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	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Bibliothek</title>
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	<description>Eine andere Sicht.</description>
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		<title>Replik auf Dr. Werner Fuchsens Rezension</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/bibliothek/1627</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 10:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum war mein Buch Spazieren fünf Kühe auf einer Landstraße &#8230; im Handel, schrieb des Online-Händlers Amazon &#187;klassischer Rezensent&#171; Nummer 1, Dr. Werner Fuchs aus Zug in der Schweiz, eine Rezension. Auf seine Rezension antworte ich schlicht mit einem von Nietzsches Aphorismen: 562 Zielscheibe sein &#8211; Die bösen Reden anderer über uns gelten oft nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum war mein Buch <em>Spazieren fünf Kühe auf einer Landstraße &#8230;</em> im Handel, schrieb des Online-Händlers Amazon &raquo;klassischer Rezensent&laquo; Nummer 1, Dr. Werner Fuchs aus Zug in der Schweiz, eine Rezension. Auf seine Rezension antworte ich schlicht mit einem von Nietzsches Aphorismen:</p>
<blockquote><p>
562 <em>Zielscheibe sein</em> &ndash; Die bösen Reden anderer über uns gelten oft nicht eigentlich uns, sondern sind die Äußerungen eines Ärgers, einer Verstimmung aus ganz anderen Gründen.<br />
<em>Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches; Der Mensch mit sich allein.</em>
</p></blockquote>
<p>Mehr ist zu Fuchsens Meinung nicht zu sagen. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p class="quote">Link zur Rezension:<br />
<a href="http://www.amazon.de/review/R1ZE7W3W5AZPKB" class="linkex">Kreativspiele bringen wohl mehr als die Theorie</a></p>
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		<title>Blade, der unbekannte Aufklärer</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/bibliothek/1096</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 15:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Lesepult liegt ein größeres Format, in edlem grau-meliertem Buckram gewandet, mit einem aufgeklebten, quadratischen Titelschild, das Vorsatzpapier frühkirschenrot, innen fein matt gestrichenes, elfenbeinfarbenes Kunstdruckpapier in haptischer Grammatur, und ein perfektes Druckergebnis. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2010/blade,0.jpg" alt="blade" class="right"> <span class="firstletter">A</span>uf dem Lesepult liegt ein größeres Format, in edlem grau-meliertem Buckram gewandet, mit einem aufgeklebten, quadratischen Titelschild, das Vorsatzpapier frühkirschenrot, innen fein matt gestrichenes, elfenbeinfarbenes Kunstdruckpapier in haptischer Grammatur, und ein perfektes Druckergebnis. </p>
<p>Bücher, die mit dem Zitat eines Weisen beginnen, gefielen mir schon immer. Auch jetzt: &raquo;Ein besen ist besser als ordnung.&laquo; Meister Li. Wer ist Meister Li? Ich finde keine Werke von oder über ihn. Ist er vielleicht ein Chinese aus der fernen Zeit der Überlieferung? Dennoch: In der Schlichtheit seines Wortes spiegelt sich die Haltung unserer Welt. Ordnung ist immer bestimmend, fordernd, häufig vernichtend. Ein Besen hingegen ist nie radikal. Während er das eine Sandkorn hinwegfegt, überlebt ein anderes als Samen, wächst, blüht und gedeiht zu etwas Neuem, vielleicht zu einem Ideal. Doch in diesem schönen Buch geht es nicht um Meister Li und Sandkörner. Es geht um Blade, um Unterwelt, Gebirgspflaumen und Komfortzone, um Marketing, Medien und Macht und um eine Suche. </p>
