Rubrik 'Leben'


Das Richtige tun

Ein Denkgang mit einem Klienten in den Weinbergen. Im Gehen frei denken und sprechen, das ist für mich Teil meines lösungsorientierten Ansatzes. Während wir in die Landschaft blicken, lassen wir den Gedanken ihren Lauf. Im Rhythmus des Gehens entwickelt sich unbemerkt ein neues Denken: Neue Perspektiven führen zu anderen Überlegungen. Während neue Gedanken in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, verändern sich die Ziele und gewinnen mehr Klarheit.

Der Unternehmer wollte mit mir klären, was das Richtige sei, das er tun solle. Sein Problem: Er hatte kurz hintereinander zwei Unternehmen gegründet, die beide seine ungeteilte Aufmerksamkeit und seinen Einsatz verlangen. Doch er musste feststellen, dass das so nicht funktionieren würde. Widmete er sich dem einen, musste er zwangsläufig das andere Unternehmen vernachlässigen. Nun plagt ihn sein unternehmerisches Gewissen. Was sollte er tun, und wäre dies dann auch das Richtige?

Dialogisches Fragen

Zunächst: Ein Coach liefert keine Lösungen. Er versucht, seinen Klienten zum Nach-, Weiter- und Neudenken anzuregen. Ich benutze dafür gerne das dialogische Fragen. Indem der Coachee auf meine stufig aufgebauten Fragen antwortet, gelangt er sebst zu Hinweisen, wie er sein Problem lösen könnte.

Also fragte ich meinen Klienten: »An welchem Unternehmen und an welchen Tätigkeiten hängt denn Ihr Herz?« Ich erläuterte meine Frage: Woran unser Herz hängt, das verfolgen wir mit Freude und Leidenschaft. Wenn wir einer Tätigkeit nachgehen, die uns nicht zufrieden stellt, die uns mehr Sorgen als Vergnügen bereitet, werden wir nicht leistungsfähig genug sein, um unser Vorhaben erfolgreich zu Ende zu bringen.

Schnell wurde deutlich, dass er am liebsten für das Unternehmen B arbeitet. Obwohl A seinen aktuellen Lebensunterhalt sichert, möchte er B stärker forcieren, weil er hier seine wahre langfristige Unternehmeraufgabe sieht. Eine plausible und nachvollziehbare Einstellung.

Persönliche Balance

Wir pirschten uns an den nächsten Fragenkomplex heran: Wie lässt sich das Dilemma der zwei Firmen auflösen? Ich empfahl meinem Klienten darüber nachzudenken, wo er für sich selbst ein ausgewogenes Verhältnis seines Einsatzes für beide Unternehmen sieht. Dieses Verhältnis muss nicht zwangsläufig auf 50:50 hinauslaufen. Auch ein Ratio von 40:60 oder gar 30:70 kann eine Balance darstellen. Wichtig ist das persönliche Empfinden einer Balance.

Mit dem Begriff einer »persönlichen Balance« bezeichne ich den Zustand einer inneren mentalen Ausgeglichenheit. Empfinden wir unsere tägliche Last als stimmig aufgeteilt, arbeiten wir mit mehr Freude und Zuversicht an unseren Aufgaben. Jedes Missverhältnis kann unser Denken und Handeln empfindlich stören.

Mein Klient entschied sich, eine »persönliche, balancierte« Arbeitsweise anzuwenden. Er nahm sich vor, nach einer gewissen Zeit seine Prozesse auf mögliche Optimierung zu überprüfen und bei Bedarf mit einem fine tuning anzupassen.

Optimistisches Entscheiden

»Das ist alles sehr schön«, sagte mein Klient dann, »doch tue ich damit auch das Richtige?« Diese Frage ist prinzipiell nicht beantwortbar. Denn jede Entscheidung, die wir treffen, kann nur eine Entscheidung in die Zukunft sein. Da wir unsere Zukunft nicht kennen oder vorhersagen können, müssen wir nach einer anderen Antwort suchen.

Meine Antwort an meinen Klienten lautete: »Sie könnten das optimistische Entscheiden anwenden.« Was das in Theorie und Praxis bedeutet, wollen wir bei einem weiteren Denkgang klären. fini

Der Vorteil des Künstlers gegenüber dem Digitalisten

Künstler haben es gut: Sie können für ihre Freundin, Liebste oder Angebetete Gedichte schreiben, Bilder malen oder Lieder komponieren. Aber was macht ein Software-Entwickler oder Programmierer?

