Rubrik 'Impulse'


Über das Wirken einer Idee

Vor einigen Tagen nahm ich mir wieder einmal das kleine Büchlein Das Buch vom Tee von Kakuzo Okakura (1906) aus dem Regal. Ich fand darin die folgende Stelle, die mein Lesen innehalten ließ:

»Die Lebensfähigkeit einer Idee liegt nicht weniger in ihrer Kraft, zeitgenössische Gedanken zu durchbrechen, als in ihrer Fähigkeit, spätere Bewegungen zu beherrschen.«

Spontan fielen mir die Dodekaphonie oder Zwölftonmusik von Arnold Schönberg und der Kubismus der Maler Pablo Picasso und Georges Braque ein.

Natürlich können wir in den Prozessen der Innovation nicht auf Wirkungen setzen, die sich erst später oder zu einem unbekannten Zeitpunkt entwickeln. Die Prozesse der Innovation, die heute wie am Schnürchen ablaufen sollen, verlangen nach ad hoc-Wirkungen. Schnellstmöglich sollen sicht- und greifbare Entwicklungen vorliegen.

Ich meine dennoch, dass Ideen nicht nur aus dem Blickwinkel des unmittelbaren Erfolgs gedacht (und veröffenlicht) werden sollten. Sie sollten auch in die Welt entlassen werden, um »spätere Bewegungen zu beherrschen«, ganz gleich, wieviel Zeit nach ihrem Aussetzen verstreicht.

Eine Idee, die in der Welt ist, lebt — manchmal, bis zur ihrer Erweckung, lange Zeit auch im Verborgenen. fini

5. Oktober 2011 | | Kommentare deaktiviert | , ,

Dialog über Wege und Umwege

Joachim Zischke
»Wenn man einen falschen Weg einschlägt, verirrt man sich um so mehr, je schneller man geht.« Diderot
Verirren Sie sich daher langsam …
17:48

Paul G. Huppertz
»Wenn man im falschen Zug sitzt, nützt es auch nichts, wenn man im Gang gegen die Fahrtrichtung läuft.« Dietrich Bonhoeffer
17:50

Joachim Zischke
Ich gehe lieber auf einem falschen Weg. Da sieht man mehr von seiner eigenen Verirrung.
23:03

Paul G. Huppertz
Für den, der das Ziel nicht kennt, ist jeder Weg der falsche Weg. Dann kann er zumindest keine falsche Wahl treffen.
06:38

Joachim Zischke
D’accord. Was aber, wenn ich das Ziel kenne, dennoch den falschen Weg erwische? Vielleicht ein Umweg? — Gibt es eigentlich auch falsche Umwege?
08:50

Paul G. Huppertz
Im Gegentum der Gegentümer: Umwege sind die schönsten Wege, also niemals falsch. Meist führen sie zu serendipidalen Erlebnissen & Ergebnissen. Donc: Vive le détour!
08:53

Joachim Zischke
Da bin ich aber beruhigt. Danke, Paul, für diesen erhellenden Frühgedanken. Ich kann mich jetzt wieder hinter mein Jalousien zurückziehen.
09:13

Paul G. Huppertz
Die spannendsten Wege sind die Wege der Forscher & Erkunder – abwegs der Hauptstraßen, noch unbekannt, noch nie beschritten und ungewiss bis zum letzten Schritt. Viele Grüße aus Douglasien nach Jalousien. ;-)
09:19
fini

18. August 2011 | | Kommentare deaktiviert | ,

Der Netzwerk-Automatenprinzip

Ich war noch ein Jungspund, als ich beim Personalchef um eine Gehaltserhöhung nachfragte. »Junger Mann«, sagte der Personaler, »wir arbeiten hier nach dem Automatenprinzip: Erst oben etwas reinstecken, dann kommt unten etwas raus.« Nun, das war nicht die Antwort, die ich hören wollte, zumal ich überzeugt war, oben schon genug reingesteckt zu haben. Aber das ist nicht unser Thema.