<p>Blade, eine Figur in leuchtend hellrote Plakatfarbe getaucht, stets mit Hut, wie der grüne Ostampelmann, mit allerlei nützlichen und unnützlichen Werkzeugen ausgestattet &mdash; ewiges Feuerzeug, Hundeattrappe, stehendes Lasso, Illuminationskerze, Überraschungstorte &mdash;, dieser Blade sucht im grellgelben und blendweißen Lichtschein seiner Stablampe und sucht und sucht. In Sachen Aufklärung, sagt der Untertitel des Buches. Doch was genau Blade suchen und aufklären will oder muss, bleibt im Dunkeln. Mal bewegt er sich in einer Identitätsfalle, dann an der Goldküste, mal tarnt er sich als Marke, mal leuchtet er um die Ecke einer nicht weiter bezeichneten Scheu entgegen, Seiten später späht er in die Tiefen der Information, doch welcher? &raquo;Der alte traum: aufklärung ud technik nutzen, um leben zu retten.&laquo; Ist es das?</p>
<p>Blade ist mir sympathisch. Auf packpapiernen Untergründen, mit schnellen kräftigen Pinselstrichen gemalt, gezeichnet, gekleckst, eilt er von Blatt zu  Blatt, macht auch vor Würstchenpapptellern nicht Halt. Ist Blade ein Detektiv, Beobachter, Retter, gar ein Philosoph? &raquo;Es war imer gut, schon zu laufen, während man denkt, wohin, dachte Blade. Nur so kann man finden, was nicht erst gesucht wurde.&laquo; Blade muss Peripatetiker sein, der im Gehen sein Denken stimuliert, das Perpetuum mobile in seinem Kopf immer wieder jene Gedanken und Ideen zutage fördern lässt, an die er gar nicht dachte. Ein Aufklärer, der sich selbst aufklärt, während er durch eine Geschichte spurtet, die keinen Sinn ergibt. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/2010/blade,26.jpg" alt="gebirgspflaumen"></p>
<p class="legend">Rainer Zimmermann: BLADE, Gebirgspflaumen, Seiten 52/53</p>
<p>Die &raquo;Gebirgspflaumen&laquo;: Sinnbild für die Absurdität des Lebens. Auf einem Vorsprung, in urwirtlicher Höhe, frei aus dem Fels gemeißelt und technologisch begradigt, sehen wir am erwachsenen Baum die süßen, reifen Früchte im appetitlich leuchtenden RAL 4005 Blaulila. Eine Seilbahn, aufgehängt an durch Generationen gehüteten Geheimnissen und stets wiederkehrenden Illusionen, passiert knapp unterhalb des Himmels. Blade lehnt sich aus der grünen Gondel der Hoffnung, lässt seine Obstbeuteltasche hinab, und schon ahnt und sieht er, dass sein Bemühen nichts ernten, dass seine Reise an diesen Höhenflugort vergeblich gewesen sein wird. Ein naher Steinbock, verzückt, verwundert und vernarrt die Szenerie verfolgend, hätte jodelnd gelacht, könnte er sich in Fremdsprachen ausdrücken. Und auch ich, der ich das Bild betrachte, würde gerne an den Früchten naschen, mich am alten Gebirgspflaumenschnaps der trügerischen Versprechen berauschen. Doch vergebens: Die Seite dreiundfünfzig, meine persönliche mystische Jahreszahl, bleibt beim Umblättern als Geheimnis der Gebirgspflaumen zurück.</p>
<p>Dem Autor Rainer Zimmermann, Grenzgänger zwischen Wissenschaft, Unternehmertum und Kunst, ist mit seinem Bilderbuch und dem Protagonisten Blade eine spannende, unergründliche Geschichte gelungen, die uns bildhaft nahe an die Realität führt, um dann das Ziel der Reise doch offen zu lassen. &raquo;Auf wiedersehen&laquo; sagt uns ein letzter Schnipsel Packpapier. Werden wir Blade in einer Fortsetzung wiedersehen? Oder uns in Blade selbst begegnen? <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
<p class="quote">
Zimmermann, Rainer (Hg. Jürgen Vogdt): BLADE in sachen aufklärung, Kleve, 2005</p>
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		<title>Die sieben Felder zum Erfolg</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/bibliothek/1052</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 07:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>

