<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Kultur</title>
	<atom:link href="http://www.dialogus.de/magazin/category/kultur/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.dialogus.de/magazin</link>
	<description>Eine andere Sicht.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 16:04:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>New Year Calling</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2728</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2728#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 09:35:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=2728</guid>
		<description><![CDATA[Allen meinen Lesern wünsche ich frohe Weihnachten, einen guten Rutsch, beste Gesundheit und viel Erfolg im neuen Jahr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2011/phonebox.jpg" alt="Telefon"> </p>
<p>Allen meinen Lesern wünsche ich<br />
frohe Weihnachten,<br />
einen guten Rutsch,<br />
beste Gesundheit und viel Erfolg<br />
im neuen Jahr. </p>
<p><img src="../../../company/img/sign,jz.gif" alt="fini" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2728/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von Stehbriefen und Sitzbriefen</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2588</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2588#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 14:18:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegen]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Börne]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=2588</guid>
		<description><![CDATA[Schreiben Sie noch Briefe? Ich meine, richtige Briefe, mit der Hand geschriebene Briefe, nicht solche mit dem Computer, also eMails? Es scheint, als stecke in der körperlichen Positur des Briefschreibenden ein Geheimnis, das den Inhalt des Briefes zu beeinflussen vermag. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2011/writing.jpg" alt="Brief" class="right"> <span class="firstletter">S</span>chreiben Sie noch Briefe? Ich meine, richtige Briefe, mit der Hand geschriebene Briefe, nicht solche mit dem Computer, also eMails? Es scheint, als stecke in der körperlichen Positur des Briefschreibenden ein Geheimnis, das den Inhalt des Briefes zu beeinflussen vermag. </p>
<p>Diese These wäre zu überprüfen: Ein im Stehen geschriebener Brief weist andere Inhalte auf, als ein im Sitzen verfasster Brief. Während der eine zu einem persönlichen Brief wird, wird der andere eher zu einem sachlich formulierten Dokument. Wer im Sitzen schreibt, schreibt mit Ratio. Wer im Stehen schreibt, schreibt mit Emotio.</p>
<p>Möglich, dass der Fluss der Gedanken durch den Fluss des köpereigenen Kreislaufs behindert, wenn nicht sogar verhindert wird. Im Sitzen entstehen schnell Stauungen, die Sauerstoffzufuhr leidet durch eine unzweckmässige Atmung, der Mangel an Bewegung kommt hinzu.</p>
<p>Anders hingegen im Stehen, idealerweise an einem Pult: Die aufrechte Haltung sorgt für eine gute Atmung und Durchblutung. Im Stehen sind die Augen nicht permanent auf den Brief fixiert. Ganz natürlich wandern sie umher, suchen nach neuen Gedanken und finden sie auch. Ludwig Börne, auf den ich bereits vor einigen Tagen verwies, schrieb einmal: &raquo;Augen sind die Windspiele des Geistes&laquo;. Das ist sehr schön und treffend formuliert. </p>
<p>Börne war es auch, der seine Erfahrung mit Steh- und Sitzbriefen in seinem <em>Einundsiebzigsten Brief</em> niederschrieb:</p>
<blockquote><p>
Paris, Sonntag, den 22. Januar 1832</p>
<p>&raquo;Es widerfährt mir seit einigen Tagen das Sonderbare, daß ich an zwei Briefen für Sie zu gleicher Zeit schreibe. Der eine gegenwärtige liegt auf dem Pulte, vor dem ich stehe, und der andere liegt auf dem Schreibtische, an dem ich sitze. Die Abwechselung ist artig und unterhält mich. Nach einigen Sätzen gehe ich vom Stehbriefe zum Sitzbriefe oder zurück und setze bald den einen, bald den andern fort. Die Sache verhält sich so. Der Tischbrief behandelt einen Gegenstand, der zwar kurzweilig, aber langwierig ist und sich sehr ausdehnt, den ich aber aus Gründen der Kochkunst nicht unterbrechen darf. Darum habe ich ihn vom Pultbriefe getrennt, und Sie werden ihn einige Tage später erhalten als diesen.&laquo;