Der Komponist Richard Strauss schrieb für die junge Sängerin Pauline de Ahna, die seine Schülerin und später seine Frau wurde, viele Lieder. So auch die 1894 veröffentlichten Vier Lieder op. 27, darin unter anderen Heimliche Aufforderung und Morgen, welche seinen Ruhm als Liedkomponist begründeten.

Marc Chagall, der russische Maler, malte unermüdlich seine Frau Bella Rosenfeld.

Ohnegleichen in der literarischen Welt ist das Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe zu Charlotte von Stein. Der sieben Jahre älteren verheirateten Frau schrieb er über 1700 Briefe, darin eingestreut viele Gedichte, Naturbeschreibungen, Zeichnungen und Tagebucheintragungen. Und das, obwohl sich die beiden täglich sahen: Goethe hatte von seinem Gartenhaus aus einen unmittelbaren Blickkontakt zu Charlotte von Steins Gemächern.

Was macht nun ein Programmierer? Schreibt er seiner Angebeteten einen lustigen Trojaner, ein freches Virus gleich mit passendem Anti-Virus oder ein Progrämmchen, das auf einer Bildschirmseite immer wieder hundert Zeilen lang und bunt blinkend «Ich liebe dich» aufführt? Ich fürchte, die digitalen Berufe taugen nicht fürs Romantische. fini

6. Januar 2012 | | Keine | , ,

Frohes, neues Jahr?

Machen wir uns nichts vor und sprechen wir es ruhig aus: Es gibt kein »neues Jahr«. Das Neue ist eigentlich das Alte. Wir orientieren uns am Neuen, weil wir uns selbst und unsere Zeit von den vorangegangenen Zeiten und Generationen nicht anders unterscheiden können.

Artikel lesen …

2. Januar 2012 | | 2 | , ,

Eine etwas ungewöhnliche Anzeige

Rotwein
Heute im Amtsblatt von Deidesheim gefunden:

»An die Winzer:
Wer liefert mir eine
Rolle
Rebstöcke aus
Rodung gegen
Rotwein nach
Rödersheim?«



»Müller, einen Satz mit R!« …

8. Dezember 2011 | | Kommentare deaktiviert | , ,

Wo ist Nikolaus?

Wo ist Nikolaus?

6. Dezember 2011 | | 2 |

Der Lebenskünstler

In einer Semestervorlesung stellt der Professor seinen Studenten einen hundertjährigen Lebenskünstler vor. Krankheitsgeschichte, körperlicher Untersuchungsbefund, Laborwerte, EKG, Röntgenbilder — alles wurde im Detail diskutiert. Zum krönenden Abschluss erging die Frage an den Hauptdarsteller: »Was ist das Geheimnis Ihres Alters? Was würden Sie denn nun diesen jungen Menschen raten, wie man so alt wird und so fit bleibt?«

Der Mann, in vorzüglicher Verfassung mit seinen 104 Lebensjahren, dachte kurz nach und sagte dann: »Gehen Sie Stress aus dem Wege. Sehen Sie: Nach meiner Pensionierung habe ich mir mit meiner Frau ein kleines Haus am Wald gekauft. Immer, wenn es Krach zwischen uns beiden gab, habe ich meinen Mantel, meinen Hut und meinen Schirm genommen und bin im Wald spazierengegangen. Und so habe ich die letzten 40 Jahre meines Lebens fast nur im Wald verbracht.« fini

[Dr. Ulrich Bauhofer in seinem Vortrag Gesundheit, Selbsterkenntnis und Lebenskunst eine untrennbare Beziehung im Paderborner Podium des Heinz Nixdorf MuseumsForums am 09.10.2002.]

18. November 2011 | | Kommentare deaktiviert | ,

Im Fokus: Intuitiv richtig entscheiden

Intuitives Entscheiden findet ein immer regeres Interesse. Was macht intuitives Entscheiden aus? Wie lässt sich intuitives Entscheiden gestalten? Joachim Zischke entwickelte das Methodenwerkzeug Optismo, das die intuitive Entscheidungsfindung untersützt. [...]

Artikel lesen …

25. Oktober 2011 | | Kommentare deaktiviert | , , , , , ,

eMails

Ich lese keine eMails mehr.
Ich will nicht wissen, wer mir nicht schreibt.
fini

17. Oktober 2011 | | Kommentare deaktiviert |

Artikel