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	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Eine andere Sicht.</description>
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		<title>Ersetzt das Social Networking den Business Club?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 11:33:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Business Club]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Networking]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe es bis heute nicht vergessen: Das Maklerhaus in Hamburg schickte mich zu Vertragsverhandlungen nach London. Im <em>Baltic Exchange</em> traf ich meinen Geschäftspartner zum Lunch. Danach gingen wir ein paar Strassen durch das belebte Bankenviertel zu seinem Club: Warme Wandfarben, dunkle Vorhänge, viel Mahagoni-Interieur. Servants mit ernsten Mienen und weißen Handschuhen servierten Gin Tonic oder Tee. Die Atmosphäre: gedämpftes Gemurmel, Diskretion, Gelassenheit, Ruhe und Vertrauen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="image250right"><img src="../../../magazin/img/2011/reformclub.jpg" alt="Reform Club"><span class="legende">Beispiel eines <em>Gentlemen&#8217;s Club</em>, der <em>Reform  Club</em>, gegründet im frühen 19. Jahrhundert.</span></div>
<p> <span class="firstletter">I</span>ch habe es bis heute nicht vergessen: Das Maklerhaus in Hamburg schickte mich zu Vertragsverhandlungen nach London. Im <em>Baltic Exchange</em> traf ich meinen Geschäftspartner zum Lunch. Danach gingen wir ein paar Strassen durch das belebte Bankenviertel zu seinem Club: Warme Wandfarben, dunkle Vorhänge, viel Mahagoni-Interieur. Servants mit ernsten Mienen und weißen Handschuhen servierten Gin Tonic oder Tee. Die Atmosphäre: gedämpftes Gemurmel, Diskretion, Gelassenheit, Ruhe und Vertrauen. </p>
<p>Das ist nun mehr als dreißig Jahre her. Sind Business Clubs heute, im Zeitalter des Internets, der Chats und Instant Messages, noch zeitgemäss? Ist das Business Networking auf virtuellen <em>Social Media</em>-Plattformen nicht günstiger, weniger zeitintensiv und dennoch nützlich? </p>
<h3>Networking en masse</h3>
<p>Erfolgreiche Geschäftsbeziehungen sind noch immer das Ergebnis persönlicher Kommunikation. Und zu dieser Kommunikation gehört nun einmal die persönliche Begegnung, das Kennenlernen von Angesicht zu Angesicht. Wo ließe sich das besser erleben, wenn nicht in der privaten, ungestörten und neutralen Umgebung eines Business Clubs?</p>
<p>Die in den letzten Jahren entstandenen Online-Plattformen, wie LinkedIn, XING oder networx &mdash; um nur einige zu nennen &mdash; konzentrieren die Idee des Business Networking auf das Verknüpfen und Verknoten von Kontakten auf virtueller Ebene. Meist existieren keinerlei spezifische Anforderungen für eine Mitgliedschaft. Eine Anonymität ist mittels Pseudo-Profil leicht machbar. Zudem erlauben kostenfreie Mitgliedschaften, dass auch Hinz und Kunz dabei sein können. Die Folge: Masse und eine entsprechende Qualität dieser Masse.</p>
<p>Michael Hartmann, Professor für Soziologie an der Technischen Universität in Darmstadt, sagte dazu in einem Interview mit dem <em>manager-magazin</em>: &raquo;Auf Grund des fehlenden persönlichen Kontaktes ist die ganze Sache sehr unverbindlich, und den Plattformen mangelt es an Vertrauen. Es handelt sich bei diesen Online-Businessclubs lediglich um Informationsnetzwerke, die den Nutzern schnell Tipps zu allen möglichen Dingen geben können.&laquo;</p>
<p>Der Impuls für das &raquo;Kennenlernen&laquo; von möglichen Geschäftspartnern findet zunächst über den Austausch von (Pseudo-)Wissen in Gruppen und Foren statt. Doch konkrete Wissenserfahrung oder konkrete Geschäftsanbahnungen sind auf diesem unverbindlichen Weg nur sehr selten möglich. </p>
<h3>Diskretion und Selektion</h3>
<p>Mir erscheinen da die Regularien der <em>Traditional Gentlemen’s Clubs</em> als sehr sinnvoll und nützlich. Ich meine jetzt nicht die manchmal kurious anmutenden Bedingungen, wie die des <em>Travellers Club</em>, dass sich Mitglieder mindestens einmal im Ausland befunden und dabei 500 Meilen Luftlinie von London entfernt haben müssen &mdash; da steckt viel britischer Witz und skurriler Humor drin.<br />
Als äusserst nützlich empfinde ich beispielsweise die Regel, nach der keine Aktenkoffer und Taschen in den Club gebracht werden dürfen. Eine solche Regel fördert das direkte Gespräch, das Kennenlernen und die persönliche, menschliche Beziehung. </p>
<p>Auch meine ich Bedingungen, dass die Aufnahme eines neuen Mitglieds grundsätzlich der Fürsprache mindestens eines dem Club bereits angehörenden Mitglieds bedarf. Oder dass der Aspirant die Kompetenz eines noch nicht im Club vertretenen Sachgebiets vorweisen muss. Oder dass der Antragssteller sich in einer Art modifiziertem <em>Assessment Center</em> zur Prüfung stellt. </p>
<p>Nur so können sich die Clubmitglieder des ernsthaften Interesses vergewissern und unerwünschte Personenkreise, wie etwa hardselling Multilevel Profis, ausserhalb der Clubräume halten. </p>
<p>Ich denke, Business Clubs bieten entscheidende Vorteile gegenüber Social Networks. Einen Nachteil haben Business Clubs allerdings: ihre Mitgliedschaft ist wesentlich teurer. Dafür ist der Einsatz sicherlich wirkungsvoller angelegt. Und das ist am Ende dann doch wieder günstiger. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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		<title>Sehr geehrter Steuerbürger!</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/2416</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 13:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, nein, diese Anrede stammt nicht von mir. Diese Anrede müsste  von Ihrem persönlichen Finanzamt stammen. Ach, Sie haben gar kein persönliches Verhältnis zu Ihrem Finanzamt? Das kann ich verstehen. Mir zeigt diese Anrede, welch wahres Bild der Staat von uns, seinen Bürgern hat. Deshalb habe mich schon öfter gefragt: Was halten die Politiker eigentlich von den Bürgern? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2011/pace.jpg" alt="Frieden" class="right"> <span class="firstletter">N</span>ein, nein, diese Anrede stammt nicht von mir. Diese Anrede müsste von Ihrem persönlichen Finanzamt stammen. Ach, Sie haben gar kein persönliches Verhältnis zu Ihrem Finanzamt? Das kann ich verstehen. Mir zeigt diese Anrede, welch wahres Bild der Staat von uns, seinen Bürgern hat. Deshalb habe mich schon öfter gefragt: Was halten die Politiker eigentlich von den Bürgern? </p>
