Rubrik 'Wirtschaft'
Markttest: Viele eBooks sind mangelhaft
Der Markt für digitale Bücher boomt. Ein Grossist erwartet in diesem Jahr, mehr eBooks als Taschenbücher zu verkaufen. Vielleicht ein Grund, warum die Qualität häufig zu wünschen übrig lässt. In meiner Studie eBook-Qualität stufte ich viele eBooks als mangelhaft ein. Mein Fazit: »Ein erfolgreiches eBook muss eine andere Qualität haben als ein gedrucktes Buch.«
Artikel lesen …Über den Mythos eines freien Markts
Im Jahre 2008 erlebte die Welt nicht nur einen wirtschaftlichen Zusammenbruch in einer seit 1928 nicht mehr bekannten Dimension. Auch die modernen Ökonomen mit ihrem Glauben an die Rationalität der Wirtschaft mussten zusehen, wie ihre hochkomplexen mathematischen Modelle wie trockene Sandburgen in sich zusammen fielen. Schlimmer noch: Die Ökonomie, wie sie vor allem an amerikanischen Eliteuniversitäten seit mehr als drei Jahrzehnten gelehrt wurde, hat die Gefahr nicht nur nicht vorhergesehen, sie hat die Katastrophe entscheidend mitverursacht.
In einem knapp 30-minütigen Interview des Deutschlandfunks benennt der Wirtschaftswissenschaftler John K. Galbraith die Hintergründe der globalen Liberalisierungswelle und aktuellen Krise und zeigt die Probleme des Euro-Staatenverbunds auf.
Eine hochspannende Information, die Ihnen auch sagt, was in den nächsten Wochen und Monaten möglicherweise auf uns zukommen wird. 
Link:
Mythos freier Markt, 28.11.2011 – DLF Reihe »Essay und Diskurs«
(Link sechs Monate gültig)
Die griechische Frage
Griechenlands Probleme und Krisen sind kein Produkt des 21. Jahrhunderts. Im 72. Brief seiner Briefe aus Paris notierte der frankfurter Journalist, Publizist und Feuilletonist Ludwig Börne am Samstag, den 28. Januar 1832:
»Die Griechen sind frei! Dieser Angstruf schallt von Hof zu Hof. Wie ist dem Verderben Einhalt zu tun? Darauf sinnen jetzt die Räte der Fürsten. Es gibt viele magere Fürstensöhne in Europa; die kann man mästen mit dem Fleische und Blute der Griechen – also monarchische Verfassung. Die Griechen sind begeistert, sie leiden an der gefährlichsten Brustentzündung; schnell, nur ja recht schnell das stärkste freiheittreibende Mittel – also deutsche Leibwache. Aber kein Königssohn wird der Narr sein, sein eignes Geld nach Griechenland zu bringen, die Griechen müssen ihn aus ihrem Beutel bezahlen, wenn er sie glücklich machen soll; aber die Griechen sind arm, sie müssen also borgen; ihr König tut es in ihrem Namen – also hinreichender Kredit. Viele Fürstensöhne meldeten sich, die Griechen glücklich zu machen. Wen unter ihnen wählen? das ist die griechische Frage.«
Es scheint, dass wieder einmal die »deutsche Leibwache« gefordert ist, heute diskret kaschiert durch die finanz(un)willige »Troika« aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Da sage noch mal einer, Geschichte wiederhole sich nicht. 
[Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Frankfurt, 1986]
Der Lockvogeleffekt für Entscheidungen
Der Begriff »Lockvogeleffekt« — auch als asymmetrischer Dominanzeffekt bezeichnet — ist ein Terminus aus dem Marketing. Der Lockvogeleffekt besagt, dass Menschen, wenn sie zwei Möglichkeiten zur Auswahl haben, sich gerne einer dritten Möglichkeit als Messlatte bedienen.
Macht einer der beiden Kandidaten eine viel bessere Figur als ein dritter Kandidat, wird tendenziell einer der ersteren ausgewählt, weil dieser eine asymetische Dominanz ausübt. Oder anders ausgedrückt: Ein Dritt-Kandidat wird dazu benutzt, eine schwierige Entscheidung zu vereinfachen. Der Grund: Unser Gehirn bevorzugt nun einmal einfache Entscheidungen.
Testen Sie Ihr Entscheidungsverhalten
Zum Abendessen in einem Restaurant werden Ihnen zwei Flaschen Wein angeboten: die eine zu 9, die andere zu 16 Euro. Welchen Wein bestellen Sie?
Stellen Sie sich jetzt bitte vor, es gäbe eine dritte Flasche im Angebot, und zwar zu 34 Euro. Welche Flasche würden Sie jetzt ordern?
