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	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Entdecken</title>
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	<description>Eine andere Sicht.</description>
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		<title>Im Informationstunnel Internet</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 11:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sind Sie der Meinung, dass das Internet auf jede Frage eine Antwort parat hält? Glauben Sie, dass das Wissen der Menschheit im Internet zu finden ist? Ein kleines Praxisbeispiel zeigt Ihnen die Aussichtslosigkeit, Informationen zu finden, die außerhalb eines, von wem auch immer, festgelegten Mainstreams liegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="firstletter">S</span>ind Sie der Meinung, dass das Internet auf jede Frage eine Antwort parat hält? Glauben Sie, dass das Wissen der Menschheit im Internet zu finden ist? Ein kleines Praxisbeispiel zeigt Ihnen die Aussichtslosigkeit, Informationen zu finden, die außerhalb eines, von wem auch immer, festgelegten Mainstreams liegen. Und: Wer sich im Internet bewegt, bewegt sich in einem Informationstunnel.</p>
<p>&raquo;Der Mensch ist das Maß aller Dinge.&laquo; Diesen Satz hörte ich in einem Radio-Interview. Er wird dem vorsokratischen Philosophen Protagoras zugeschrieben. Als Beispiel für die praktische Anwendung dieses Satzes, wurden die antiken und mittelalterlichen Marktplätze angeführt. Sie folgten in vielen Fällen einer am Menschen orientierten Ausrichtung und Gestaltung: Die Größe der Marktplätze war derart bemessen, das sich Personen, die sich an den jeweiligen Enden des Marktplatzes diagonal gegenüberstanden, gerade noch sehen und erkennen konnten. </p>
<p>Diese Information war für mich neu. Sie war spannend und interessant, so dass ich herausfinden wollte, in welchem Zusammenhang diese Feststellung entstand und wer sie das erste Mal erwähnte. Also machte ich mich im Internet auf die Suche. &mdash;</p>
<p>Wenn Sie Lust haben, versuchen Sie das doch gleich einmal selbst. Sie sind in der Stichwortwahl völlig frei. Wir treffen uns hier in fünf Minuten wieder, um Ihre Ergebnisse zu sichten</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2011/markt_bremen.jpg" alt="Markt zu Bremen"><br />
Der Markt in Bremen, gezeichnet von Merian</p>
<p>Nun, was haben Sie herausgefunden? Nichts? Da sind Sie nicht allein. Richtig, über Marktplätze lassen sich viele Informationen finden. Doch die Ausgangsfragen bleiben unbeantwortet. </p>
<p>Was können wir daraus erkennen? Erstens: Nicht jede Information ist im Internet verfügbar. Zweitens: Das gesprochene Wort kann (noch) nicht für Suchmaschinen aufbereitet werden und ist somit nicht auffindbar. Drittens: Das Internet birgt nur solche Informationen, die eine Person irgendwann einmal eingestellt hat. Viertens: Bei mehrmaligen Suchläufen und in verschiedenen Suchmaschinen erhalten wir unterschiedliche Antworten.  Fünftens: Such-Algorithmen filtern Informationen, beeinflussen dadurch vielleicht unsere Wahrnehmung und das, was wir für eine Tatsache halten. Fazit: Im Internet bewegen wir uns in einem Informationstunnel. Wir sind uns der mit der Nutzung einhergehenden Beschränkungen aufgrund der Informationsfülle nicht immer bewusst. Eigentlich keine schöne Feststellung für eine Gesellschaft, die eine Wissensgesellschaft sein will &hellip; <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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		<title>Bringen Sie sich zum Denken</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/entdecken/1587</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 12:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexität]]></category>
		<category><![CDATA[Problemlösen]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Albertz hat eine systematische Betrachtung über das Denken verfasst. Er stellte sich der Aufgabe, die charakterisierenden Momente des Denkens, die meist getrennt voneinander in verschiedenen Disziplinen behandelt werden, in einen systematischen Zusammenhang zu bringen. In einem eMail-Gespräch mit DIALOGUS Herausgeber Joachim Zischke beantwortet Peter Albertz Fragen wie: Kommt das Denken aus der Mode? Warum sind wir eine Wissens- und keine Denkgesellschaft? Wie können wir unser Denken verbessern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Peter Albertz hat eine systematische Betrachtung über das Denken verfasst. Er stellte sich der Aufgabe, die charakterisierenden Momente des Denkens, die meist getrennt voneinander in verschiedenen Disziplinen behandelt werden, in einen systematischen Zusammenhang zu bringen. In einem eMail-Gespräch mit DIALOGUS Herausgeber Joachim Zischke beantwortet Peter Albertz Fragen wie: Kommt das Denken aus der Mode? Warum sind wir eine Wissens- und keine Denkgesellschaft? Wie können wir unser Denken verbessern?