<p>Nun analysierte die Universität Koblenz in Kooperation mit dem Verband der Redenschreiber deutscher Sprache zehn Reden von Politikern aus den Jahren 2010 und 2011. Mit dabei waren der Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Joachim Gauck, der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel, der Bundesminister des Auswärtigen Amts Guido Westerwelle, der Bundesminister der Finanzen Wolfgang Schäuble sowie der damalige Bundesminister des Inneren Thomas de Maizière. </p>
<p>Die Analyse zeigt, &raquo;dass der Bürger in den Augen der Politiker einerseits ein widerspenstiges Kind ist, das, noch unmündig, der Anleitung bedarf und andererseits ein Versorgungsempfänger wie auch Leistungserbringer.&laquo; Diese Vorstellung von Bürgern als unmündigen Menschen kommt beispielsweise dadurch zum Ausdruck, dass Politiker die Menschen immer &raquo;mitnehmen&laquo; oder &raquo;abholen&laquo; wollen. </p>
<p>Politikern sehen im Bürger nicht die Lösung eines Problems, vielmehr sie sehen ihn als Teil ihrer eigenen Probleme. Der Bürger erscheint eben nicht als &raquo;Bürger&laquo;, sondern als von der Bürokratie atomisiertes Anspruchs-, Forderungs- und Förderungs-Subjekt: als da wären: Steuerzahler, Ältere, Alleinerziehende, Erwerbstätige, Erwerbslose, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte et cetera. </p>
<p>Die Studie deckt auch auf, dass den Bürgern kaum Handlungsfähigkeit zugesprochen wird. Die wenigen Handlungen, die dem Bürger zugebilligt werden, sind: &raquo;wählen&laquo;, &raquo;entscheiden&laquo;, &raquo;sich in Beziehung zu anderen setzen&laquo;, &raquo;sich mit ihrem Staat identifizieren&laquo;, &raquo;Verantwortung übernehmen&laquo;, &raquo;mitwirken am Ganzen&laquo; und &raquo;Widerstand leisten&laquo;. </p>
<p>Das Fazit der Analyse lautet schließlich: Die Politiker sehen den Bürger
<ul>
<li> als ein Fragezeichen, d. h. ein schwer fassbares und womöglich sich aus der Geschichte verabschiedendes Subjekt, </li>
<li> als widerspenstiges Kind, das belehrt und über seine eigenen Interessen aufgeklärt werden muss,</li>
<li>als Empfänger staatlicher materieller und immaterieller Gaben sowie als Beitragszahler für das Gemeinwohl, </li>
<li>als Mensch, der Freiheit fürchtet aber Freiheit braucht, um sich und die Gemeinschaft zu entwickeln.</li>
</ul>
<p>Nun, lieber <strike>Steuerbürger</strike> Leser, wie fühlen Sie sich jetzt?  Gut aufgehoben &mdash; aus der Sicht unserer Politiker? <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://idwf.de/-Bt9BAA" class="linkex">Informationsdienst der Wirschaft, 10.11.2011</a></p>
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		<item>
		<title>Vorsicht! Ideeflation!</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/1727</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 06:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ideenfinden]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[1. April 2011, Deidesheim - Deutschland, Land der Ideen (&#169; Deutschland - Land der Ideen e.V.). Diese Idee war zu gut. Nun schießen allerorten Ideen wie Pilze nach einem Regen aus dem Boden und niemand weiß, wohin damit. Die 365 Orte der Ideen, die jedes Jahr ausgewählt werden, sind nicht ausreichend für die produzierte Menge an Ideen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Dieser Text enthält Satire. Ernst denkenden Menschen wird vom Lesen abgeraten. Falls im Zweifel, fragen Sie Ihren Coach oder Therapeuten.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2011/grauetonne.gif" alt="tonne" class="right"> 1. April 2011, Deidesheim &#8211; Deutschland, Land der Ideen (&copy; Deutschland &#8211; Land der Ideen e.V.). Diese Idee war zu gut. Nun schießen allerorten Ideen wie Pilze nach einem Regen aus dem Boden und niemand weiß, wohin damit. Die 365 Orte der Ideen, die jedes Jahr ausgewählt werden, sind nicht ausreichend für die produzierte Menge an Ideen.</p>
<p>Ökonomen der Deutschland AG sehen schon die ersten Anzeichen einer überhitzen Ideenkonjunktur, die auf den ausgelösten Ideelismuss folgt. Die Forscher gehen davon aus, falls der Ideelismuss weiterhin propagiert wird, entstehen in der Bundesrepublik mehr Ideen, als das Land je wird wirtschaftlich verkraften können. </p>
<p>Aber auch die Kehrseite ist beachtlich: Um nur jeden Tag eine einzige Idee zu entwickeln, erfordert nicht einfach 365 Ideen im Jahr, sondern ein Vielfaches einer Jahresproduktion an Ideen, da wird das Tausendfache nicht ausreichen. Bekanntlich kommt aus dem Ideentrichter, in den 100 Ideen geschüttet werden, nur eine einzige halbwegs brauchbare Idee heraus. Und ob diese eine Idee, wenn sie denn verwirklichungsfähig ist, wirklich umgesetzt wird, steht ohnehin meist in den Sternen. </p>
<p>Joachim Zischke, Berater für InnovationsDesign und freiberuflicher Ideenentwickler, sagt dazu: &raquo;Deutschland wird bald in eine Ideeflation stürzen. Das kreative Prekariat wird zum Normalfall. Ideen werden wertlos. Wieder einmal sorgte die Politik nicht rechtzeitig für die notwendigen Rahmenbedingungen. Hier fehlte es eindeutig an den richtigen Ideen.&laquo; Die Bundesregierung versäumte es, rechtzeitig ein Ideenministerium auf die Beine zu stellen, das Umsetzungsbedingungen für Ideen schafft und sie kanalisiert, kritisiert Zischke. In einem <em>IM</em> könnten die Bürger per eMail oder Webeingabe ihre Ideen einreichen, die von den verbliebenen Gremien aus <em>Du Bist Deutschland</em> bewertet und dann einer sinnvollen Verwertung zugeführt würden. </p>
<p>Zischke weiter: &raquo;Zu überlegen ist ferner die Einführung eines Siegels für Ideen. Meine Idee: der Graue Punkt. Damit wäre auch die Entsorgung überflüssiger und nicht umsetzbarer Ideen in einer Grauen Tonne gewährleistet.&laquo; Das Entsorgen oder Recyceln von Ideen könnte das neu zu gründende Triale System übernehmen. </p>
<p>Wer ungenutzte oder überflüssige Ideen heute schon loswerden will, kann seine Ideen bequem und kostenlos in Joachim Zischkes &rarr; <a href="http://www.dmps.de/ideas/grauetonne.html"> Graue Tonne</a> werfen. Die Ideenentsorger nehmen dann automatisch an der Verlosung des neuen Buches von Joachim Zischke, <em>Spazieren fünf Kühe auf einer Landstraße &#8230;</em>, teil. </p>
<p>Es bleibt weiterhin spannend in Deutschland. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		</item>