Hätten Sie den Wein zu 16 Euro gewählt? Das wäre auch die Entscheidung der meisten Menschen gewesen.
Anwendung
Wettbewerb ist immer eine gute Sache. Als geschickter Marketier schaffen Sie ihn sich selbst … oder stellen ihn deutlich heraus. Bieten Sie Ihrem Kunden attraktive Alternativen. Und lassen Sie ihn daraus frei wählen. 
Das Prinzip der drei Ernten
Jetzt ist Lesezeit in den Weinbergen rund um Deidesheim. Von Hand oder mit Erntemaschinen werden die Trauben geerntet. Hatte der 10er mangels Sonne zu viel Säure, werde der 11er wohl zu süß sein, höre ich. Man spricht schon von zusätzlicher Säuerung, um die gewohnte Frische, vor allem des Rieslings, zu gewährleisten. Die Trauben, die ich bei meinen Spaziergängen naschte, schmeckten richtig süß — wie es sich für reife Weintrauben gehört.
Vor ein paar Tagen setzte ich mich zu einem älteren Winzer auf eine Bank. Wir blickten über die Forster Lage Ungeheuer und kamen natürlich über die Weinlese ins Gespräch. Und auch über die Finanzkrise, den Absatzmarkt für Wein, usw.
»Früher«, so sagte er, »befolgte man das Prinzip der drei Ernten. Eine Ernte im Weinberg, eine im Keller und eine bei der Bank. So konnte man möglichen unvorhergesehenen Ereignissen begegnen, ohne dass man gleich in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Denken Sie nur an den Frost dieser einen Nacht im Frühjahr. Am Morgen danach waren die Reben schwarz. Das wird manchem Winzer im Geldbeutel ganz schön Weh tun. – Heute sind viele Winzer bis unters Dach verschuldet: Der Maschinenpark ist teuer, Handarbeit aber auch. Und es müssen immer mehr Hektar Rebenland dazukommen. Aber diese Flächen sind aufgrund der EU-Regelungen knapp und teuer, wenn sie überhaupt angeboten werden.«
Der alte Winzer sinnierte über das Gesagte. Schließlich sagte er: »Das rechte Maß zu den Dingen ist verloren gegangen.« Er schüttelte seinen Kopf, stand auf, grüßte freundlich und ging dann in leicht gebückter Haltung den Weg nach Forst hinab.
Innovationsmanagement: Die real existierende Planwirtschaft
Innovationsmanagement ist ein Widerspruch in sich. Der Begriff suggeriert, dass sich das Unbekannte planen und erzeugen ließe. Ist dem so?
Innovation bedeutet, eine Idee erfolgreich umzusetzen. Management bedeutet planen, organisieren, führen und kontrollieren. Wie wollen wir aber etwas managen, das noch nicht einmal als Idee gedacht wurde?
Die Marktwirtschaft ist für Unternehmen nur dann interessant und nützlich, wenn sie außerhalb der eigenen Mauern stattfindet. Im Innenhof herrschen meist planwirtschaftliche Bedingungen: Nur das, was zu den tradierten oder vorgegebenen Strukturen, Strategien und Zielen passt, hat eine Chance auf Realisierung. Zwar werden auf der einen Seite gerne kreativ-originäre Ergebnisse gefordert. Erscheinen dann aber radikale, ungewöhnliche Ideen, werden diese schnell als undurchführbar aussortiert. Bewusst oder unbewusst entscheiden sich die Innvotionsmanager daher bevorzugt gegen Ideen, die eine Unsicherheit in sich tragen. Innovation ja, aber bitte ohne Risiko.
Der Kreativitätsforscher Gottlieb Guntern beschrieb bereits 1993 den Kreativen Prozess als »Chaos und Ordnung, Zufall und Gesetz, Freiheit und Strukturzwang, Spontaneität und Berechnung in vielfältigen, dauernd wechselnden Kombinationen«. In diesem Spannungsverhältnis sollten Innovationsprozesse ablaufen.
Frage: Erreichen wir dieses Umfeld mit den heutigen Modellen eines Innovationsmanagements? 
Tausche Spielgeld gegen Innovation
Tausche Spielgeld gegen Innovation. Ist das ein neues Unternehmensplanspiel? Oder eine Denkrichtung, der Unternehmen nachgehen sollten? Einige Anmerkungen zum Thema Innovation, Motivation und Geldausgabe.
Artikel lesen …Mein Arbeitsprinzip im Crealogium
Im Crealogium, dem Möglichkeitsraum für neue Ideen, Projekte und Ziele, nutze ich das folgende Arbeitsprinzip für Innovationsprojekte:
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