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> <strong>Joachim Zischke</strong>: Im ersten Satz Ihres Buches schreiben Sie: &raquo;Der Begriff des Denkens ist in der Philosophie ein wenig aus der Mode gekommen &#8230;&laquo;. Sie sehen Begriffe wie Kognition, Rationalität, Intelligenz und Kommunikation im Vormarsch. Befürchten Sie, Herr Albertz, dass nicht nur der Begriff, sondern auch das Denken aus der Mode kommen könnte und haben deswegen ein Buch über das Denken geschrieben? </p>
<p><img src="../../../magazin/img/2011/albertz_p.jpg" alt="Peter Albertz" class="right"> <img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> <strong>Peter Albertz</strong>: Geschrieben habe ich das Buch nicht aus einer bestimmten Absicht heraus oder mit einem Ziel, sondern aus dem Bedürfnis, mir über diese Aktivität in meinem eigenen Kopf klarzuwerden. Ich wollte meine Ideen darüber, die sich über einen längeren Zeitraum angesammelt hatten, ausarbeiten. &mdash; Denken ist, befürchte ich, nie allzusehr in Mode gewesen. Gedacht wird zwar immer, aber leider immer nur von zu wenigen. Und man kann nie wirklich zufrieden mit seinem eigenen Denken sein, es ist immer verbesserungsbedürftig. Es wäre daher schön, wenn Leser und Leserinnen aus meinem Buch Anregungen gewinnen könnten, sich über ihr Potential klarer zu werden, kristalliner und kreativer zu denken. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> &raquo;Nein, ich will nicht weiterdenken. Denken tut weh &#8230;&laquo;, lesen wir in einem von Ödön von Horváths Romanen. Kann Ihr Buch dabei helfen, dass das Denken nicht mehr weh tut?</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Wenn das Denken weh tut, liegt es wohl daran, dass es mehr Klarheit schafft oder zu schaffen verspricht, als jemand derzeit möchte oder zu ertragen imstande ist. Das ist kein Indiz für ein zufriedenstellende Lebenssituation. Man fasst dann Denken auch gern als einen Gegenpol zum Fühlen oder zum aktiven Leben auf. Ich hoffe, mit meinem Buch bewusst machen zu können, dass all das nicht zutrifft: dass es sinnvoll ist, Denken und Fühlen zu verbünden, sich seiner Denkmuster bewusst zu werden, seine Begriffe klar zu gliedern.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Wie können wir unser Denken durch das Beschäftigen mit dem Denken wirkungsvoll verbessern? </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Die einfache Antwort ist: man verbessert es schon, indem man denkt und über das Denken nachdenkt. Man kann es nur verbessern, indem man es tut und sich dabei beobachtet, sich die Resultate anschaut, zu denen man gekommen ist, die Werkzeuge, die man benutzt hat.<br />
Vor allem sollte man sich klar machen, dass Denken durch nichts ersetzbar ist. Es ist heute viel von Bildung die Rede, als sei diese der Schlüssel für die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft. Doch eigentlich gilt dies für das Denken. Bildung ist nichts ohne Denken, nämlich bloß eine Ansammlung beliebiger Wissensbestandteile. Ohne gedankliche Durchdringung fehlen die Verbindungen, die daraus ein (wenn auch immer verläufiges) Ganzes machen.<br />
Wenn vom Denken die Rede ist, dann allerdings meist als Mittel zur Problemlösung und Analyse, oder es geht darum, zu lernen, in Diskussionen gut zu argumentieren und Denkfehler bei Anderen aufzudecken. Dabei wird Denken meist als eine Art von Intelligenzprobe betrachtet: wer kann es besser, und schneller?<br />
Sein Denken verbessern heißt aber nicht unbedingt, in einen Wettkampf einzutreten, sondern Dinge besser &#8211; intensiver, klarer, genauer &#8211; zu sehen und zu verstehen. Durch das Denken verbindet man auch, man sieht und stiftet Zusammenhänge, sieht das, was man vorher übersehen hat. Man erkundet Möglichkeiten, wird sich über die eigenen Ziele und Potentiale klarer.<br />
Was jeder merkt, wenn er denkt, und meist erst dann merkt: Denken ist nichts Tristes. Es scheint erst mühselig und anstrengend zu sein, aber vor allem belebt es. Denken ist eine Energiequelle. Denn Denken heißt aufmerksam sein, und was immer man mit Aufmerksamkeit betrachtet, intensiviert das Lebensgefühl.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Wir wollen eine Wissensgesellschaft sein. Das Bildungsziel heißt Wissen. Warum nicht Denken? Wollen wir keine <em>Denkgesellschaft</em> werden? Tut Denken vielleicht doch weh, Herr Albertz?</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Die Rede von der Wissensgesellschaft klingt, als sei es selbstverständlich, dass es Wissen gibt, Wissen, das bloß gelernt werden muss. Auch das andere Schlagwort zur Kennzeichnung unserer Gesellschaft, Information, erscheint als etwas, das laufend entsteht, leider mit der Mühsal der Auswahl und Bewertung verbunden, die man gerne elektronischen Programmen überlassen würde.<br />