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		<title>Paul meint: Wir brauchen ein Wahl-Quartett</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/1650</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 10:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich traf Paul am Ausgang der U-Bahn-Station <em>Cäcilienstrasse</em>. Er stand in Gedanken versunken vor einer Reihe von Wahlplakaten. Mit Daumen und Zeigefingern seiner beiden Hände formte er ein Rechteck, das er abwechselnd im Hoch- und Querformat in Augenhöhe vor sich hielt, um, wie durch eine imaginäre Kamera, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2011/joker.jpg" alt="joker" class="right"> <span class="firstletter">I</span>ch traf Paul am Ausgang der U-Bahn-Station <em>Cäcilienstrasse</em>. Er stand in Gedanken versunken vor einer Reihe von Wahlplakaten. Mit Daumen und Zeigefingern seiner beiden Hände formte er ein Rechteck, das er abwechselnd im Hoch- und Querformat in Augenhöhe vor sich hielt, um, wie durch eine imaginäre Kamera, ein Objekt zu fokussieren. Hallo Paul, sagte ich, während ich an seine Seite trat und ihm freundschaftlich auf die Schulter klopfte. Er drehte sich langsam um. Ach, du bist&#8217;s, sagte er und blickte wieder auf die Plakate. Suchst du dir einen Kandidaten aus, fragte ich Paul. Nein, überhaupt nicht, antwortete er. Ich entwickle gerade eine Idee, wie die Wahlbeteiligung verbessert und die Wahl spannender gestaltet werden könnte. Das ist ja interessant, sagte ich. Erzähl. Lass uns hier um die Ecke in eine Teestube gehen. Dann sage ich dir gern, um was es geht. </p>
<p>Paul hatte einen <em>Green Manjolai</em> bestellt, ich einen Sencha. Und dann dampften die Gläser vor uns und verbreiteten Wohlgeruch. Paul begann. Du erinnerst dich sicherlich noch an die Quartette, die wir früher gerne in den Schulpausen spielten. Rennautos, Flugzeuge, Schiffe &#8230; Ja, klar. Ich glaube, ich habe sogar noch einige davon in alten Kartons herumliegen, sagte ich. Wir müssen Wahlen spannender machen, fuhr Paul fort. Nicht so dröge und banal. Haptisch, spielerisch, mit Witz und Pepp. Und wie soll das gehen?, sagte ich in Pauls Redepause. Ganz einfach: Wir brauchen ein Wahl-Quartett, antwortete Paul. Moment mal, sagte ich. Du bekommst doch nicht immer vier gleichartige Kandidaten zusammen. Und außerdem haben wir ja aktuell mehr als vier Parteien. Das ist nicht das Problem, meinte Paul. Hör zu.</p>
<p>Der Name <em>Wahl-Quartett</em> ist nur ein Name. Jede Sache muss einen Namen haben, damit es die Leute be-greifen können. Buchstäblich. In meinem Quartett darf es nicht nur vier Parteien oder vier Kanditaten geben; das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass das Wahlvolk etwas zum Spielen und zum Angucken hat. Für sich alleine oder mit anderen. </p>
<p>Und wie sieht dein Quartett dann aus?, fragte ich ihn. Gemach, sagte Paul, nippte an seinem Teeglas und fächerte imaginäre Karten auf den Tisch. Dann sagte er: Jeder Wähler &#8211; und, um mich politisch korrekt zu benehmen, jede Wählerin &#8211; erhält vor der Wahl ein Kartenpäckchen. Grösse circa 6 x 9 cm. Die Anzahl der Karten ist abhängig von der Anzahl der im Wahlkreis zur Wahl stehenden Kanditaten. Wie du jetzt sicherlich richtig kombinieren wirst: eine Karte pro Kanditat. Und was soll auf den Karten zu sehen sein?, wollte ich ungeduldig wissen. Paul antwortete: Auf jeder Karte findest du zunächst den Vor- und Nachnamen der Figur. Auch den Wohnort . Dann das Alter, den erlernten und den derzeit ausgeübten Beruf. So können die Leute erkennen, welche fachliche Qualifikation der Kanditat mitbringt. Paul lächelte plötzlich verschmitzt. Jetzt wirds lustig: Auf der Karte steht auch, welche Automarke und Typ die Figur fährt und das aktuelle Jahresgehalt. </p>
<p>Ich unterbrach Paul: Geht das nicht etwas zu weit, ich meine, aus Datenschutzgründen und so weiter? Warum?, antwortete Paul mit einer Gegenfrage. Wir alle wollen doch Transparenz. Also, schaffen wir sie, ganz einfach und überzeugend. Stell dir folgendes vor: Die Leute halten die Karten in den Händen, blättern durch den Stapel, sortieren und vergleichen: 5er BMW mit 100tausend und Rechtsanwalt, VW Passat mit 60tausend und Lehrer, Twingo mit 40tausend und Mode-Verkäuferin &#8230; Da entstehen Bilder im Kopf des Wählers.</p>
<p>Aber Paul, das dürfte doch für die Bestimmung eines Kanditaten nicht ausreichend sein, oder? Moment, antwortete Paul, es geht ja noch weiter. Jeder Kanditat gibt auf der Karte noch zwei Statements ab: sein persönliches Credo und sein Wahlversprechen. Aus dem Credo lässt sich erkennen, wie der Mann oder die Frau tickt. Mit dem Wahlversprechen schließt der Kanditat quasi einen Vertrag mit dem Wähler: Wählst du mich, werde ich mich bemühen, mein Versprechen einzulösen. Das ist dann für den Wähler überprüfbar.</p>
<p>Schön und gut. Wir alle haben also unser Quartett zum Spielen und Auswählen, sagte ich. Doch was dann? Ich meine, wie soll die Wahl ablaufen? Wie willst du das machen? Die Leute müssen doch ihr Kreuz irgendwo machen. Eben nicht, antwortete Paul. Das Kreuz ist passé. Die Wähler wählen ihre Kanditaten aus, behalten diese Karten und geben den Rest des Kartenspiels am Wahltag zurück. Damit erreichen wir zweierlei: Zum einen behält der Wähler seinen gewählten Kanditaten dadurch buchstäblich im Auge. Er kann ihn sich ja hinter den Spiegel oder im Auto ans Armaturenbrett klemmen. Zum anderen gewinnt nicht der Kandiat mit den meisten, sondern mit den geringsten Stimmen. </p>
<p>Wie das?, fragte ich Paul. Das ist doch eindeutig, antwortete Paul etwas pikiert, weil ich seiner Auszähllogik wohl nicht folgen konnte. Pass auf: Die Anzahl der ausgegebenen Kartenpäckchen inklusive der Figuren steht ja fest. Die Anzahl der zurückgegebenen Figurenkarten lässt sich leicht über ein automatisiertes Zählgerät &#8211; Stichwort Barcode &#8211; ermitteln. Der Kanditat mit den geringsten Rückläufen muss dann logischerweise derjenige sein, der den Wählern zusagt, deswegen haben sie ihn ja behalten. Alles klar? Paul lachte fröhlich.</p>
<p>Nein, nicht alles klar, sagte ich. Da du so viel von Transparenz redetest: Wo bleibt das Konterfei deines Kanditaten? Die Leute wollen doch sehen, wie der Mann oder die Frau aussieht, oder etwa nicht? Natürlich auch mit Konterfei, seufzte Paul. Ich vergaß im Überschwang meiner Präsentation, es zu erwähnen. Natürlich auch mit Bild, und mit Duft. Wie bitte, mit Duft?, fragte ich  überrascht. Ja, mit Duft, antwortete Paul. Sieh, wir sollten nichts dem Zufall überlassen und alle modernen werblichen Kommunikationsformen nutzen. Das Abbild des Kanditaten wird mit einem typischen Charakterduft beduftet! </p>