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		<description><![CDATA[Scheinbar unbeantwortbar sind die Fragen &#187;Wie werde ich erfolgreich? Was macht den Erfolg aus?&#171; Unzählige Bücher zum Thema Erfolg bevölkern die Regale. Das neue Buch <em>Erfolg in Balance</em> will dennoch kein Erfolgsratgeber sein. Die Autoren formulieren sieben Entwicklungsfelder, die, wenn sie in Balance gebracht sind, den Erfolg bewirken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Scheinbar unbeantwortbar sind die Fragen &raquo;Wie werde ich erfolgreich? Was macht den Erfolg aus?&laquo; Unzählige Bücher zum Thema Erfolg bevölkern die Regale. Das neue Buch <em>Erfolg in Balance</em> will dennoch kein Erfolgsratgeber sein. Die Autoren formulieren sieben Entwicklungsfelder, die, wenn sie in Balance gebracht sind, den Erfolg bewirken.</p>
<p><span class="firstletter">D</span>er Komiker, Volkssänger, Autor und Filmproduzent Karl Valentin sagte einmal: &raquo;Es ist schon alles gesagt. Nur noch nicht von allen.&laquo; Dieser Aussage können wir sofort zustimmen, wenn wir uns den Buchmarkt zum Thema Erfolg ansehen. Unzählige Ratgeber überbevölkern in schöner jährlicher Regelmässigkeit die Regale. Überdies ernährt das Thema ein Heer von Beratern, Trainern und Coaches. Bei diesem Gedanken scheint Siegfried Bütefisch und Viola Michaelis, die Autoren des Buches <em>Erfolg in Balance</em>, ein Licht aufgegangen zu sein, denn sie schreiben in ihrem Vorwort: </p>
<blockquote><p>&raquo;Erfolg kann allen Versprechungen zum Trotz nicht gezielt herbeigedacht, herbeimeditiert, herbeivisualiert, herbeigeredet, herbeigehandelt werden &mdash; denn auf viele Erfolgsfaktoren haben wir keinen Einfluss. Bei allen bekannten &lsquo;Erfolgsgeheimnissen&rsquo; wären wir sonst schon längst eine Welt der Erfolgreichen.&laquo;</p></blockquote>
<p><img src="../../../magazin/img/2010/erfolginbalance.jpg" alt="Erfolg in Balance" class="right"/>Und nun legten die beiden Autoren ein Buch vor, das den viel versprechenden Untertitel trägt <em>Das 7-Felder-Prinzip</em>. Also noch ein Buch aus der Reihe der Erfolgsprinzipien, Erfolgsempfehlungen und Erfolgsmethoden? Schauen wir uns das Werk einmal näher an.</p>
<p>Schon im Inhaltsverzeichnis fällt dem Leser auf: Die Zahl Sieben hat es den Autoren wirklich angetan. Wir begegnen nicht nur sieben Entwicklungsfeldern, die uns zum Erfolg führen sollen. In jedem der sieben Kapiteln finden wir &raquo;Sieben Thesen für Eilige&laquo; und einen aus sieben mal sieben Fragen bestehenden persönlichen Test, der zum Nachdenken und zur Reflexion anregt. Nahezu alle Auflistungen umfassen magische sieben Merkmale. George A. Miller, der 1956 auf <em>The Magical Number Seven, Plus or Minus Two</em> hinwies, hätte seine wahre Freude an diesem Buch. </p>
<p><span class="firstletter">I</span>dee, Struktur, Ressourcen, Entwicklung, Handeln, Kommunikation und Führung &mdash; um diese sieben Entwicklungsfelder dreht sich das Buch und auch die beigelegte 7-Felder-Prinzip-Scheibe. Der Denkansatz der Autoren: Wenn diese sieben Felder zu- und miteinander in Balance gebracht sind, kann der Erfolg nicht ausbleiben. Reine Erfolgsorientierung bringt Menschen aus der Balance.</p>
<p>Was bedeutet nun Erfolg in Balance konkret? Wie komme ich als Leser in Balance? Es bedeutet, dass der Leser den kurz und dennoch prägnant skizzierten Arbeitsschritten und Handlungsanweisungen folgt, sein Handeln entsprechend überprüft und, wo erforderlich, korrigiert. Die Autoren benennen bewährte Methodiken und Techniken, die dem Anwender das Durchführen dieses Prozesses erleichtern sollen. Zum Inhalt: </p>