Der Stellenwert des Denken scheint mir widersprüchlich eingeschätzt zu werden: entweder als etwas Selbstverständliches, das sowieso jeder kann, dann wieder als etwas, wozu man eine besondere Befähigung braucht und das man daher lieber den Experten überlassen sollte. Tut Denken weh? Es ist anstrengend, keine Frage. Man muss sich dazu bringen. Gedanken kommen mir nur, wenn ich mir vorher welche gemacht habe. Aber nur durch sie wird Wissen, wird Information erzeugt, und das ist für den <em>Betrieb</em> der Gesellschaft immer wichtiger als Lernen und Aufnehmen von Vorgegebenem.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Ein weiterer Begriff, den Sie bereits erwähnten, bevölkert heute die Medien, wird sogar als wichtige Kompetenz gehandelt: das Problemlösen. Frieder Lauxmann vertritt in seinem Buch <em>Der philosophische Garten</em> die Meinung, &raquo;Denken ist mehr als Probleme lösen, es ist zunächst einmal: Probleme erkennen!&laquo; Sind wir mithilfe des Denkens überhaupt in der Lage, die Komplexität unserer Welt zu erfassen, um dann ihre Probleme lösen zu können? Welche Art des Denkens müssten wir dafür nutzen?</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Meiner Auffassung nach kann es gar nicht die Aufgabe des Denkens sein, die Komplexität der Welt zu erfassen. Denken funktioniert gerade nur durch das Setzen von Gesichtspunkten, Gewichtungen, Wertungen. Es gliedert und reduziert Komplexes durch Perspektiven. Die Probleme, deren Entstehung der hohen Komplexität der Welt zugeschrieben werden, haben meines Erachtens ihren Grund eher darin, dass &mdash; teilweise wissentlich &mdash; die falschen Perspektiven gewählt werden, nämlich zum Beispiel nicht die möglichen negativen Folgen einer Sache bedacht oder Schuldige statt Ursachen gesucht werden. Insofern stimme ich Frieder Lauxmann zu: es kommt darauf an, zu sehen, ob das eigentliche Problem erkannt, der richtige Ansatzpunkt gewählt wird.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> In Ihrem Buch sprechen Sie auch von einer Kunst des Denkens. Können wir das Denken tatsächlich als eine Kunst betreiben, wie beispielsweise die Bildhauerei oder das Musizieren? Was wären dann unsere Handwerkszeuge?   </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Von einer Kunst kann man reden, wenn die eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen, Einstellungen beim Ausüben eines Handwerks immer mehr ineinanderspielen und zu ungewöhnlichen Ergebnissen führen. Um das zu fördern, ist immer wieder zu erproben, welche Einstellung, welches Vorgehen derjeweiligen Situation angemessen ist. Manchmal ist es wichtig, sich in das Denken des Anderen zu versetzen, ein andermal, die Distanz des Selbstdenkens einzunehmen; manchmal muss ich darauf aus sein, knapper und zielgerechter zu denken, dann wieder geht es um eine Ausdehnung meiner Ideen auf verschiedene Gebiete. Und immer wieder muss ich Sorge tragen, dass meine Gedanken einander begegnen, damit mein Denken zugleich flexibler und konsistenter wird; sonst bemerken Andere meine Widersprüche, nicht aber ich selber.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Zum Schluss, Herr Albertz, geben Sie uns bitte noch drei Tipps, wie uns das Denken mehr Freude und Spaß machen kann.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2011/titel,denken.jpg" alt="Denken" class="right"> <img src="../../../magazin/img/bgGreen.gif" alt="p" /> Meine Vorschläge wären:<br />
1. Bringen Sie sich zum Denken, warten Sie nicht auf Anstöße. Finden Sie mindestens vier verschiedene Dinge, die Sie ständig interessieren.<br />
2. Führen Sie immer ein Notizbuch mit sich, in dem Sie schlechthin alles hineinschreiben, was Ihnen einfällt. Alles durcheinander; jeden Tag.<br />
3. Überlegen Sie, wie Sie ihre Alltagsgeschäfte (beruflicher und privater Art) anders erledigen könnten. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Herzlichen Dank für dieses Gespräch. </p>
<p class="quote">
Albertz, Peter: Denken. Systematische Betrachtungen; Würzburg, 2009<br />
<a href="http://www.p-albertz.de/" class="linkex">Peter Albertz | Lektorat und Technische Redaktion</a></p>
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		<title>Ausblicke</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 13:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie kennen das sicherlich: Zum Jahresende hin erscheint in vielen Publikationen eine Seite, wie <em>Die Sterne</em> im kommenden Jahr unser Leben beeinflussen könnten und welche Maßnahmen wir ergreifen sollten. Ich habe ein paar Tipps zusammengetragen, die nicht nur in 2011, sondern universell gültig sein dürften ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2010/winterscene.jpg" alt="winter"></p>