</p></blockquote>
<p>Überlegen Sie einmal, wie das Ergebnis wäre, wenn Sie Ihren Laptop oder das iPad anstatt auf einem Schreibtisch oder auf den Knien, auf einem Stehpult ablegten. Probieren Sie&#8217;s morgen doch einfach mal aus. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p>[Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Frankfurt, 1986]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2588/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Über Reisenotizen und Schreibutensilien</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2036</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2036#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 13:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Reisenotiz]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=2036</guid>
		<description><![CDATA[&#187;Ein Reisender muß nothwendig ein ausführliches Tagebuch von seinen Beobachtungen und Bemerkungen halten, und taglich fortführen; sonst wird die Menge von Gegenständen, gewiß verursachen, daß er manches vergißt, und manches sich unter nicht völlig richtigen Umstanden vorstellt. Es ist also nöthig, alles so geschwind aufzuschreiben , als nur immer möglich ist. Der Unterlaßung dieser Vorsicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&raquo;Ein Reisender muß nothwendig ein ausführliches Tagebuch von seinen Beobachtungen und Bemerkungen halten, und taglich fortführen; sonst wird die Menge von Gegenständen, gewiß verursachen, daß er manches vergißt, und manches sich unter nicht völlig richtigen Umstanden vorstellt. Es ist also nöthig, alles so geschwind aufzuschreiben , als nur immer möglich ist. Der Unterlaßung dieser Vorsicht ist gewiß ein großer Theil der Unrichtigkeiten, die sich in Reisebeschreibungen finden, zuzuschreiben. Denn wenn man sich bloß auf sein Gedächtniß verlaßt; so wird man, bey dem besten Willen die Wahrheit zu sagen, von seiner Einbildungskraft betrogen, und schreibt die Sache auf, nicht wie man sie wirklich gesehen, sondern wie man sie sich nach einiger Zeit vorgestellt hat. </p>
<p>Ich lernte zufälligerweise in Leipzig bey Herrn Professor Funke eine Art von Schreibfeder kennen, die in der Tasche getragen werden, kann, und in welcher bestandig Dinte enthalten ist. Diese nützliche Erfindung ist wirklich nicht bekannt und allgemein genung. Einem jeden, der beym Spazierengehen, auf dem Lande, oder sonst, Gedanken geschwind aufzeichnen will, ist sie sehr bequem, aber besonders ist sie einem Reisenden von großem Nutzen. </p>
<p>Das Aufschreiben mit Bleystift, das bald verlöscht, und das beständige Abschreiben aus Schreibtafeln, oder von Karten, ist höchst beschwerlich; und wenn man oft in Wirthshäusern etwas aufzeichnen möchte so ist Zeit und Lust vergangen, ehe man Dinte und Feder bekommt. Vermittelst einer solchen Feder aber kann man jeden Augenblick benutzen. Man kann sogar Bibliotheken, Gemäldesammlungen, Naturalienkabinetter, mit der Feder in der Hand besehen, und von allen Gegenständen den Eindruck, den sie gemacht haben, getreuer verzeichnen.&laquo;</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2011/nicolai-sig.gif" alt="nicolai"> </p>
<p><img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
