sich gut mit Freunden spielen lässt. Und wer die Antworten in sein Tagebuch schreibt, erkennt in späteren Jahren vielleicht die Veränderungen und Wandlungen seines Lebens.