<p>Sie kennen das sicherlich: Zum Jahresende hin erscheint in vielen Publikationen eine Seite, wie <em>Die Sterne</em> im kommenden Jahr unser Leben beeinflussen könnten und welche Maßnahmen wir ergreifen sollten. Ich habe ein paar Tipps zusammengetragen, die nicht nur in 2011, sondern universell gültig sein dürften &#8230;</p>
<blockquote><ul>
<li>Lange Spaziergänge gleichen ein reichhaltiges Essen aus.</li>
<li>Widmen Sie sich wieder einmal ausgiebig Ihren Hobbys.</li>
<li>Nehmen Sie sich Zeit zum Durchatmen.</li>
<li>Verhindern Sie, dass Sie einrosten &ndash; bewegen Sie sich mehr, treiben Sie Sport.</li>
<li>Knüpfen Sie neue Kontakte &ndash; das bringt Ihnen gute Anregungen.</li>
<li>Arbeiten Sie in einer ruhigen Minute den Papierkram endlich auf.</li>
<li>Seien Sie auch nach den Festtagen großzügig.</li>
<li>Treffen Sie finanzielle Entscheidungen in aller Ruhe.</li>
<li>Ein falsches Wort kann schlafende Hunde wecken.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Meist werden die real sichtbaren Konstellationen der Himmelskörper vernachlässigt. So werden sich im nächsten Jahr vier partielle Sonnenfinsternisse und zwei totale Mondfinsternisse ereignen &mdash; allerdings können wir diese nur sehen, wenn das Wetter mitspielt  und wir uns befinden zur rechten Zeit am rechten Ort aufhalten.</p>
<p>Gleich am Vormittag des <strong>4. Januar</strong> geht&#8217;s los, wenn eine partielle Sonnenfinsternis stattfndet, die von Mitteleuropa gut zu sehen ist. Je nach Standort werden zwischen 9.09 und 9.29 Uhr MEZ bis zu drei Viertel der Sonne vom Neumond bedeckt sein. Das Schauspiel endet für die meisten Orte in Mitteleuropa gegen 11 Uhr.</p>
<p>Die zweite partielle Sonnenfinsternis findet am <strong>1. Juni</strong> abends statt und endet kurz nach Mitternacht &#8211; sie ist in Mitteleuropa allerdings nicht zu beobachten.</p>
<p>Eine totale Mondfinsternis können wir am <strong>15. Juni</strong> abends bestaunen. Der Mond geht in unserem Gebiet bereits verfinstert auf. Die Finsternis endet mit dem Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde um 1.02 Uhr MESZ am 16. Juni.</p>
<p>Am <strong>1. Juli </strong>findet die dritte partielle Sonnenfinsternis statt, leider nur im Südlichen Eismeer weit südlich von Südafrika sowie von einem Zipfel der Antarktis aus zu beobachten. Auch die vierte partielle Sonnenfinsternis entgeht in den frühen Morgenstunden des <strong>25. November</strong> unseren Blicken.</p>
<p>Dann, am <strong>10. Dezember</strong> nachmittags, wandert der Mond komplett durch den Kernschatten der Erde. Wir sehen bei uns nur den zweiten Teil dieser totalen Mondfinsternis. Denn wenn der Mond bei uns aufgeht, steht er nicht mehr vollständig im Kernschatten der Erde. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Brett</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 10:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Brett heißt <em>Teatro</em>. Das sollten Sie sich merken. Wenn Sie ein solches Brett schon Ihr Eigentum nennen: Verlieren Sie das Brett nicht. Das Brett passt zwar mit Sicherheit nicht in Ihre Hosentasche, es ist aber buchenhölzern. Es ist vielfältig und doch nur multidimensional nutzbar.
[&#8230;]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2010/0010-1.jpg" alt="Teatro" /></p>
<p>Das Brett heißt <em>Teatro</em>. Das sollten Sie sich merken. Wenn Sie ein solches Brett schon Ihr Eigentum nennen: Verlieren Sie das Brett nicht. Das Brett passt zwar mit Sicherheit nicht in Ihre Hosentasche, es ist aber buchenhölzern. Es ist vielfältig und doch nur multidimensional nutzbar.</p>
<p>Es kann das Brett sein,
<ul>
<li>das Sie immer schon einmal gerne vor dem Kopf haben wollten</li>
<li>das Ihnen auf den Kopf fällt, wenn Sie es nicht erwarten</li>
<li>das Sie zum Lachen bringt</li>
<li>auf dem Sie <em>Sudoku </em>spielen (Aufpreis)</li>
<li>mit dem Sie Ihrer Frau das Glück ans B(r)ett bringen</li>
<li>das Sie mit keinem anderen Brett vergleichen können</li>
<li>das Sie nie im Stich lässt</li>
<li>auf dem Sie ein reduziertes <em>Schach </em>spielen (ideelle Figuren lieferbar)</li>
<li>das Sie für Brettney Spears halten</li>
<li>auf dem Sie morgens meditieren</li>
<li>das Sie mit keinem anderen Menschen teilen wollen</li>
<li>das Sie gegen die Wand stellen</li>
<li>das Sie irgendwann nicht mehr sehen wollen</li>
<li>in dem Sie Münzen in Fächer sortieren</li>
<li>das Sie zum kreativen Denken anregt</li>