Artikel lesen …

5. August 2011 | | Kommentare deaktiviert | ,

Wie Sie das Gehen für Ihre Kreativität nutzen

Für manche Menschen bedeutet Kreativität das Gestalterische, das sich in der Kunst ausdrückt. Andere verbinden mit dem Begriff eine ungebundene, ungezwungene, spontane Lebensweise. Und für wieder andere ist Kreativität der Schlüssel zu Fortschritt, neuen Ideen und Entwicklungen. Vielleicht ist Kreativität auch nur der Ausdruck unseres Zeitgeistes und wird von der Wirtschaft und Gesellschaft überbetont.

Artikel lesen …

4. Juni 2011 | | Kommentare deaktiviert | , , ,

Auf dem Laufband zu neuen Ideen

Wir sitzen zuviel. Seit Einführung des Computers in die Arbeitswelt nimmt die Bewegungsarmut der Schreibtischtätigen immer mehr zu. Work ‘n Walk, die Erfindung eines Büromöbelherstellers soll nun für Abhilfe sorgen.

Artikel lesen …

Netzwerkliches Gehen

Ein sommerlicher Frühlingsmorgen. Von der A61 sind es ein paar Kilometer nach Flonheim, Ort des Steins und Weins. Wir treffen uns am Marktplatz, schultern die Rucksäcke und gehen los. Zuerst auf dem Historischen Rundgang, dann hinauf in die Weinberge. Hoch oben begleitet uns ein Sperber. [...]

Artikel lesen …

Deutschland denkt: Zwischen zehn und elf Uhr darf keiner gestört werden

Der Hirnforscher und Psychologe Ernst Pöppel machte einst in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung den folgenden Vorschlag: »Jeder kann sich jeden Tag zwischen zehn und elf Uhr konzentrieren; keiner darf gestört werden. Ein Land ist still und denkt.«

Überlegen Sie einmal kurz, welche Denkmasse ein solches Vorgehen zutage fördern würde. Der aktuelle Aufschwung wäre ein Tropfen im Vergleich zu dem Meer an neuen Ideen und Innovation, das durch nur eine Stunde konzentrierten Nachdenkens entstünde.

Nehmen wir einmal an, die deutschen Unternehmen könnten sich zu einer solchen Aktion durchringen – auch wenn es nur für ein halbes Jahr wäre. Hätten wir dafür überhaupt die Räume und Voraussetzungen in unseren Büros, Arbeitsräumen und Werkstätten, die für ein “freies Denken” erforderlich sind?

Vielleicht brauchen wir Raumvariable, wie

• Clubräume für entspannte kollegiale Konferenzen und Meetings
• Plug-and-Play-Zones, in denen gebastelt, gewerkelt und ausprobiert werden darf
• Teamzonen für Projektarbeit
• Denkräume für konzentriertes Arbeiten, Ruhe, ungestörtes Denken …

Wie würden Sie sich einen solchen kreativen Raum vorstellen? Wie müsste er aussehen? Was wäre für Sie wünschenswert, damit Sie sich dort zum Arbeiten wohlfühlten?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir unter Ihre Meinung hinterlassen. Auf Wunsch sende ich Ihnen gerne eine Zusammenfassung des Umfrage-Ergebnisses zu.

Denkstille Grüße fini

7. Januar 2011 | | Kommentare deaktiviert | , , ,

6: Über Innovation, kreatives Denken und Musze

»Mut zur Veränderung, für mehr kreatives Denken und Innovation«, so könnte eine neue Zielsetzung für Unternehmen lauten. Denn wir wissen nun: Neue Ideen entstehen in Freiräumen für kreatives Denken und der Zeit. Zeit für ein abschliessendes Pflichtenheft.

Artikel lesen …

20. Dezember 2010 | | Kommentare deaktiviert | , ,

Artikel Artikel