<p>Ich lachte laut auf: Eine Superidee, Paul! Sollen die Leute tatsächlich an der Wahlkarte schnuppern? Ja, exakt, antwortete Paul etwas ernster. Wähler und Kanditat sollen sich in der Tat beschnuppern. Das ist der tiefere Zweck des Kartenspiels. Und wie stellst du dir die Düfte vor?, fragte ich. Nenne mir doch mal ein paar Beispiele. </p>
<p>Also, ich greife jetzt einfach die aktuellen Bundesminister heraus, damit du dir ein olfaktorisches Bild machen kannst. Frau von der Leyen würde ich mit einem herben Ledergeruch zieren, Schäuble bekommt den Duft eines rauchigen Schwarzwälder Schinkens, Westerwelle ein paar Spritzer <em>Aqua di Gio</em>, Schavan riecht nach Veilchen, de Maiziere nach Schwarzpulver, Brüderle nach Eisenspäne, &#8230; D&#8217;accord? </p>
<p>Lustig, Paul, wirklich lustig. Und du meinst, das könnte funktionieren? Pauls Antwort war wieder rhetorisch: Warum nicht? Aber ich habe dir noch zwei Karten verschwiegen, mein Lieber, sagte Paul. Zwei Karten, welche die Sache noch spannender machen. Ich höre, sagte ich. Paul schien nachzudenken. Den <em>Schwarzen Peter</em> und den <em>Weißen Ritter</em>, sagte er schließlich. Und was machen diese beiden Figuren?, fragte ich Paul.</p>
<p>Folgendes, sagte Paul. Der Wähler geht am Wahltag nicht zur Urne, sondern zu den Ablagekästen. Dort deponiert er die beiden Karten in den jeweiligen Erfolgs- und Misserfolgskästen der einzelnen Parteien. Der schwarze Peter landet im Kasten derjenigen Partei, der er die Schuld an der Wirtschaftskrise, an der schwachen Rentenerhöhung, an der Zeitarbeitausbeutung, usw. gibt. Der weiße Ritter, der Retter, bekommt diejenige Partei, der er zutraut, richtig und im Sinne des Volkes zu regieren. Wer die meisten weißen Ritter auf sich vereinigen kann, regiert. Einfach und transparent, findest du nicht? &mdash;</p>
<p>Paul stand auf, zahlte für unsere Tees, nahm mich am Arm und führte mich zum nächsten Wahlplakat. Nun, mein Lieber, Plakat oder Wahlquartett? Was hättest du gerne? <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>30 pessimistische Denknotizen für die kommenden zehn Jahre</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/1577</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 13:32:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[01 Das, was wir als Silberstreif glauben wahrzunehmen, ist in Wirklichkeit ein aus der ISS abgeworfener Pull-Tab einer leergetrunkenen Bierdose. Und so sieht auch die Welt aus: leer, ausgelaugt, weggeworfen. Willkommen in Müllbergen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2011/model.jpg" alt="Modell" class="right"> 01 Das, was wir als Silberstreif glauben wahrzunehmen, ist in Wirklichkeit ein aus der ISS abgeworfener Pull-Tab einer leergetrunkenen Bierdose. Und so sieht auch die Welt aus: leer, ausgelaugt, weggeworfen. Willkommen in Müllbergen.</p>
<p>02 Abwärts heißt die einzige Richtung der Fahrstühle. Auch wenn die Wirtschaft aufwärts will, die Fahrstühle fahren doch nur abwärts. Die tröstliche Nachricht: Alle Fahrstühle halten irgendwann an. </p>
<p>03 Die Zukunft ist nicht zünftig. Das neue Synomym für Lebensqualität heißt Prekariat. Freiberufler zu sein, bedeutet: Ich bin frei und ohne Beruf. Ehrenamt ist das Ideal der neuen Arbeit. Das unentgeltliche Arbeiten zugunsten Dritter, organisiert durch die Job-Center der bundeseigenen <em>Agentur für bürgerlichen Zeiteinsatz</em>, ist charakteristisch.</p>
<p>04 Die Zukunft ist ein technisches Gefühl. Ganz gleich, was wir tun, die Technologien überrennen uns. Wir wissen nicht mehr, warum wir etwas tun. Wir tun es, weil uns die Technologien vorschreiben, es zu tun. Es gibt keine Alternativen. An oder aus. 0 oder 1. Wer da nicht schaltet, wird abgeschaltet.</p>
<p>05 Ziehen Sie aufs Land oder in die Stadt, es bleibt sich gleich. Die extremen Wetterkapriolen reissen auf dem Land die Windräder und Strommasten um, während sie in den Städten die Keller volllaufen lassen. Notaus überall. Die Nächte sind schwarz, wie ehemals der italienische Espresso. </p>
<p>06 Erleben Sie die neue Gesellschaft im Duo-Class-Format! Die viel geh/t/ätschelte Mittelklasse ist verschwunden. Endgültig, sie kommt nicht wieder. Gewaltige Höhenunterschiede wie in der Eiger Nordwand zeigen sich: Entweder oben oder unten, und zwar ganz, nicht halb und nicht dazwischen. Seilschaften sind damit überflüssig.</p>
<p>07 Die Zukunft ist nicht futuristisch. Zu viele Dinge entwickeln sich zu schnell, unvorhersehbar schnell. Zu vieles scheint außer Kontrolle zu sein. Und dennoch: Wenn sich etwas nicht schnell genug entwickelt, entsteht das Gefühl, etwas laufe falsch. Die technologische Unruhe ist der neue Fortschritts-Fetischismus. </p>
<p>08 Die Regierungen regieren und wählen sich selbstreferenziell (siehe 06). Das Staatsvolk ist abgeschafft, da es in Wirtschaftskreisen nur als hartziger Kostenfaktor gilt. Ein opportunistischer Pragmatisums ersetzt die Legislative. Multinationale Anwaltskanzleien führen als Aktiengesellschaften vor Ort eine beruhigende Bürgerjudikative durch. Motto: The Winner takes it all. Die alten Richter sind die neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. </p>
<p>09 Ganz generell gesprochen: Erwarten Sie wenig. Nicht nichts, sondern einfach wenig.</p>
<p>10 Vitamin B wird sukzessive durch Vitamin C ersetzt. Connectivity ist alles. Wer nicht vernetzt ist, existiert nicht mehr. Dabei spielt es keine Rolle, wermit und womit, Hauptsache der Konnektee ist mit einem weltweiten agilen Konnektor konnektiert, der automatisch profilneurotisch alle Konnektierten miteinander konnektiert. </p>
<p>11 Wenn Sie ein alter Mensch sind, können Sie sich als musealer Star bewerben und es zu einem ansehnlichen Altersvermögen bringen. Bedingung: Vor- und nachweisbare, natürlich gewachsene Faltenwürfe im Gesicht. Das TV-Format <em>New old Faces</em> (Originalformat und Produzent stammen aus Holland) zeigt neue Altgebliebene jeden Freitag Abend in den <em>Mitternachtsspitzen</em>. </p>
<p>12 Tauschen Sie regelmässig Rezepte mit Ihrem Nachbarn aus! Kochen Sie miteinander, wenn es sein muss, auch gegeneinander. Denn nur dann können Sie noch eine transeuropäische Schüssel Salat von einem Lo bo hsien oder einer Silampanukan unterscheiden und das Essen richtig genießen. Werfen Sie Ihre Einkochgläser nicht weg. Pickles, Porkles und Jams kommen wieder in Mode.</p>