<li>das für Sie flach wie Brett ist</li>
<li>das als Schwarzes Brett weltberühmt wird</li>
<li>auf dem Sie <em>Alte Salzstrasse</em> spielen (Aufpreis)</li>
<li>das Ihre gelben Notizzettel sammelt</li>
<li>dem Sie das Fliegen beibringen</li>
<li>mit dem Sie die Eisenhower-Methode anwenden</li>
<li>in dem sich all Ihre Träume spiegeln</li>
<li>in das Sie Schokoladentäfelchen legen</li>
<li>das Ihre Ideen eingrenzt</li>
<li>das zum Bumerang für Sie wird</li>
<li>das buchstäblich steif wie ein Brett ist</li>
<li>das Ihr Zehn-Meter-Brett ist</li>
<li>das Sie eines Tages verfluchen</li>
<li>auf dem Sie zum Beten niederknieen</li>
<li>in dem Sie einen Stein haben</li>
<li>auf dem Sie sich beim nächsten Hochwasser retten</li>
<li>das für Sie die Welt bedeutet.</li>
</ul>
<p>Was Sie mit dem Brett nicht tun sollten:
<ul>
<li>Das Brett als Trittbrett in der U-Bahn benutzen.</li>
<li>Das Brett als Sprungbrett für Ihre Karriere benutzen.</li>
<li>Das Brett als Waschbrett zum Abnehmen benutzen.</li>
<li>Das Brett als Hackbrett in Ihrer Band benutzen.</li>
<li>Das Brett als Vesperbrett bei einer Wanderung benutzen.</li>
<li>Das Brett als Armaturenbrett für Oldtimer benutzen.</li>
<li>Das Brett als Rollbrett in der Half Pipe benutzen.</li>
<li>Das Brett als Mörtelbrett im Altbau benutzen.</li>
<li>Das Brett als Surfbrett im Internet benutzen.</li>
<li>Das Brett als Mutterbrett im Computer benutzen.</li>
<li>Das Brett als Schneidebrett benutzen.</li>
<li>Das Brett als Nagelbrett benutzen.</li>
<li>Das Brett als Küchenbrett benutzen.</li>
<li>Das Brett als Drei-Meter-Brett in der Badewanne benutzen.</li>
<li>Das Brett auch nicht als Ein-Meter-Brett in der Dusche benutzen.</li>
</ul>
<p>Dieses ungewöhnliche Brett gibt es weltweit nur hier: <a href="http://www.terra-authentica.com/teatro/teatro.html" class="linkex">terra authentica.</a><br />
<img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der schwarze Kasten</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/entdecken/1190</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 14:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen hörte ich mir das Hörspiel <em>Vernünftige Träume</em> von Ingomar von Kieseritzky aus dem Jahre 1985 an. In dieser Komödie sind Wissenschaftler die Hauptakteure, von denen einer der Wissenschaft müde geworden ist. Er mag nicht mehr über die Philosophie eines Thomas Hobbes oder Blaise Pascal nachdenken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2010/blackbox.jpg" alt="bild" class="right"> <span class="firstletter">V</span>or ein paar Tagen hörte ich mir das Hörspiel <em>Vernünftige Träume</em> von Ingomar von Kieseritzky aus dem Jahre 1985 an. In dieser Komödie sind Wissenschaftler die Hauptakteure, von denen einer der Wissenschaft müde geworden ist. Er mag nicht mehr über die Philosophie eines Thomas Hobbes oder Blaise Pascal nachdenken.</p>
<p>Der Autor, der gerne als der englischste Humorist unter den Deutschen bezeichnet wird, zeigt eine vergnüglich herrliche Tendenz für das Absurde und Groteske. Wie sonst sollte man Kieseritzkys Systeme, die aus dem <em>Lappinischen Dilemma</em>, der <em>Premmschen Ethik</em> oder der <em>Nesseldykeschen Versenkungsgymnastik</em> bestehen, auffassen?</p>
<p>Der folgende, heute nur noch sinngemäß aufgezeichnete Dialog, eine absurd zugespitzte Szene, bildete für mich den Höhepunkt des Hörspiels, mit einer wohltuenden letzten Pointe:</p>
<p>&raquo;Es ist ein Kasten, 15 mal 15 Zentimeter, schwarz.&laquo;<br />
&raquo;Nur schwarz? Sonst nichts?&laquo;<br />
&raquo;Ein schwarzer Kasten mit einem Knopf an der Seite.&laquo;<br />
&raquo;Wozu ist der Knopf?&laquo;<br />
&raquo;Drückt man den Knopf, öffnet sich der Deckel, eine Hand erscheint und schließt den Deckel wieder.&laquo;<br />
&raquo;Mehr nicht?&laquo;<br />
&raquo;Mehr nicht.&laquo;<br />
&raquo;Das ist ja sinnlos, so sinnlos. Aber beruhigend.&laquo;</p>
<p><img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie riecht Sommer?</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/entdecken/1173</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 08:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.dialogus.de/magazin/?p=1173</guid>
		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen veranstaltete ich den Kurs <em>Kreatives Denken in Bewegung</em>. Dieses neue Seminarformat liefert Grundlagen, Methoden und Anleitungen für die Prozesse des kreativen Denkens in der Praxis. Der Clou dabei: Das Seminar findet im Gehen in freier Natur statt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2010/sommerfeld.jpg" alt="sommerfeld" /><br />