<ul>
<li>Im  Feld &raquo;Idee&raquo; begegnen wir beispielsweise den Methoden für Kreativität, wie dem Mindmapping, der Methode 6-3-5 oder der Methode SCAMPERER.</li>
<li>Das Feld &raquo;Struktur&laquo; erläutert, wie Zeit- oder Projektmanagement durch die Eisenhower-Methode oder Apennin funktionieren kann. Zur Strukturierung des Wissens in Unternehmen gehen die Autoren auch auf Aspekte der Chaosforschung, Kybernetik und Systemtheorie ein.</li>
<li>Das Thema &raquo;Entwicklung&laquo; beleuchtet die Voraussetzungen und Anforderungen, um Persönlichkeiten, Teams und Organisationen voran zu bringen. Die Eckpunkte Veränderung, Stabilität, Chaos und Erstarrung liefern hier Orientierung in Change-Prozessen.</li>
<li>In dem Kapitel über das &raquo;Handeln&laquo; beschäftigen sich die Autoren mit dem wichtigen Thema Work-Life-Balance. Sie erläutern umfassend die entscheidenden Faktoren und geben Hilfestellung bei einer Lebensplanung.</li>
<li>Mit dem Feld &raquo;Kommunikation&laquo; betreten die Autoren ihr ureigenes Handlungsfeld, sind beide doch im Grafik-Design und Marketing zu Hause. So verwundert es nicht, dass sie das Thema ausgiebig und facettenreich beleuchten, ja, selbst eine Handlungsanweisung für professionelles Schreiben beifügen.</li>
</ul>
<div class="box"><strong>Von der Inspiration durch Andere</strong></p>
<div class="image250right"><img src="../../../magazin/img/2010/7felderrad.jpg" alt="7-Felder-Scheibe"/><span class="legende">Die 7-Felder-Prinzip-Scheibe ermöglicht einen intuitiv-spielerischen Umgang mit den sieben Entwicklungsfeldern.</span></div>
<p>Es war im Herbst 2007, als mich Siegfried Bütefisch, seines Zeichens auch Trainer und Coach, einlud, mein Seminar <em>Bewegung statt Sitzung</em> auf der Schwäbischen Alb abzuhalten. Für das Erkunden der individuellen persönlichen Prioritäten hatte ich mein haptisches Werkzeug <a href="http://www.dmps.de/tools/cicidea,0.html" class="linkex"><strong>cicidea</strong></a> für die Teilnehmer mitgebracht. Ich hörte danach nichts mehr von Siegfried, bis er mir jetzt sein neues Buch ankündigte und darauf hinwies, dass er sich von meinem damaligen Kurs inspirieren ließ. Und tatsächlich, die 7-Felder-Scheibe weist Parallelen zu meinem Tool auf: Drehbare Verben- und Fragepronomen-Ringe regen zum spielerischen Kombinieren und Nachdenken an. Doch diese Methode stammt auch nicht von mir. Ich ließ mich von dem katalanischen  Philosophen, Logiker und Theologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ramon_Llull" class="linkex">Ramon Llull</a>, der in der zweiten Hälfe des 13. Jahrhunderts auf der Insel Mallorca lebte, durch seine <em>Ars magna</em> inspirieren. Interessant zu beobachten, wie sich Ideen fortentwickeln.</div>
<p>Die Autoren ergänzten ihr Werk durch Interviews mit bekannten und interessanten Persönlichkeiten, wie Dr. Henning Scherf, Karl-Heinz Karius oder Kerstin Abele. In diesen Gesprächen erfährt der Leser Wissenswertes zum persönlichen Erfolg und der Handlungsweise der Interviewpartner. Ein schönes Bonbon geben die Autoren dem Leser am Ende eines jeden Kapitels mit auf seine Denkreise: Ausgesucht sinnige und bereichernde Zitate und Assoziationen lassen das Thema ausklingen und regen zum Nachdenken an. </p>
<p>&raquo;Erfolg in Balance&laquo; ist ein Buch, das umsetzbare Handlungsvorschläge für das private und unternehmerische Umfeld anbietet. Es ist ungeschnörkelt flüssig geschrieben und verzichtet auf ausufernde Beschreibungen. Zusammen mit der 7-Felder-Prinzip-Scheibe ist es ein Buch für Praktiker, die ihren Erfolg in die Hand nehmen wollen. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