<p>Friedrich Nicolai: Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781, Nebst Bemerkungen über Gelehrsamkeit, Industrie, Religion und Sitten. Band I, (Berlin und Stettin, 1783)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2036/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Haben Sie 365 Tage Urlaub?</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2017</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2017#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 12:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ideenfinden]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[querdenken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=2017</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe 365 Tage Urlaub.&#171; Wenn Sie am richtigen Platz im richtigen Unternehmen arbeiteten, könnten Sie das vielleicht sagen. Sie müssten dann allerdings in Kalifornien leben. Denn dort werden Querdenkende anscheinend wahr und erst genommen. Die aktuell besten Ideen kommen nicht ohne Grund aus dieser Region, denken Sie nur an Youtube, iPhone, Google, Facebook &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="firstletter">I</span>ch habe 365 Tage Urlaub.&laquo; Wenn Sie am richtigen Platz im richtigen Unternehmen arbeiteten, könnten Sie das vielleicht sagen. Sie müssten dann allerdings in Kalifornien leben. Denn dort werden Querdenkende anscheinend wahr und erst genommen. Die aktuell besten Ideen kommen nicht ohne Grund aus dieser Region, denken Sie nur an Youtube, iPhone, Google, Facebook &#8230;</p>
<p>Von welchem Unternehmen, meinen Sie, stammen die folgenden Worte:</p>
<blockquote><p>&raquo;An die Verrückten. Die Störenfriede. Die Rebellen. Die Querdenker. Die, die sich in kein Schema pressen lassen. Diejenigen, die Dinge anders sehen. Sie folgen keinen Regeln und sie respektieren nichts als gegeben. Sie können sie zitieren, ihnen widersprechen, sie vergöttern oder verteufeln. Aber das einzige, was Sie nicht tun können, ist sie zu ignorieren, weil sie die Dinge verändern. Sie bringen die Menschheit weiter. Und während einige sie für verrückt halten, sehen wir das Geniale. Denn die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.&laquo;</p></blockquote>
<p>Würden Sie diese Aussage einem deutschen Unternehmen zutrauen? Nein? Dann liegen Sie völlig richtig. Es war die Firma Apple, die 1997 diesen Text als Werbung veröffentlichte. Und damit ist sehr viel gesagt über den Umgang mit Innovation, hier wie dort. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/2017/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zur Frage &#8216;Ist Kommunikation messbar?&#8217;</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1053</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1053#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 07:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=1053</guid>
		<description><![CDATA[Auf <em>Deutschlandradio Kultur</em> lauschte ich dem Feature <em>Zum Stand der Debatte um die vergleichende Intelligenzforschung</em>, in dem es um die Messbarkeit von menschlicher Intelligenz ging. Ich denke, wir können Inhalte dieser Sendung auch in der Diskussion um die Messung der Qualität von Kommunikation verwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="firstletter">A</span>uf <em>Deutschlandradio Kultur</em> lauschte ich dem Feature <em>Zum Stand der Debatte um die vergleichende Intelligenzforschung</em>, in dem es um die Messbarkeit von menschlicher Intelligenz ging. Ich denke, wir können Inhalte dieser Sendung auch in der Diskussion um die Messung der Qualität von Kommunikation verwenden.</p>
<p>Als Ausgangszitate wurden folgende Denkansätze genannt: &raquo;Wir sind nicht intelligent genug, um zu wissen, was Intelligenz ist&laquo; von dem Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger und &raquo;Intelligenz ist das, was die Tests eben testen&laquo;, ein Satz  des amerikanischen Psychologen Edwin Boring.</p>
<p>Der Intelligenztest wurde ursprünglich dazu erdacht, den mit seiner Hilfe identifizierten schwächeren oder schlechten Schülern, Förderung anzubieten. Doch aus der &raquo;fördernden&laquo; hat sich eine &raquo;selektierende&laquo; Intelligenz-Diagnostik entwickelt. So wie die Intelligenz-Tests jene Fähigkeiten prüfen, welche die Entwickler jener Tests für Intelligenz erklären, so würde ein Messinstrument der Kommunikation nur das berücksichtigen und als &raquo;qualitative Kommunikation&laquo; erklären, was die Entwickler als Maßstab festlegen. Und dieser Maßstab kann eben nur subjektiv sein.</p>