<span class="firstletter">V</span>or ein paar Tagen veranstaltete ich den Kurs <em>Kreatives Denken in Bewegung</em>. Dieses neue Seminarformat liefert Grundlagen, Methoden und Anleitungen für die Prozesse des kreativen Denkens in der Praxis. Der Clou dabei: Das Seminar findet im Gehen in freier Natur statt.</p>
<p>Es war ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch: Wohlig warm, nicht heiß, ein blauer Himmel mit weißen Wolken, überall ein Summen und Brummen von Bienen, Hummeln und allerlei Getier, gemähte Getreidefelder und eine von Aromen und Gerüchen getränkte Luft, die sich je nach Standort und Sonneneinwirkung in ein neues Duftparadies verwandelte. </p>
<p>Ganz spontan stellte ich der Gruppe die Aufgabe: &raquo;Beschreiben Sie, wie Sommer riecht?&laquo; Was wie eine einfache Frage daherkam, entwickelte sich rasch zu einem Schnuppern-und-Riechen-Gehen. Die Gespräche verstummten. Bewusst wahrzunehmen, was wir ansonsten leichtfertig ignorieren, verlangt nach Konzentration und Hingabe. Und das in Worten auszudrücken, was wir durch die Nase erfahren, ist auch keine allzu leichte Übung.</p>
<p>&raquo;Ich entdecke den Sommer im Geruch der warmen Walderde und des duftenden Baumharzes. &mdash; Sommer riecht für mich nach Stoppelfeldern, Strohballen und gepflügter Erde. &mdash; Sommer ist für mich eine Mischung aus warmer, aromatischer Luft, kühler Walderde und in der Sonne gerösteten Tannennadeln. &mdash; Süßliche Beerendüfte, intensive Blütenaromen, der Geruch nach saftigem Grün &ndash; daran erkenne ich den Sommer. &mdash; Im Sommer riecht alles stärker, schwerer, wärmer.&laquo;</p>
<p>Gehen Sie in den nächsten Tagen mit Ihrer Familie oder mit Freunden auch einmal nach draußen und machen Sie ein kleines Spiel: Wie riecht der späte Sommer? Woran erinnern mich die Gerüche? Welcher Duft gefällt mir besonders gut? </p>
<p>Wenn Sie mögen, hinterlassen Sie hier Ihren Erlebniskommentar. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>Warum lesen? oder  Bücher pflastern meinen Weg</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 04:54:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Urban</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Gottfried Benn stammt der schöne Satz: &#187;Kommt, reden wir zusammen / wer redet, ist nicht tot ...&#171;. Der Dichter hat Recht. Sprachlosigkeit kommt einer gewissen Erstarrung gleich. Wer Worte sucht und findet, ist lebendig, ist im Fluss. In einem ähnlich lebendigen Wortfluss aber schwimmt auch der, der liest, der sich durch Worte in Weiten hinaus- und hineinlocken lässt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="image250right"><img src="../../../magazin/img/2009/23,lesend.jpg" alt="Lesendes Mädchen"> <span class="legende"> Charles Edward Perugini | Reading Girl, 1878</span></div>
<p><span class="firstletter">V</span>on Gottfried Benn stammt der schöne Satz: &raquo;Kommt, reden wir zusammen / wer redet, ist nicht tot &#8230;&laquo;. Der Dichter hat Recht. Sprachlosigkeit kommt einer gewissen Erstarrung gleich. Wer Worte sucht und findet, ist lebendig, ist im Fluss.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> In einem ähnlich lebendigen Wortfluss aber schwimmt auch der, der liest, der sich durch Worte in Weiten hinaus- und hineinlocken lässt, die er ohne die Lektüre niemals erreicht oder kennen gelernt hätte, dem sich lesend neue Gefühls- und Denkräume eröffnen. Der Lesende, der gleichsam doppelt lebendig ist.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich erinnere mich genau an den Augenblick, da ich endlich lesen konnte. Ein geradezu magischer Moment. Der Tisch damals war sorgsam abgewischt. Ein Lieblingssatz meiner Mutter zu jener Zeit lautete: &raquo;Du kannst doch das Buch nicht auf den dreckigen Tisch legen!&laquo; Auf dem sauberen Tisch also mein aufgeschlagenes Lesebuch, in dem ich mühsam die Zeilen entlang holpere und stolpere. Doch plötzlich, als hätte jemand in meinem Kopf einen Schalter umgelegt, plötzlich ist dieses Fließen da, die Buchstaben reihen sich wie geölt aneinander, bilden Einheiten, Worte, Sätze, spucken Sinn aus.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Von Stund an pflasterten Bücher meinen Weg und verliehen mir Flügel, auf denen ich mich in andere Welten hinüberschwang. Wie alle Lesenden vergaß ich dabei meine Umgebung, vergaß auch die Zeit. Wohl jeder hat das schon erlebt. Dieses Auftauchen aus der Lektüre und das fassungslose Kopfschütteln darüber, wie viele Stunden man im Bauch des Buches versunken, ja verschwunden war. Nicht selten sind solch Zurückgekehrte von langer Reise, langer Fahrt seltsam Entrückte, die sich &mdash; wie aus tiefem Schlaf Erwachte &mdash; im Hier und Jetzt erst neu orientieren müssen.