<p class="quote">
Bütefisch, Siegfried und Michaelis, Viola: Erfolg in Balance, Berlin, 2010.<br />
Website zum Buch <a href="http://www.erfolg-in-balance.de/" class="linkex">Das 7-Felder-Prinzip</a></p>
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		<title>Herr Neumann erklärt das Glück</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 04:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Müssen]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Wollen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Glück &#8212; was würden wir nicht alles geben, um glücklich zu sein: als Unternehmer, als Politiker, als Familie, als Ehepartner, als Single. Kommt das Glück ganz alleine zu uns? So auf gut Glück? Oder müssen wir vielleicht für unser Glück etwas tun? Wie kann man das Glück einfangen? Vielleicht mit Hilfe einer Software? Das wäre doch mal etwas Neues. Herr Neumann erklärt das Glück.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Das Glück &mdash; was würden wir nicht alles geben, um glücklich zu sein: als Unternehmer, als Politiker, als Familie, als Ehepartner, als Single. Kommt das Glück ganz alleine zu uns? So auf gut Glück? Oder müssen wir vielleicht für unser Glück etwas tun? Wie kann man das Glück einfangen? Vielleicht mit Hilfe einer Software? Das wäre doch mal etwas Neues. Herr Neumann erklärt das Glück.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/20,welle.jpg" alt="welle" class="right"/><span class="firstletter">H</span>err Neumann sagt, wir können unser Glück modellieren. Daher ist sein kleines Büchlein auch <em>Model Dein Glück</em> getitelt. Der Begriff <em>modeln</em> ist hier als eine Mischung aus Anglizismus und Germanismus zu betrachten. Leider sagt uns Herr Neumann nicht, ob wir es <em>mohdeln</em> oder <em>moddeln</em> aussprechen sollen. Damit man das mit dem Modellieren versteht, muss man wissen, dass Herr Neumann zusammen mit einem Partner eine Software entwickelte, welche Zusammenhänge und Bewertungen von Faktoren in einem visuellen Modell darstellt. Und wie das bei wissenschaftlich orientierten Menschen so manchmal passiert, ist auch Herr Neumann von seinem Produkt derart fasziniert, dass er es auf alle möglichen und auch unmöglichen Lebenssituationen übertragen will. Beispielsweise auf das Glück.</p>
<p>Aber bevor wir so weit sind, wollen wir uns mit Herr Neumanns Theorie auseinandersetzen. Ganz im Sinne von Immanuel Kant &mdash; &raquo;Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie&laquo; &mdash; entwickelte Herr Neumann eine kleine Theorie der Glücksursachen. Dabei greift Herr Neumann in die Evolutionskiste und erklärt uns, dass wir uns zum Erfolg und Glück einerseits in die Umwelt <em>integrieren müssen</em> und andererseits <em>weiterentwickeln wollen</em>. Das würde auch erklären, warum es heute keine Dinosaurier mehr gibt &mdash; die haben sich schlicht nicht weiterentwickelt.<br />
Herr Neumann verwendet für die Darstellung seiner Theorie das diesmal nicht Software gestützte Modell einer Welle. Wenn wir integriert sind und uns weiterentwickeln wollen, sind wir glücklich und erfolgreich, schwimmen also ganz oben auf der Welle. Fehlt eine der beiden Voraussetzungen über längere Zeit, sind wir unglücklich, stürzen über die Welle ab oder fallen ins Wellental zurück. Herr Neumanns Wellenmodell lehnt sich hier an die Katastrophen-Theorie des französischen Mathematikers René Thom an, die sich mit unstetigen, sprunghaften Veränderungen von dynamischen Systemen befasst.</p>