<p>Ich denke, wir wissen heute schon eine ganze Menge über Kommunikation. Dennoch bleibt Kommunikation für uns komplex und zu vielschichtig, als dass wir es auf einen einfachen qualitativen Nenner bringen könnten. Die menschliche Komponente ist dabei das immer wieder überraschende Moment. Lässt sich denn das, was die menschliche Kommunikation ausmacht, tatsächlich in Zahlen und Tabellen ausdrücken?</p>
<p>Kommunikation ist, wie Intelligenz auch, geistiger Natur, und kann meines Erachtens nur indirekt gemessen werden. Wir sind nicht in der Lage, eine objektive, wohl aber eine formale Begriffsdefinition einer Kommunikationsqualität zu benennen. Mit indirekt meine ich das Ergebnis, das sich aus einer Kommunikation ergibt.</p>
<p>Formale Kriterien könnten die Art und Weise beinhalten, wie der Kommunikationsprozess abläuft. Hierfür wurden ja auch schon genügend Spielregeln aufgestellt. Indirekt messbar und feststellbar wäre dann, wie gut (oder schlecht) ein Gesprächspartner seine Kommunikation führte &mdash; das jedoch stets aus dem direkten Vergleich zwischen Kommunikationsziel und Kommunikationsergebnis.</p>
<p>Kommunikation kann durchaus zielgerichtet verbessert werden. Zwar nicht durch Messinstrumente, welche Zahlenwerte ausspucken, sondern durch die Definition der Kriterien, was eine gute menschliche Kommunikation ausmacht. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1053/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Apps und Appis: Die irre reale Welt, die keiner wirklich braucht</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/142</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/142#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 09:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=142</guid>
		<description><![CDATA[Schon mal als Nicht-Appi im AppStore gewesen? Da trifft eine irre reale Welt auf einen zu. Hunger und Durst erleiden, seinen erklärten Willen und die sauer verdiente Pekunia verlieren, und das alles wegen zehntausenden von Apps. Hier ist alles möglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Schon mal als Nicht-Appi im AppStore gewesen? Da trifft eine irre reale Welt auf einen zu. Hunger und Durst erleiden, seinen erklärten Willen und die sauer verdiente Pekunia verlieren, und das alles wegen zehntausenden von Apps. Hier ist alles möglich.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2010/sleepingbeauty.jpg" alt="Sleeping" class="right"/><span class="firstletter">S</span>eit einiger Zeit beschäftige ich mich fachlich mit iPhone® Apps. Das sind Software-Lösungen, also Applikationen (daher <em>Apps</em>), die auf einem internetfähigen Telefon der Computerfirma Apple (daher <em>iPhone</em>) ablaufen. </p>
<p>Die erste Anlaufstelle, wenn man erfahren will, was es alles an Apps gibt, ist natürlich der AppStore, Apples digitales Einkaufsparadies. Und wer hier eintritt, kann nicht nur seinen erklärten Willen oder sein sauer verdientes Geld verlieren, sondern auch lebensbedrohend Hunger und Durst erleiden, wenn er nicht mehr aus dem Angebot der gut einhunderttausend Apps herausfindet. Im Gegensatz zu Media-Markt-Eröffnungen, vollzieht sich das tragische Ende fern von jeglicher Öffentlichkeit, absolut unbemerkt. Körperliche oder pekuniäre Zusammenbrüche aufgrund einer anhaltenden <em>Appnie</em> finden sich daher in keiner Statistik.</p>
<p>Während ich also den AppStore durchwandere, fühle ich mich an ein Casino in Las Vegas erinnert: Hunderte, ach was, zehntausende von einarmigen Banditen, bunte blinkende, klingelnde oder heulende Spielautomaten, Quizterminals und seltsame Geräusche von sich gebende digitale Helferlein. Die Spiele-Apps sind da eindeutig in der Mehrzahl. Alles, im wahrsten Sinne des Wortes, geniale Zeitvernichter. Aber das stört den echten Appi überhaupt nicht: Weg mit der lausigen Zeit. Wir haben Besseres zu tun. &mdash; </p>