<p>13 Kaufen Sie sich ein Algorithmen-Wörterbuch. Greifen Sie lieber zu einem neunhundertundachtzig Seiten Werk, statt sich auf eine zweihundert Seiten starke Short story einzulassen. Mit dem erworbenen Wissen können Sie sich damit selbst als <em>data cloud</em> in Bits und Bytes auflösen. Betreiben Sie ein sicheres, stundenlanges und nicht nachvollziehbares Cloud-Computing. Ihrer persönlichen Virtualität steht damit nichts mehr im Wege. </p>
<p>14 Individualität war gestern. Sehen Sie sich einfach als <em>node</em>, als Knoten in einer irrationalen Community-Landschaft. Sie sind ein Bit, mehr nicht. Und das ist auch gut so.</p>
<p>15 Reisen zu prä-cyberiellen Städten sind en vogue. Amerikanische und japanische Touristen fallen nahe Salzgitter in den Schacht Konrad ein. Auf Sohle 1100 m besichtigen sie gut abgelagerte Castoren und leicht rostgerötete Atomfässer aus dem frühen 20. Jahrhundert. In einer Spezialkammer können die Schachtis die Erderwärmung in unmittelbarer Nähe live erleben. </p>
<p>16 Der Staat Israel ist 34. Mitglied der Europäischen Union. </p>
<p>17 Das Zeitgefühl verändert sich nachhaltig. Aufgrund der virtuellen Zeitrechnung schrumpfen Jahre zu Stunden. Aufwändig durchgeführte Zeitwechsel, wie die Sommerzeit, sind nicht mehr erforderlich. Durch das etablierte Jetztzeit-Prinzip verdichtet sich der anthropologische Rhythmus. </p>
<p>18 Neues aus der Medizin: Eine kurzfristige Übertaktung der Frequenz von Herzschrittmachern führt nicht zum Tode des Geschrittenen, sondern zu mehr Lebensfreude. </p>
<p>19 Die Neurologie erklärt die Identität eines Menschen als die Folge von strukturellen und chemischen Funktionen des Gehirns. Der Neurophysiologe sagt mir, warum ich so bin und nicht anders. Das macht das Leben für mich und andere einfacher.</p>
<p>20 Alleine zu sein, ist einfacher geworden. Nicht alleine zu sein, auch.</p>
<p>21 Über die Kürze oder Länge eines Lebens entscheidet nicht unser Alter, sondern allein unsere individuelle Wahrnehmung. Die Anzahl unserer Aktivitäten überlagern sich derart, dass nur durch spontan entstehende Lücken oder, falls möglich, bewusste Unterbrechungen, das wahre Leben zutage tritt. Das gefühlte Leben weicht deutlich von der virtuellen Lebenszeit ab (siehe 17).</p>
<p>22 Das Leben des Einzelnen muss dank der reichlichen Gaben von Vitamin C (siehe 10) kein singuläres Ereignis mehr sein. Der Einzelne bewegt sich nicht mehr selbsttätig, er wird bewegt &#8211; durch die <em>Crowd</em>, welche weiß, was gut für ein <em>Node </em>ist.</p>
<p>23 Bücher heißen jetzt <em>Pictures</em>, wie früher einmal die Filme. Filme sind jetzt <em>Visualitiies</em>. </p>
<p>24 &raquo;Erinnern Sie sich auch noch an die 90er?&laquo; Mit dieser Frage begrüßen sich die übrig gebliebenen 68er.</p>
<p>25 Die Grammatik wird im Zuge weiterer Vereinfachungen und Anpassungen an die computergestützte Translationsbemühungen innerhalb der Europäischen Union, vereinfacht. Beispiele: ein Baum, drei Baums; ein Volk von Hampelmännern, die Hampels.</p>
<p>26 Eine Zen-Übung ersetzt das morgendliche Frühstück.</p>
<p>27 Schönheit ist die Synthese aus perfekter Chirurgenkunst und gekonnnter Kameraeinstellung.</p>
<p>28 Ein Historiker erhält den Literaturnobelpreis, weil er das Satzteil aus Friedrich Dürrenmatts Roman <em>Justiz</em> entdeckte und im neuen Kontekt zitierte: &raquo;[...] da von der Politik nichts mehr zu erwarten ist, keine Wunder, kein neues Leben, nur nach und nach vielleicht noch etwas bessere Strassen [...]&laquo;, <em>und selbst Letzteres gilt nicht als gesichert</em>, soll der Preisträger angefügt haben. </p>
<p>29 Spiegel-Online: Sieht Ihr Traum wie Google-Street-View aus? Dr. KTzG antwortet.</p>
<p>30 Die Wahrheit ist: Es ist alles unsere Schuld. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>Wandel bedeutet Verändern</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/1032</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 04:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Antworten]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#187;Nichts ist so beständig wie der Wandel.&#171; Wir kennen das Zitat des Heraklit von Ephesus nur zu gut: aus eigener Erfahrung, aus unserem täglichen Leben in Beruf und Wirtschaft und dem sozialen Umfeld. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2009/24,winterriver.jpg" alt="winter" > </p>
<p><span class="firstletter">N</span>ichts ist so beständig wie der Wandel.&laquo; Wir kennen das Zitat des Heraklit von Ephesus nur zu gut: aus eigener Erfahrung, aus unserem täglichen Leben in Beruf und Wirtschaft und dem sozialen Umfeld. </p>
<p>Wandel bedeutet Verändern. Daran ist per se nichts Negatives auszumachen. Ein Wandel ist für uns verständlich, wenn er natürlichen und nachvollziehbaren Regeln folgt. Wir würden uns sicherlich sehr wundern und verunsichert sein, wenn wir die Jahreszeiten plötzlich ohne Frühling und Herbst erleben müssten. Wir wundern uns aber nicht mehr darüber, dass wir mit dem Flugzeug nahezu jeden Ort der Welt erreichen können. Wir wissen: Alles fließt und nichts ist sicher. Unser ganzes Leben steckt voller Überraschungen und neuen Erfahrungen. Und dennoch ergreift uns mitunter Angst und ein ungutes Gefühl, wenn wir Beteiligte und Zeugen eines Wandels werden, den wir nicht verstehen und nicht sogleich in unser Leben aufzunehmen vermögen. </p>
<p>Wir erwarten einfache Antworten. Wir meinen, der Staat oder die Wissenschaft müssten diese für uns bereithalten. Doch weder Staat noch Wissenschaft sind dazu in der Lage, da beide selbst Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit suchen. Wir müssen uns &mdash; wohl oder übel &mdash; daran gewöhnen, dass ein gewisses Maß an Ungewissheit das Kennzeichen jeder sich wandelnden Gesellschaft ist. Und wir müssen lernen, nicht jede der verkündeten Wahrheiten blind anzunehmen, sondern diese zu thematisieren und Zweifel und Widersprüche deutlich zu machen. So kann es uns gelingen, einen Wandel für uns transparent und positiv erlebbar zu gestalten. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>Auf-Gelesen: Aus Gesellschaft und Politik</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/1008</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 04:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinen Notizen zu blättern und zu lesen ist immer wieder eine Quelle der Erinnerung, häufig auch der Überraschung, nämlich darüber, wie auffallend wenig sich doch die Welt veränderte. Hier folgt eine kleine Auswahl meiner Notizen zum Themenkreis <em>Gesellschaft und Politik</em> aus den letzten zehn Jahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2009/23,notizbuch.jpg" alt="Notizbuch" class="right"><span class="firstletter">M</span>eine Notizen, die ich in einem vierhundertachtzig Seiten starken paginierten Notizbuch des Formats dreißig mal vierzehn mal drei Zentimeter eintrage, sind ungeordnet und folgen keinen Themenvorgaben oder Kategorien, sondern nur meinen Entdeckungen. Es sind dies meist Fundstücke, die ich als merk-würdig, gedankenparallel oder schön formuliert empfunden, damit notierenswert und zur immer wieder neuen Lektüre geeignet erachtet habe. In ihnen zu blättern und zu lesen ist immer wieder eine Quelle der Erinnerung, häufig auch der Überraschung, nämlich darüber, wie auffallend wenig sich doch die Welt veränderte. </p>
<p>Hier folgt eine kleine Auswahl meiner Notizen zum Themenkreis <em>Gesellschaft und Politik</em> aus den letzten zehn Jahren.  </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;Sogar eine Krawatte ließ sich nicht vermeiden, wenn sie auch eine Sinnlosigkeit war: ein Streifen dünner, buntfarbiger Seide, der einem ohne Grund lebenslänglich die Kehle umschnürte!&laquo;<br />
<em>George Santayana, Der letzte Puritaner, 1935</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;Nach meiner Meinung sieht es so aus: Mir scheint, dass das Leben so viel Anstrengung und Vorsicht erfordert, um anständig durchzukommen, dass es sich gar nicht lohnt. Ich meine damit das Leben, das wir kennen, also unsere Zivilisation, und nicht etwa das Leben, sagen wir, der Zulu-Neger oder Fidschi-Insulaner.<br />
Bei uns muss alles so sorgfältig überlegt und geordnet sein, es muss bewusst getan, geplant und gesichert werden, dass wir nicht mehr Zeit und Muße finden, das Leben wirklich zu genießen, vom Glück ganz zu schweigen. Wir sind wie Artisten, die auf einem Seil balancieren. Das einzige Vergnügen, das wir an der Seiltänzerei haben, ist die Erleichterung, nach ein paar Metern gefährlichen Vortastens sagen zu können: &lsquo;Gott sei Dank! Das Stück haben wir geschafft!&rsquo;&laquo;<br />
<em>J. B. Priestley, Von der Nacht überrascht, 1937</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;[...] wir müssen heute diesen Grundformen noch die jüngste und vielleicht furchtbarste Herrschaftsform hinzufügen, die Bürokratie oder die Herrschaft, welche durch ein kompliziertes System von Ämtern ausgeübt wird, bei der man keinen Menschen mehr, weder den Einen noch die Wenigen, weder die Besten noch die Vielen, verantwortlich machen kann, und die man daher am besten als Niemandsherrschaft bezeichnet.<br />
Im Sinne der Tradition, welche die Tyrannis als die Herrschaft definierte, der man keine Rechenschaft abfordern kann, ist die Niemandsherrschaft die tyrannische Staatsform, da es hier tatsächlich Niemanden mehr gibt, den man zur Verantwortung ziehen könnte. [...] Die Unmöglichkeit, die verantwortlichen Stellen auch nur zu ermitteln und den Gegner zu identifizieren, führt theoretisch zu jenen Verallgemeinerungen, in denen das Partikulare verschwindet und die dann nichts mehr besagen, und in der Praxis zu einem Amoklaufen, das alles und vor allem die eigenen Organisationen vernichtet.&laquo;<br />
<em>Hannah Arendt, Macht und Gewalt, 1970</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;Die Ersetzung der Herrschaft des Menschen durch die Herrschaft des Gesetzes ist [...] ein Prozess von begrenzter Wirkung: denn wir haben zwar die Leitbilder ausgewechselt, aber die emotionalen Reaktionen und Einstellungen sind mehr oder weniger gleich geblieben.&laquo;<br />
<em>Philip E. Slater, Mikrokosmos. Eine Studie über Gruppendynamik, 1982</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;[...] da von der Politik nichts mehr zu erwarten ist, keine Wunder, kein neues Leben, nur nach und nach vielleicht noch etwas bessere Straßen [...]&laquo;<br />
<em>Friedrich Dürrenmatt, Justiz, 1985</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
Er blickte wieder auf sein Glas. &raquo;Es ficht mich an, dass diese Dinge geschehen, dass wir uns selbst und unsere Nachkommen vergiften, dass wir wissentlich unsere Zukunft zerstören, aber meiner Ansicht nach gibt es nichts &mdash; und ich wiederhole, nichts &mdash;, was wir tun könnten, um es zu verhindern. Wir sind ein Volk von Egoisten. Es ist unsere Zierde, aber es wird unser Verderben sein, denn keiner von uns lässt sich je davon abbringen, sich mit etwas so Abstraktem wie dem <em>Allgemeinwohl</em> zu befassen. Die Besten von uns kommen soweit, sich um das Wohl ihrer Familien zu sorgen, aber als Volk sind wir zu mehr nicht fähig.&laquo;<br />
<em>Donna Leon, Endstation Venedig, 1993</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;[...] die sogenannte Politik (jene lächerliche Folge von Abkommen, Konflikten, Verschärfungen, Spannungen, Meinungsverschiedenheiten, Zusammenbrüchen und der Verwandlung völlig harmloser Städte in die Namen internationaler Verträge) [...]&laquo;<br />
<em>Vladimir Nabokov, Die Gabe, 1993</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
Was bedeutet <em>rechts</em> für Sie?<br />
&raquo;Eine gute Definition stammt von Ernst Nolte, der sagt: Links bedeutet Harmonisierung, Einebnung, Unterschiedslosigkeit, rechts steht für  Ordnung, Differenz, Diskurs. Für Sebastian Haffner liegt die Erklärung auf den Händen: Die rechte Hand für das praktische Tun, die linke Hand zum Gegensteuern.&laquo;<br />
<em>Peter Gauweiler, Interview, 1995</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
Können soziale Großsysteme wie Parteien, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände oder Kirchen überhaupt nach moralischen Kriterien beurteilt werden?<br />
&raquo;In der Tat sind soziale Systeme als solche nicht moralisch im eigentlichen Wortsinne. Prinzipiell verfolgen sie zwei Ziele, nämlich ihren Selbsterhalt und ihre Expansion.<br />
Moralische Zielsetzungen können nur von Menschen in sie hineingetragen werden, denen daran gelegen ist, die beide Systemzielen Selbsterhalt und Expansion zu moderieren und gegebenenfalls auch zurückzunehmen. Die vielen Versagensfälle in Politik und Wirtschaft, aber auch im Sozialbereich und auf dem kulturellen Sektor, mit denen wir es heute zu tun haben, zeigen deutlich, in welch starkem Maße Menschen durch den Zerfall der moralischen Werte in dem einzelnen Systemen affiziert werden können und nun selbst moralisch wertfrei handeln.&raquo;<br />