<p>Als weiteres Bindeglied der Theorie fügt Herr Neumann seine <em>Know-Why-Methode</em> an. Herr Neumann behauptet, dass in der hollistischen Fragestellung <em>Warum</em> der Schlüssel zum Ursache-Wirkungsmodell <em>Integration &ndash; Weiterentwicklung</em> liegt. &raquo;Warum betreiben wir Konversation, warum gehen wir ins Fussballstadion, warum ist das iPhone erfolgreich, warum hängen Jugendliche mit Punkern ab, warum scheitert die Reformpolitik&laquo; [...] Alle erfolgreichen Beispiele sind die Ursache einer integrierten Weiterentwicklung, negative Beispiele zeigen zu viel Weiterentwicklung ohne Integration. </p>
<p>Und, wie um diesem recht schlichten Theoriegebilde  eine Krone aufzusetzen, sieht Herr Neumann das Müssen und Wollen als die Triebfedern des Menschen. Warum überwindest Du Dich, Sport zu treiben? Warum trennst Du den Müll? Warum liest Du dieses Buch? Herr Neumann schreibt: &raquo;Die generelle Antwort auf solche Fragen ist eigentlich immer, dass Du etwas willst oder Du etwas musst, oder sogar Du etwas musst und auch willst.&laquo; Guten Tag, Herr Maslow, demontieren Sie Ihre Pyramide, wir haben ein schöneres, einfacheres Modell gefunden.</p>
<p>Nun, da wir die nüchterne Theorie kennengelernt haben, führt uns Herr Neumann in seinem Buch in das pralle Leben ein. In fast dreißig Kapiteln, manche nicht mehr als eine Seite lang, erfahren wir: </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Die Partnerschaft reift &ndash; Liebe braucht neue Ideen<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Varietät &ndash; mach&#8217; Deinen Erfolg wahrscheinlich!<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Sex multifunktional<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Karriere vs. Hausfrau &ndash; entwickeln wir uns selbst?<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Jugendliche &ndash; they just wanna have fun<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> PC und TV &ndash; passives Erleben<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Produkte &ndash; gekaufte Weiterentwicklung und Integration<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Drogen &ndash; grundlose Gefühle<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Glauben &ndash; evolutionäre Integration<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" />  Fans &ndash; fanatische Integration<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> U-Bahnschläger &ndash; ausgegrenzte Homonjäger<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Asiaten &ndash; zuwenig Weiterentwicklung<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Amerikaner &ndash; zu wenig Integration<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Kreativität &ndash; nützliche Querbefruchtung<br />
<img src="../../../magazin/img/bgGrey.gif" alt="p" /> Emotionale Intelligenz &ndash; richtig ticken<br />
&mdash; usw.</p>
<p>Dann endlich, in Kapitel 33 hält Herr Neumanns rauschender Wortwasserfall zum Lebensglück inne &mdash; wir sollen etwas über seine Software erfahren, ein Werkzeug, das uns helfen soll, unser Glück zu modeln, <em>die Grenzen unseres Verstandes [zu] erweitern</em>. Doch mit dem Modellieren von Glück, das erkennen wir schnell, hat die Software recht wenig zu tun. Sie erinnert ein wenig an das Prinzip <em>MindMap</em> oder <em>Creative Map</em>: wir listen Stichworte auf, ordnen und verschieben sie in einem Fenster, verknüpfen sie mit Pfeilen, gewichten sie vielleicht noch, und schon sind wir mitten drin im <em>vernetzten Denken</em>. Was hat das mit Glück zu tun? fragen wir uns und blättern weiter. Ach, eine Urlaubsplanung können wir auch mit der Software erledigen? </p>