<p>Da die meisten Apps nicht mal einen Dollar respektive Euro kosten, liegt die Hemmschwelle, mal eben schnell auf mein iPhone downzuloaden, nicht gerade hoch. Was kann ich mir für 79 Cent sonst noch im Leben leisten? Dafür gibt&#8217;s ja nicht mal mehr ein belegtes Brötchen. Also rauf auf das Phone &mdash; Wozu ich habe 32 Gigabytes Platz? &mdash; und flip, flip, flip in mein AppDirectory einsortiert. Dass der Ladeninhaber des AppStores, der ja freundlicherweise Technik und Theke bereitstellt, bei jedem unkörperlichen Verkauf als stiller Teilhaber regelmäßig und automatisch ein Drittel der Erlöse auf sein eigenes Konto bucht, fällt keinem Appi mehr auf. Er will Spaß. &mdash;</p>
<p>Vor einigen Tagen erschient die App <em>SleepCycle</em>. Die App wurde sofort ein Renner. Sie soll den biologischen Rhythmus eines Schlafenden erkennen, um ihn zum richtigen Zeitpunkt mit sanften Tönen aus dem Reich der Träume zu holen. Ob das Programm tatsächlich in der Lage ist, die Bewegungen des Körpers mittels Sensor aufzunehmen und die einzelnen Schlafphasen korrekt zu erkennen, will ich hier dahingestellt lassen. Viel interessanter für mich sind die Reaktionen der Appis:</p>
<div class="box">
&bull; &raquo;Die zweite Nacht hintereinander mit circa vier Stunden Schlaf und ich fühl mich wieder fit wie Turnschuh direkt nach dem Aufstehen.&laquo;<br />
<em>Anm.:Wow! Placebo-Effekt?</em><br />
&bull; &raquo;Leider wurde ich in einigen dieser Nächte unsanft geweckt, weil mein iPhone mit lautem Krach auf den Boden geknallt ist.&laquo;<br />
<em>Anm.: Wäre ein separates Kopfkissen für das liebe iPhone vielleicht eine Lösung?</em><br />
&bull; &raquo;Ich finde es total interessant, am nächsten Morgen die Schlafphasen nachzusehen. Fast ein wenig unheimlich.&laquo;<br />
<em>Anm.: Und was ist, wennn die Kurven mal nicht so optimal aussehen? Liefert die App mir dann einen schlechten Tag?</em><br />
&bull; &raquo;Mein kopf scheint nicht auszureichen, um das ding zu aktivieren, wenn ich es mehr in die mitte der matratze lege funktioniert das schon besser &#8230; allerdings ist das programm bei mir, glaube ich, eh ziemlich witzlos, weil ich den normalen wecker auch auf eine beliebige zeit stellen kann und dann in 9 von 10 fällen 1-5 minuten vor dem klingeln aufwache.&laquo;<br />
<em>Anm.: Es muss eben auch Appis geben, bei denen die Technik absolut nicht funktioniert.</em><br />
&bull; &raquo;Hatte das iPhone heute Nacht eingesteckt unter dem Kissen liegen. Wurde schon recht warm &#8230;&laquo;<br />
<em>Anm.: Vielleicht findet sich im Accessoire-Shop auch ein Kopfkühler? Oder einfach einen zeitgesteuerten Ventilator dazu stellen &#8230;</em><br />
&bull; &raquo;Meine Freundin und ich verwenden es beide auf unserem iPhone im selben Bett! Jeden Morgen gilt es dann Statistiken zu vergleichen. Und es zeigt sich, was ich schon seit Anfang unserer Beziehung sage, sie schläft sehr unruhig und ich wie ein Stein.&laquo;<br />
<em>Anm.: Ist das nicht schön? Gemeinsam beim Frühstück die nächtlichen <strike>Erregungs</strike> Bewegungskurven vergleichen. Was für ein Gefühl! Das ihr das noch erleben dürft!</em><br />
&bull; &raquo;Leute, verkauft euer iPhone und kauft euch vernünftige Matratzen samt Lattenrost! Denkt daran, auch ihr werdet älter!&laquo;<br />
<em>Anm.: Das war bestimmt die Reaktion eines anderen Ladenbesitzers. Gemach, lieber Freund. In der Ruhe liegt die Kraft. Jede App wird dem Appi irgendwann zu langweilig. Und dann wird er schlecht schlafen und sich entweder eine neue App oder eine neue Matratze kaufen. Wobei das Downloaden Letzterer vielleicht nicht ganz so gut und schnell funktionieren dürfte.</em> </div>