<em>Rupert Lay, Interview, 1996</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
[Gerechtigkeit] &raquo;Dieser Begriff und noch mehr der Begriff der sozialen Gerechtigkeit ist rein emotional geprägt. Heißt Gerechtigkeit gleiches Einkommen? Oder gleiche Chancen? Ist es gerecht, wenn ich die Gerechtigkeit erzwinge? Oder dass ein Dritter befindet, was gerecht ist? Milton Friedman spricht vom Trugschluss des Sozialstaats: Wenn man Gutes auf Kosten anderer tut, führt das zum Verlust der Freiheit.&laquo;<br />
<em>Erich Sixt, Interview, 1999</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;[...] Nur hätte ich nie gedacht, dass es mit so einer kaltblütigen Dreistigkeit geschieht. Dabei wird dies in auf gewisse Weise erst durch eine totale Fügsamkeit des normalen Bürgers möglich. Früher waren die Leute aufmerksamer und das hat viel damit zu tun, wer an der Macht ist. Im Grunde geht es immer ganz vulgär ums Geld.<br />
[...] Alles wird als unabwendbar betrachtet. Das Ziel ist wohl, die Leute in eine globale Depression zu versetzen, so dass sie in einer Lähmung verfallen oder, besser noch, in Dummheit versinken.&laquo;<br />
<em>Liaty Pisani, Der Spion und der Schauspieler, 2000</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;Wenn man, wie hier, in einer sterbenden Zivilisation lebt, stehen einem genau drei Wege offen: Wir können versuchen, den Untergang abzuwenden wie ein Kind, das seine Sandburg an den Rand der Flutlinie setzt. Wir können den Niedergang von Schönheit, Bildung, Kunst und intellektueller Integrität ignorieren und in der inneren Emigration Trost suchen. Oder wir machen gemeinsame Sache mit den Barbaren und kassieren unseren Anteil der Beute.&laquo;<br />
<em>P.D. James, Tod an heiliger Stätte, 2002</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRose.gif" alt="p" class="center"/><br />
&raquo;Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen &mdash; Erwachsenen, damit sie aufwachen.&laquo;<br />
<em>Jorge Bucay</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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		<title>Was bedeutet Lebenskunst für Sie?</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/gesellschaft/989</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 04:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Antworten]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenskunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Im September 2009 stellte DIALOGUS Magazin in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Giger, Sozialwissenschaftler und Zukunftsphilosoph, Menschen die Frage: &#187;Was bedeutet Lebenskunst für Sie?&#171; Das Ergebnis dieser Fragestellung ist spannend und sehr aufschlussreich für uns alle.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2009/22,lebenskunst,1.jpg" alt="lebenskunst" class="right"><span class="firstletter">I</span>m September 2009 stellte DIALOGUS Magazin in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Giger, Sozialwissenschaftler und Zukunftsphilosoph, Menschen die Frage: &raquo;Was bedeutet Lebenskunst für Sie?&laquo; Wir baten um eine Antwort in nicht mehr als drei Sätzen.</p>
<p>Während Philosophen, Theologen, Schriftsteller und viele Mitglieder des Netzwerkes <em>spirit.ch &mdash; Für nachhaltige LebensQualität</em> prompt antworteten, blieben Reaktionen von Politikern und Wirtschaftslenkern so gut wie aus.</p>
<p>Wir wollen den Politikern in Deutschland nachsehen, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt in einem Kampf um Volkes Stimme befanden und daher die Frage nicht weit genug in ihr Bewusstsein vordrang. Dass Wirtschaftsleute sich nicht mit der Frage beschäftigten, lässt aufhorchen und viele neue Fragen entstehen.</p>
<p>In der Quintessenz der Antworten können wir sagen: Lebenskunst bedeutet das Beschäftigen mit unserem Selbst und unserer Bestimmung; die Demut, die Geschicke des Lebens zu akzeptieren und dennoch ein Gleichgewicht im Denken und Handeln zu finden; so zu leben, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Mitmenschen ein erfülltes und glückliches Leben führen können. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p><span class="firstletter">D</span>ie Lebenskunst besteht darin, sich dem Gefühl der Verdrossenheit zu stellen und dieses nicht mit erlebnisreicher Kurzweil zu verdrängen. Im Innern mit Stille liegt der Schlüssel zum göttlichen Gespür, das uns hinausträgt über das um sich selbst kreisende Ich. Die Kunst besteht darin, sich selbstvergessend in das Dasein vertrauensvoll hinauszuwagen.&laquo;<br />
<em>Udo Manshausen, Theologe, Lebensberater und Gesprächstherapeut</em><br />
<a href="http://www.manshausen.de" class="linkex">Persönlichkeitsentwicklung</a></p>
<p>&raquo;Mit allen Sinnen in diesem Moment sein, mich dem Menschen, der Aufgabe &mdash; hier und jetzt &mdash; ganz zuwenden und die Verbindung zu meinem Herzen und zu meinem Atem aufrechthalten. (Hört sich kompliziert an, ist es aber bei täglicher Praxis nicht!)&laquo;<br />
<em>Joachim Kamphausen, Verleger</em><br />
<a href="http://www.weltinnenraum.de" class="linkex">Weltinnenraum</a> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich, immer wieder neu über mein Leben nachzudenken. Was ist daran schön, was nicht, was kann ich verändern, was muss ich akzeptieren? So versuche ich, ein sinnvoller Mensch zu sein und ein erfülltes Leben zu führen.&laquo;<br />
<em>Prof. Dr. Wilhelm Schmid, freier Philosoph, außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Erfurt</em><br />
<a href="http://www.lebenskunstphilosophie.de/" class="linkex">Philosophie der Lebenskunst</a> </p>
<p>&raquo;Jeder Mensch ist dazu berufen, seinem Leben Gehalt und Gestalt zu geben &mdash; zu leben statt gelebt zu werden. Die Lebenskunst besteht dann in der Annahme seiner selbst und in der Einübung der Selbsterkenntnis oder Selbstsorge, in der jeder zunehmend zur Übereinstimmung seines Handelns mit dem Selbst gelangen kann (<em>Werde, der du bist!</em>). In der ständig geübten geistigen Dissoziation zwischen sich selbst und der Umwelt gewinnt jeder Mensch Zugang zu den inneren Ressourcen seines Selbst (z.B. durch Meditation), die ihm zusammen mit seinem rationalen Wissen in Konflikten neue Lösungsmöglichkeiten eröffnen und die Lebensfreude erhalten bzw. gewinnen lassen.&laquo;<br />