<p>&raquo;Dieses Buch ist nur erfolgreich, wenn es Dich als Leser/in integriert weiterentwickelt&laquo;, spricht uns Herr Neumann an. Fühlen wir uns denn nach der Lektüre integriert weiterentwickelt? Nein, Herr Neumann, ganz sicherlich nicht. Welche Zielgruppe hatten Sie eigentlich im Sinn, als Sie dieses Buch schrieben? Was wollten Sie damit erreichen? Mussten Sie den Verkauf Ihrer Software ankurbeln? Wollten Sie uns einfach einmal Ihre Sicht der Welt beschreiben? Uns vorführen, ob wir richtig ticken? <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
<p class="quote">
Neumann, Kai: Know-Why, Model Dein Glück. 2008, Norderstedt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gelesen: Die Flaneurin</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 04:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Flanieren]]></category>
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		<category><![CDATA[Phantasie]]></category>
		<category><![CDATA[Stalking]]></category>
		<category><![CDATA[Verfolgen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Frau stellt einen Mann nach, den sie nicht kennt. Ihr Beobachten und Verfolgen wird zur Obsession, das ihr Leben stillstehen lässt und dramatisch verändert. &#8211; Petra Urban, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und DIALOGUS Autorin bringt in ihrem neuen Buch ein aktuelles, gesellschaftlich noch wenig beachtetes Thema zur Sprache.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Eine Frau stellt einen Mann nach, den sie nicht kennt. Ihr Beobachten und Verfolgen wird zur Obsession, das ihr Leben stillstehen lässt und dramatisch verändert. &ndash; Petra Urban, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und DIALOGUS Autorin bringt in ihrem neuen Buch ein aktuelles, gesellschaftlich noch wenig beachtetes Thema zur Sprache.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/17,flaneurin.jpg" alt="flaneurin" class="right"/><span class="firstletter">E</span>ine Frau, fünfzig Jahre alt, familiär und finanziell unabhängig, Bestattungsrednerin aus Langeweile und Leidenschaft, in Albträumen von ihrer verstorbenen Mutter geplagt, sieht in ihrer Stadt einen Mann, einen eleganten Abenteuerertyp, der sie ganz plötzlich über alle Maßen fasziniert. Sie begegnet ihm bei einem Begräbnis, später erneut in einem Hotel. Diese Begegnungen deutet Henriette als Bestätigung seines Interesses und ihrer stillen Hingabe. Sie beginnt ihm nachzustellen.<br />
Als sie der Silbergraue, wie sie ihn nennt, anspricht und um das Manuskript ihrer Trauerrede bittet, wird das Verfolgen seines Lebens zur Obsession. Sie steigt über Balkonabsperrungen, um ihn zu sehen, reist an seinen Wohnort, beobachtet sein privates Eheglück, sein berufliches Leben, dringt alsbald unter Vorwand in sein Haus ein und stiehlt ein silbernes Feuerzeug, das sie wie einen Fetisch bei sich trägt. Ihre Besitz-Phantasien verstärken sich zu Halluzinationen zwischen einem längst vergangenen, unerfüllten Liebesabenteuer und den sinntäuschenden Attacken ihrer toten Mutter. Ihr Leben bleibt stehen, dreht sich nur noch um das Beobachten und Verfolgen. Da Albert, der Verehrte, sie natürlich nicht wahrnimmt, ruft Henriette ihn an. Von einem gegenüber gelegenen Haus sieht sie zu, wie er ihren Anruf annimmt und zu ihr spricht. Das gestohlene Feuerzeug benutzt sie als Pfand und Lockmittel, um Albert zu einem in ihrer Phantasie erfüllenden Rendezvous in jenes Hotel zu bewegen. Albert sagt zu, zu kommen.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" class="center" /></p>