<p><img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/142/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Weltmarktführer aller Zeiten</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1030</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1030#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 04:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeegenuss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=1030</guid>
		<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich ja vor, wegen des besonderen Anlasses zum Jahresende - Sie wissen sicherlich, was ich meine - nun auch, wie viele Liebhaber vor mir, in einen jener Apparate zu investieren, die auf sanften Knopfdruck hin herrlichen Cappuccino und köstliche Latte macchiato produzieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="firstletter">E</span>igentlich hatte ich ja vor, wegen des besonderen Anlasses zum Jahresende &mdash; Sie wissen sicherlich, was ich meine &mdash; nun auch, wie viele Liebhaber vor mir, in einen jener Apparate zu investieren, die auf sanften Knopfdruck hin herrlichen Cappuccino und köstliche Latte macchiato produzieren. <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Ausgesucht hatte ich mir das Spitzenmodell der Sonderklasse eines schweizerischen Herstellers, der sich so nennt, wie der Gebirgszug, der das westliche Rheintal begrenzt. <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Ich wollte endlich mein Herz höher schlagen lassen und mich als anspruchsvollster Kaffeeliebhaber vom kompletten Spektrum des Kaffeegenusses auf allerhöchstem Niveau verführen lassen. Vielseitig, einfach und individuell &mdash; so wie ich eben bin. <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Ich gebe es gerne zu: Mich reizte die stilvoll inszenierte Tassenbeleuchtung. Nicht zu vergessen das Gardemaß der weltweit einzigartigen 153 mm für den Cappuccinoauslauf. Auch, dass die markanten Linien der Apparatur die Form der Kaffeebohne aufgreifen. Und dann natürlich das Fluidsystem, das die Kaffeespezialitäten in bernsteinfarbenem Amber und Milchspezialitäten in strahlendem Weiß erblicken lässt, und das sogar ohne Tassenverschiebung. Beinahe hätte ich den patentierten Zero-Energy- und den Rotary-Switch vergessen. <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Ja, das wollte ich wirklich endlich alles besitzen. Ich wünschte mir Genuss in Vollendung und dass meine Kaffeeträume wahr würden: Luxus, Eleganz und Souveränität in Reinkultur. <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Doch dann begegnete ich in einer Anzeige für eben jene von mir auserwählten Maschine Roger F., Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste, 15-facher Grand-Slam-Gewinner, erfolgreichster Tennis-Champion aller Zeiten. Nein, mit diesem Mann konnte und wollte ich mich nicht messen. Und schon sah ich meine avisierte vierstellige Investition in einer völlig anders inszenierten Beleuchtung. Wollte ich mich mit diesem Mann auf eine Stufe stellen und wirklich, wie er, für alle Zeiten meinen Kaffeegenuss aus dem typgleichen Gerät beziehen? <img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="p" /> Nein, da bin ich dann doch einfach zu individuell. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1030/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lesen führt in die Irre und andere Wahrheiten</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1011</link>
		<comments>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1011#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 05:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=1011</guid>
		<description><![CDATA[Das Lesen ist von Natur aus nicht vorgesehen. Wir Menschen haben es als Kulturtechnik erfunden, indem wir irgendwann die Sprachlaute in Begriffe verbildlichten und damit zu einer visuellen Repräsentation der Sprache kamen. Und da Alphabetschriften und Piktogrammschriften unterschiedliche Hirnareale ansprechen, stellt sich die Frage: Können Wörter in die Irre führen?

