Rubrik 'Leben'
Erinnerung an das Landleben
Wer Musik hört, hält selten die Noten oder die Partitur dazu in Händen. Dabei wäre es für das Einordnen und Verständnis der Musik häufig hilfreich, die vom Komponisten vorgegebenen Satzüberschriften zu kennen. Ein schönes Beispiel hierfür ist Ludwig van Beethovens sechste Symphonie, genannt Pastorale.
Beethoven war ein grosser Liehaber der Natur. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte Betrachtungen über die Werke Gottes im Reiche der Natur von Christoph Christian Sturm. Ein Spaziergang entlang eines Baches, begleitet von Vogelstimmen, soll ihn bei der 1807/08 entstandenden Komposition der 6. Symphonie inspiriert haben.
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“ oder Erinnerung an das Landleben – Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei
I. Allegro ma non troppo — Angenehme, heitere Empfindungen, welche bei der Ankunft auf dem Lande im Menschen erwachen.
II. Andante molto mosso — Szene am Bach
III. Allegro — Lustiges Zusammensein der Landleute
IV. Allegro — Donner, Sturm
V. Allegretto — Hirtengesang – Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm
»Wie froh bin ich, einmal in Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern und Felsen wandeln zu können, kein Mensch kann das Land so lieben wie ich«, schwärmte Beethoven. Auf ein Skizzenblatt kritzelte er: »Mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht. Ist es doch, also ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig! Im Walde Entzücken! Wer kann dies alles ausdrücken?« Die Antwort gab er sich mit der Komposition seiner 6. Symphonie selbst.
In den fünf Sätzen seiner »Pastorale« schildert Beethoven die Empfindungen des Menschen in der Natur mit musikalischen Mitteln: Die Freude bei der Ankunft auf dem Land, die Beobachtung einer idyllischen Szene am Bach, einen derb-lustigen Tanzabend, ein Gewitter, das sich überraschend zusammenbraut, entlädt und genauso schnell wieder davon zieht und — als krönendes Finale — »Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm«, die Versöhnung von Mensch und Natur.
Sinfonia caracteristica und Sinfonia pastorella bezeichhnete Beethoven die Symphonie in den ersten Skizzen. Erst bei der Drucklegung nannte er sie »Sinfonie pastorale«. Unter seinen Skizzen findet sich auch noch die Bemerkung: »Jede Mahlerey, nachdem sie in der Instrumentalmusik zu weit getrieben, verliert.«. Daher wohl auch die ergänzende Erläuterung im Untertitel: »Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey«. Damit formulierte Beethoven zugleich seine künstlerische Absicht: Die Wirkung der tonmalerischen Komponenten erschöpft sich nicht in der Nachahmung der Natur, sie vermittelt den Ausdruck seelischer Empfindungen. Beethovens Symphonie legte den Grundstein zur Programmmusik im 19. Jahrhundert, die Musikgattung der Symphonischen Dichtung.
Almanach der Musikgesellschaft, Zürich, 1834
Das Richtige tun
Ein Denkgang mit einem Klienten in den Weinbergen. Im Gehen frei denken und sprechen, das ist für mich Teil meines lösungsorientierten Ansatzes. Während wir in die Landschaft blicken, lassen wir den Gedanken ihren Lauf. Im Rhythmus des Gehens entwickelt sich unbemerkt ein neues Denken: Neue Perspektiven führen zu anderen Überlegungen. Während neue Gedanken in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, verändern sich die Ziele und gewinnen mehr Klarheit.
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Wo ist Nikolaus?
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[Dr. Ulrich Bauhofer in seinem Vortrag Gesundheit, Selbsterkenntnis und Lebenskunst eine untrennbare Beziehung im Paderborner Podium des Heinz Nixdorf MuseumsForums am 09.10.2002.]
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