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Nicht von ungefähr ist der lesende Mensch ein beliebtes Motiv in der Kunst. Das anwesend Abwesende an ihm fasziniert. So zeigt ein Gemälde von Caroline von der Embde aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ein <em>Lesendes Mädchen am Fenster</em>. Mit Leichtigkeit könnte sich der Blick des Mädchens hinaus in die idyllische Landschaft verlieren. Aber die Lesende lässt sich nicht locken, hat Augen nur für die Lektüre, die vor ihr auf dem Tisch liegt und der sie im doppelten Sinne des Wortes zugeneigt ist.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Wer liest, blendet nicht nur seine Umgebung, sondern auch seinen Alltag aus. Eine Lesezeit lang zumindest lebt er ausschließlich im Buch. Durchlebt und durchleidet alles das, was in und zwischen den Zeilen geschrieben steht. Weint, wenn es traurig ist, wütet, wenn es ungerecht ist, lacht, wenn das Erlesene zum Lachen ist. Bücher sind gigantische Konserven.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Konserviertes Leben, das uns nicht nur an langweiligen verregneten Novembernachmittagen bedeutend spannender erscheinen kann als unser eigenes Leben. Alles, was Menschen je gelitten, gefühlt und gedacht haben, ist in Büchern verewigt. Eingeschrieben und festgeschrieben. Und doch sind wir es, die das Buch, das stets dasselbe ist und bleibt, verändern. Indem wir uns hineinlesen. Im buchstäblichen Sinne des Wortes. Wir lesen unsere Lebenserfahrung, unsere eigenen Geschichten in die Geschichte mit hinein.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Wenn wir Goethes <em>Wahlverwandtschaften</em> in jungen Jahren für uns entdecken, so können wir den Roman im fortgeschrittenen Alter mit ganz anderen Augen lesen. Denn im Gegensatz zu &raquo;Eduard&laquo;, der nach wie vor ein &raquo;Mann im besten Mannesalter&laquo; ist, haben wir uns im Laufe der Zeit verändert. Vielleicht weinen wir jetzt an anderen Stellen oder auch gar nicht mehr, zürnen viel mehr oder viel weniger als früher, sind gelassener, heiterer, was auch immer.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Manchmal lesen wir Bücher auch mehrmals. Vielleicht, weil wir die Hoffnung oder die Kraft brauchen, die von ihnen ausgeht. Als Kind habe ich wieder und wieder die <em>Rote Zora</em> gelesen. Weil ich beim Lesen ein Mitglied der <em>Uskosen</em> und somit selbst ein wenig selbstbewusste rote Zora wurde.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Das Schöne beim Lesen ist, dass man aus den Welten, die sich einem erschließen, jederzeit aussteigen kann. Lektüre lässt sich unterbrechen. Leben nicht. Leben will gelebt und verarbeitet werden. Aber genau dabei können uns Bücher helfen. Mit den Tränen, die wir um die Sterbenden in der Literatur weinen, um die Verlassenen, die Betrogenen oder wen auch immer, beweinen wir stellvertretend auch alle schmerzlichen Tode und Verlassenheiten in unserem eigenen Leben.<br />
<img src="../../../magazin/img/transparent.gif" alt="p" height="10" width="20"/> Die Tränen, die ich lesend geweint habe, und das Lachen, das ich lesend gelacht habe &mdash; all das verändert mich. Ich kehre in meine Welt zurück und bin eine andere geworden. Vielleicht eine Bessere. Wie sagt Robert Musil treffend: &raquo;Was bleibt von der Kunst? Wir. Als Veränderte.&laquo; <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>Planquadrate</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 05:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Planen]]></category>
		<category><![CDATA[Planquadrat]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Plan führt uns im Idealfall zum erfolgreichen Erreichen eines angestrebten Ziels. Wir planen zu optimistisch, weil uns das Erinnerungswissen gerne dazu (ver)leitet. Planquadrate helfen uns, die Welt, in der wir leben, besser zu ordnen und zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Ein Plan führt uns im Idealfall zum erfolgreichen Erreichen eines angestrebten Ziels. Wir planen zu optimistisch, weil uns das Erinnerungswissen gerne dazu (ver)leitet. Planquadrate helfen uns, die Welt, in der wir leben, besser zu ordnen und zu verstehen.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/21,utm.jpg" alt="umt" class="right"> <span class="firstletter">P</span>lanung ist die aktive Gestaltung der Zukunft&laquo;, lautet das Credo des österreichischen Software-Unternehmers Manfred Winterheller. Wenn wir also nur gut genug planen, haben wir die Zukunft fest im Griff. Ist das wirklich so? Können wir die Zukunft nach unseren Wünschen gestalten, indem wir sie planen?</p>