Titel: Collage unter Verwendung von Seiten aus der Bibel &#124; &#169; Universitätsbibliothek Heidelberg: HeidICON]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Das Lesen ist von Natur aus nicht vorgesehen. Wir Menschen haben es als Kulturtechnik erfunden, indem wir irgendwann die Sprachlaute in Begriffe verbildlichten und damit zu einer visuellen Repräsentation der Sprache kamen. Und da Alphabetschriften und Piktogrammschriften unterschiedliche Hirnareale ansprechen, stellt sich die Frage: Können Wörter in die Irre führen?</p>
<div class="image250right"><img src="../../../magazin/img/2009/23,diskussion.jpg" alt="Buch der Beispiele"><span class="legende"> Ausschnitt aus <em>Buch der Beispiele: Anastres Taßri und Berosias</em> von Antonius von Pforr, um 1475/1482 | &copy; <a href="http://HeidICON.uni-hd.de" alt="collage">Universitätsbibliothek Heidelberg: HeidICON</a></span></div>
<p><span class="firstletter">W</span>ir wissen nicht, wie schwer Mose an den Zehn Geboten trug, als er vom Berg Sinai hinabstieg. Hatte er einen Rucksack dabei? Oder trug er die Tafeln aus Stein unterm Arm? Wir wissen auch nicht, wie schwer die Tragetaschen der Bibliophilister wogen, die sich ihren Weg durch die 61. Frankfurter Buchmesse bahnten. Was wir in Erfahrung bringen konnten, ist dies: Die geschätzte Anzahl der neuen Bücher auf dieser Buchmesse lag bei einhunderttausend. Und die im September 2009 zehn meistgelesenen Romane der Deutschen brachten es zusammen auf 4281 Seiten Umfang und 5743 Gramm Gewicht.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Wir könnten mit diesen Zahlen ein kleines Rechenspiel versuchen: Wollten wir nur jeweils ein Exemplar aller Neuerscheinungen besitzen, benötigten wir eine Flotte von zwanzig Lieferwagen, um die Bücher wegzuschaffen und gut zwei Kilometer Regallänge, um sie zuhause unterzubringen. Über die Kosten des Erwerbs oder die Zeit, die wir zum Lesen bräuchten, wollen wir erst gar nicht nachdenken.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Und während wir noch der Unmöglichkeit nachhängen, einen Bruchteil des Bücherbergs für uns auszuwählen, hören wir eine Stimme sagen: &raquo;Wörter führen in die Irre. Lesen ist für unser Gehirn eine der unnatürlichsten Tätigkeiten überhaupt.&laquo; Der das sagt, ist der Psychologe und Hirnforscher Ernst Pöppel. In einem spannenden Aufsatz, erschienen in der Zeitschrift <em>Aus Politik und Zeitgeschichte</em>, behandelt Pöppel die Frage <em>Was geschieht beim Lesen?</em> Seine These lautet: Das Lesen ist von Natur aus nicht vorgesehen. Wir Menschen haben es als </em>Kulturtechnik</em> erfunden, indem wir irgendwann die Sprachlaute in Begriffe verbildlichten und damit zu einer visuellen Repräsentation der Sprache kamen.	</p>
<p><span class="firstletter">D</span>urch das Lesen lösen wir uns von der unmittelbaren gesprochenen Kommunikation. Wir fassen das Gesprochene in Wörter und dokumentieren es. Dieser Text entwickelt dann in einem Archiv, ganz gleich, ob alphabetisiert in einem Buch oder digitalisiert in einer Datenbank, ein Eigenleben. Die wesentlichen Merkmale der unmittelbaren Kommunikation &mdash; das Erzählerische, das Fühlen und Mitfühlen, das Schildern der Erfahrung, die spontane Aktion des Redenden und Reaktion des Zuhörenden &mdash;, all das geht in einem archivierten und konservierten Text verloren. Vergessen wir nicht, dass auch durch die Melodie einer Sprache Gefühle zum Ausdruck kommen. Ein Text berücksichtigt diese Wirkungen nicht; es bleibt den Dichtern und Schriftstellern überlassen, das Gefühl für uns Leser mittels Wörtern zu simulieren. Hier schon sei die Frage gestellt: Inwieweit entspricht die Simulation der Wirklichkeit?</p>
<blockquote><p>&raquo;Eine wesentliche Konsequenz der Erfindung des Lesens ist somit nach meiner Einschätzung, dass wir in unserem Kulturkreis die Vorstellung entwickelt haben, als gebe es nur das explizite Wissen, das sich in Worten festhalten lässt, das in Büchern und Enzyklopädien und jetzt auch im Internet dokumentiert ist. [...]<br />