<em>Prof. Dr. Dr. Rudi Ott, Philosoph, Theologe</em><br />
<a href="http://www.rudiott.de/" class="linkex">Philosophie als innovative Lebenskunst</a> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich, den Nächsten wahrnehmen, ohne mich selbst aus den Augen zu verlieren. Mut haben, <em>Nein!</em> zu einer Situation und damit <em>Ja!</em> zu mir zu sagen. Das flott formulierte <em>ich muss</em>, umwandeln in ein <em>ich darf</em>.&laquo;<br />
<em>Dr. Petra Urban, Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin</em><br />
<a href="http://www.petraurban.de" class="linkex">Petra Urban</a> </p>
<p>&raquo;Das Leben als Tanz, mal Salsa, mal Walzer, mal Tango, entspricht meiner Vorstellung von Lebenskunst. Den Dreiklang aus Mut, Übermut und Demut spiele ich dabei immer wieder gerne ein. Denn Mut verleiht Flügel, Übermut schenkt Leichtigkeit und Demut sorgt für Tiefe im Leben.&laquo;<br />
<em>Sabine Raiser</em><br />
<a href="http://www.raiser-komm.de/" class="linkex">Raiser Kommunikation und Strategie</a> </p>
<p>&raquo;Lebens-Kunst ist die Fähigkeit, zu erkennen, welche Haltungen und Handlungen zum eigenen Glück und dem Glück der Anderen wirklich beitragen und welche dem Glück eher schaden. Lebens-Kunst ist, sich entsprechend dieser Erkenntnisse Tag für Tag zu verhalten.&laquo;<br />
<em>Wolff Horbach, Glücksforscher, Autor</em><br />
<a href="http://www.faktor-g.de" class="linkex">Faktor-G</a></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p><span class="firstletter">D</span>as Leben mehr oder weniger nach meinen Vorstellungen für etwas Größeres als mich selbst und immer besser zu gestalten. Was Lebenskunst für mich sicher nicht ist: Überlebenskunst im Sinne von lockerem, stumpfsinnigem Lebensgenuss.&laquo;<br />
<em>Bernhard Aebischer</em></p>
<p>&raquo;Die Umwelt (Natur) achten und würdigen. Wissen und Bewusstsein aneignen. Überlebte Werte ausrangieren und neue Werte integrieren.&laquo;<br />
<em>B. Schmidt</em></p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich, vorgefundene Gegebenheiten zu akzeptieren, manche davon auch wertzuschätzen, darin Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und zu ergreifen und auch in bescheidenem Rahmen innovativ zu werden.&laquo;<br />
<em>Wolfgang Gerstlauer</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich: Sich &mdash; allen Widrigkeiten des Lebens zum Trotz &mdash; ein friedfertiges, gelassenes und heiteres Gemüt zu bewahren oder dieses anzustreben. Spiritualität kann auf diesem Wege hilfreich sein.&laquo;<br />
<em>Inge Votava</em></p>
<p>&raquo;Für mich bedeutet Lebenskunst die Fähigkeit, trotz steigender Konsumsucht der Menschen, penetrant evolutionär verdrängender Verhaltensweisen der Stärkeren gegenüber den Schwachen, trotz all der Misslichkeiten dieser dekadenten Gesellschaft jeden Morgen mit einem Lächeln meinen Tag fröhlich anzupacken und mein Bestes zu geben für meine Lieben!&laquo;<br />
<em>Ursula Büchli-Flueler</em></p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich: Mit den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen die meiner Veranlagung und meinen Wünschen entsprechende Lebensweise unabhängig gesellschaftlicher Normen, jedoch immer mit Respekt und Achtung vor der Umwelt und Sorgfalt den Mitmenschen gegenüber und in Übereinstimmung mit meinem Gewissen ohne Angst, auszuleben.&laquo;<br />
<em>Valérie Fojtu-Alder</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p>&raquo;Mit 68 Jahren denkt man ein bisschen anders als mit 40 Jahren. Für mich bedeutet Lebenskunst, die Menschen akzeptieren wie sie sind; den Moment genießen und das Leben annehmen wie es gegeben ist; neugierig sein, stets dazulernen und positiv denken. Das klingt einfach, fordert uns dennoch enorm, weil wir hartnäckig an unseren alten verkrusteten Verhaltensmustern hängen. So stelle ich mir Lebenskunst vor, was aber längst nicht für alle Menschen erstrebenswert ist.&laquo;<br />
<em>Gertrud Köstli</em> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst ist für mich das Talent, sich am Schönen zu erfreuen, die Neugier, das weniger Schöne zu hinterfragen, die Wut, Schlechtes zu bekämpfen und dabei dennoch nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Lebenskunst ist die Freude am Sonnenaufgang, auch wenn gleichzeitig die Welt untergeht. Lebenskunst ist es, Lebenskunst so zu definieren, dass sie nicht nur für mich selber, sondern auch für andere (nicht alle) stimmt.&laquo;<br />
<em>Bernhard Schindler</em></p>
<p>&raquo;Lebenskunst ist die Kunst auf dem Lebensgrat zu wandern, ohne abzustürzen &mdash; eine Gratwanderung bleibt es alledem.&laquo;<br />
<em>Walter Wenk</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst heißt für mich: Mich selbst bedingungslos lieben und mir selbst vertrauen. Meinen Schatten integrieren und mich selbst entdecken. In Harmonie und Balance zum bewussten Schöpfer werden.&laquo;<br />
<em>Otto Wyss</em></p>
<p>&raquo;Für mich ist Lebenskunst, täglich zu versuchen, eine sinnvolle geistige Tätigkeit und deren Resultate in Worte zu fassen, diese Gedanken niederzuschreiben und immer wieder (anhand des Geschriebenen) nach Wochen oder Monaten den eigenen Fortschritt im Denken gegenüber den Mitmenschen, Pflanzen und Tieren feststellen zu können. Dabei ist das Finden der Balance zwischen täglicher Pflicht und frei schwebenden Gedanken auch eine wahre Kunst.&laquo;<br />
<em>Peter Langenauer</em></p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRed.gif" alt="c" class="center"/> </p>
<p>&raquo;Lebenskunst bedeutet für mich, trotz allen Widrigkeiten, Einschränkungen, Handicaps mit sich selbst und der Umgebung, zufrieden zu sein. Es bedeutet auch, Menschen so anzunehmen, zu schätzen und zu lieben wie sie sind.&laquo;<br />
<em>Barbara Wenk</em></p>
<p>&raquo;Für mich bedeutet Lebenskunst die Fähigkeit, aus jeder Situation das Beste zu machen. Das heißt, zu ändern, was man ändern kann und zu akzeptieren, was sich nicht ändern lässt. Daraus und durch positives Denken ergeben sich Gelassenheit und Lebensfreude.&laquo;<br />
<em>I. Rüegg</em></p>
<p>&raquo;In Dankbarkeit das Jetzt annehmen und  voll leben. Wach jede Lernchance darin erkennen und feiern.&laquo;<br />
<em>Peter Kessler</em> </p>
<p><img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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