<p>Als die Deutsche Bundesbahn die Intercity-Taktung einführte, sah der Fahrplan an den Knotenpunkten der Linien eine Umsteigemöglichkeit am gleichen Bahnsteig vor, ein Novum in der damaligen Zeit. Doch die an den Knoten vorgesehene fahrplanmäßige Haltezeit der Züge von exakt einer Minute war in den seltensten Fällen zu halten. Zu viele menschliche und technische Imponderabilien durchkreuzten die sorgfältig erstellten Planungen. Verspätungen waren die zwangsläufige Folge. Heute gestattet sich die Bahn eine Karenzzeit zwischen fünf und zehn Minuten.</p>
<p><span class="sumup">&raquo;Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.&laquo;</span><br />
Friedrich Dürrenmatt</p>
<p>Natürlich können wir den Druck eines Prospektes planen, das Material beschaffen und die Maschinenzeit freihalten. Das müssen wir auch, wenn wir ein Projekt erfolgreich zu Ende bringen wollen. Was aber, wenn wie auf Knopfdruck eines der vier Farbwerke ausfällt? Dann sind zwar nicht die Prospekte Makulatur, jedoch unsere schöne Planung. Und nicht immer greift sofort ein <em>Plan B</em>, der uns aus der Patsche hilft. </p>
<p>Ein Plan verhilft im Idealfall durch die Festlegung von Handlungsschritten zum erfolgreichen Erreichen eines angestrebten Ziels. Soziologen sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir Menschen im Allgemeinen zu optimistisch planen. Wir sehen die Zukunft gerne rosiger, als sie sich in Wirklichkeit darstellt. Das ist eigentlich nicht verkehrt, denn viele Projekte wären bei zurückhaltender Planung nie durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen worden. Allerdings können wir ein an sich positives Merkmal in unseren Planungen nur schwer überlisten: unser Erfahrungswissen. </p>
<p><span class="sumup">&raquo;Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein kluges Licht, und mach dann noch &#8216;nen zweiten Plan, geh&#8217;n tun sie beide nicht.&laquo;</span><br />
Bertolt Brecht</p>
<p>Nun ist es nicht immer so, dass wir eine Sache komplett von Null an beginnen und neu durchplanen müssen. Meist liegen uns schon gewisse Anhaltspunkte vor: Daten aus anderen vorhergegangenen Projekten oder wir greifen auf Erfahrungswerte zurück. Vor allem von Letzterem lassen wir uns zu gerne (ver)leiten. Es ist einfacher, für uns leichter nachzuvollziehen und führt zu beschleunigten Ergebnissen, wenn wir bereits abgeschlossene, ähnlich gelagerte Vorfälle und Vorgehensweisen für die Zukunft annehmen und danach handeln. Die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 ist das Ergebnis einer Extrapolation, die gründlich schief ging.</p>
<p>Das am Anfang erwähnte Zitat gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn wir erfahren, dass Manfred Winterheller der Hersteller einer Planungssoftware für betriebswirtschaftliche Daten ist. Indirekt sagt er zu seinen Kunden: Plane deine Unternehmensdaten mit meiner Software und eine sichere Zukunft gehört dir. Hier tritt ein weiterer Aspekt hinzu: unser <em>moderner</em> Glaube an die Lösungsfähigkeit der Technik und unsere Überzeugung, mit Hilfe von Technik (etwa durch Simulationen) unsere Zukunft einschätzen und planen zu können. Eine Betrachtung des aktuellen Themas Klimaveränderung zeigt, dass die mit Hilfe von Computersimulationen entwickelten Szenarien nicht unterschiedlicher sein können. </p>
<p>Wer meint, durch den Einsatz eines Zeitplanbuches seine Zeit und damit sein Leben besser planen zu können, um effizienter und leistungsfähiger zu sein oder mehr Freizeit für sich und seine Familie herauszuholen, wird häufig feststellen müssen, dass ihm statt mehr, weniger Zeit verbleibt. Auch das Managen der Zeit kostet Zeit. </p>
<p><span class="sumup">&raquo;Make no little plans. They have no magic to stir men&#8217;s blood. Make big plans: aim high in hope and work.&laquo;</span><br />
Daniel Hudson Burnham</p>
<p>Das Übertragen der geometrischen Figur <em>Quadrat</em> auf Planungen und den daraus entstehenden Planquadraten, verhilft uns zu einem besseren Einteilen, Klassifzieren, Ordnen und Orientieren, ermöglicht uns, die Welt, in der wir leben, leichter zu erfassen und zu verstehen. Sind die Planquadrate zu klein bemessen, verlieren wir uns schnell in Details; sind sie zu groß, vernachlässigen wir wiederum die Details. Hier das rechte Maß zu finden, ist schon eine Kunst. Ob Fahrplan, Produktionsplan, Zeitplan oder Lebensplan &mdash; das Wort des Sophokles hat auch heute noch Bedeutung: &raquo;Wer große Pläne hat, nehme sich Zeit.&laquo; Ob die Zeit geplant oder ungeplant sei, das sagte der Tragödiendichter nicht. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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