Neben dem expliziten Wortwissen gibt es das bildliche Wissen, das in den Piktogrammschriften stärker repräsentiert ist, und es gibt vor allem das implizite, intuitive und emotional aufgeladene Handlungswissen.&laquo;[1]</p></blockquote>
<p><img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Pöppel spricht vom &raquo;sinnentnehmenden&laquo; Lesen, wenn wir einen wissenschaftlichen Text verarbeiten. Und vom &raquo;bildgenerierenden&laquo; oder &raquo;geschichtengenerierenden&laquo; Lesen, wie wir es in Romanen oder in einem Gedicht anwenden. Während es bei Ersterem darum geht, Wissen zu erzeugen, entfalten wir beim bildgenerierenden Lesen eine (Bild)Geschichte, die wir in uns selbst generieren. Wir identifizieren uns mit der Handlung, und die Bildsequenz der Handlung ist unsere eigene. </p>
<div class="box">
<h3>Machen Sie den Geschichten-Test</h3>
<p>1. Erfinden Sie eine Geschichte aus dem, was Sie in der Bildersequenz sehen.<br />
2. Bitten Sie andere Personen, das Gleiche zu tun.<br />
3. Vergleichen Sie die Geschichten. Worin unterscheiden sie sich? Wie enden sie?</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/23,story.jpg" alt="Comic">
</div>
<p><img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Wissenschaftler fanden heraus, dass beim Lesen von Alphabetschriften, wie unsere lateinische Schrift, und Piktogrammschriften, wie früher die Hieroglyphen oder heute das Kanji im Japanischen, unterschiedliche Hirnareale angesprochen werden. Der Verzicht auf die Gleichberechtigung der erwähnten Wissensformen &mdash; des bildlichen, des impliziten Wissens und des Handlungswissens &mdash;, kann zu unterschiedlichen Assoziationsfeldern und möglicherweise auch zu Missverständnissen in der interkulturellen Kommunikation führen. Das bringt uns zur Frage: Wenn zwei Wissenschaftler &mdash; der eine in einer alphabetisierten, der andere in einer piktografierten Schrift &mdash; denselben Text eines Fachartikels lesen, gelangen dann beide zum gleichen Schluss, zum gleichen Verständnis? Können Wörter in die Irre führen?<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Und noch eine Sache beschäftigt uns. Angenommen, wir würden uns dazu entschließen, unsere schriftliche Ausdrucksform visuell anzureichern, also mehr mit Bildinformationen zu arbeiten &mdash; wie würden wir dann eine so ausdrucksstarke Wörterkombination wie Bernhard Schlinks &raquo;Fischgrätenknickerbockeranzug&laquo; darstellen? </p>
<p><span class="firstletter">J</span>etzt sitzen wir schon minutenlang lesend vor diesem Artikel &mdash; die durchschnittliche Lesedauer eines DIALOGUS Artikels liegt bei 2:03 Minuten, wobei viele Artikel auch Lesezeiten zwischen 6:27 und 15:34 Minuten erreichen &mdash;, wir verharren still und angestrengt nach vorne geneigt, wir dürfen uns ja nicht wegbewegen, weil wir sonst die Wörter nicht mehr erkennen; wir drehen das Mausrad oder fahren stufenweise mit dem Abwärtspfeil die Seite entlang; wir konzentrieren uns auf die wenigen Fixpunkte, die uns die Zeilenbreite für das Auge liefert, und während wir noch darüber nachdenken, ob das Lesen tatsächlich in die Irre führen kann und unsere Atmung immer flacher wird, verspüren wir bald ein muskuläres Ziehen und Reißen im Genick und in den Schultern. Oh, diese Kulturtechnik des Lesens am Monitor! Lesen ist definitiv ungesund. Was bleibt uns da zu tun? Lesen wir nicht mehr, sondern reden wir einmal wieder darüber. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
<p class="quote">Quellen:<br />
[1] Pöppel, Ernst: <a href="http://www1.bpb.de/publikationen/RPMD5V,0,0,Was_geschieht_beim_Lesen.html#art0" class="linkex">Was geschieht beim Lesen?</a> in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 42-43/2009), Zukunft des Buches, Bundeszentrale für politische Bildung</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.dialogus.de/magazin/kultur/1011/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