<blockquote><p>&raquo;Mein Blick schweift weiter durch die Menge, suchend. Und tatsächlich, da entdecke ich ihn, er lehnt nebem dem Eingang der noch geschlossenen Kapelle an der Wand. Er unterhält sich, trägt seinen braunen Kamelhaarmantel und fährt sich mit einer lässigen Geste, die mir gut gefällt, durch das dichte silbergraue Haar. In der Hand hält er Lilien, weiße Lilien, die ich in diesem Moment zu meinem Lieblingsblumen erkläre.&laquo;</p></blockquote>
<blockquote><p>&raquo;Albert, flüstert die Stimme in mir.<br />
Erschrocken ziehe ich den Kopf ein. Im Sturzflug kommt etwas auf mich zu, etwas Dunkles und Bedrohliches, eine Art Schatten, rast auf mich hernieder wie ein riesiger schwarzer Vogel.<br />
Mama ist wieder da. Ihr Gesicht ist kalt und streng, ihr Mund spitzer als spitz, er sieht aus wie ein Schnabel, mit dem sie nach mir hacken will. Mama ist böse. Und ich weiß auch warum.&laquo;</p></blockquote>
<blockquote><p>&raquo;Die Alten kommen noch näher, krabbeln auf mich zu. Schwarze Todesvögel, die schon lange nicht mehr zum Himmel auffliegen können, und die mich jetzt umkreisen, in ihre Mitte einschließen und sogar berühren, als wollten sie nicht nur von der Verstorbenen, sondern auch von mir Abschied nehmen.&laquo;</p></blockquote>
<blockquote><p>&raquo;Unvermittelt mache ich einen Schritt zur Seite. Albert hat sich umgedreht und mich angeschaut. Aber schon gucke ich wieder hinein ins hellerleuchtete Zimmer, Albert streckt die Arme nach ihr aus, sagt etwas, was ich nicht verstehen kann, lacht, und zieht Schneewitchen zu sich heran. Das weiße Handtuch fällt zu Boden, sieht aus wie frisch gefallener Schnee zu ihren Füßen. Wie schön sie ist, wie beneidenswert jung und wie unschuldig in ihrer Nacktheit, die weißen Brüste mit den rosigen Spitzen, die wie Knospen sind und die sie ihm sehnsüchtig entgegenstreckt. Sie tut mir dennoch leid.&laquo;</p></blockquote>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" class="center" /></p>
<p><span class="firstletter">D</span>er Roman ist skurril, urban, lebensnah und psychologisch tiefgründig, dabei atmosphärisch dicht geschrieben. Scharf und kantig sind die Sätze in die Geschichte geschnitten. Klar und präzise die Beschreibungen von Raum und Ort. Da bleibt kein Platz für sentimentale, elegische oder träumerische Betrachtungen. Alles ist sichtbar und transparent. Wie auf Schienen läuft die Handlung vorwärts und der Leser folgt ihr gebannt, Seite um Seite, fast schon hypnotisch. Kein gedankliches Abschweifen, kein müßiges Zurücklehnen. </p>
<p>Die Figuren, wie mit einem Skizzierstift gezeichnet, erfahren durch ihren wiederholten Auftritt, wie sie sprechen und agieren, an Kontur und Bekanntheit. Sie tragen Namen, die schmunzeln lassen: Frau Toxi, Schneewitchen, Madonnengesicht, Fohlen im Rock. Die Protagonistin bleibt dem Leser vielfältig in ihrer Wandlung: Zuerst erscheint ihm ihr Wesen verschroben, eigenbrödlerisch, dann irrsinnig, pathologisch, später hilflos, verletzt, verständlich. Doch wer ist Henriette wirklich?</p>
<p>Das Thema ist aktuell. <em>Stalking</em>, das obsessive und bedrohende Belästigen von bekannten oder unbekannten Personen, die erzwungene Annäherung und unerwünschte Kommunikation &mdash; dieses Verhalten tritt erst sein kurzer Zeit in unser gesellschaftliches Bewusstsein. Petra Urban behandelt in ihrem Buch Stalking nicht als Folge eines Liebeswahns, wie es bislang Filme und einige wenige Bücher darstellten, sondern als psychologische Auseinandersetzung mit einer unbewältigten Vergangenheit, ausgelöst durch den Einfluss einer alles beherrschenden Mutter und einer unerfüllten, verhinderten Liebesbeziehung. Die Geschichte schließt, nach einer lang anhaltenden Spannungskurve, nicht mit einem vielleicht erwarteten fulminanten Paukenwirbel &mdash; das Buch endet mit dem leisen Anschlagen einer Triangel. Das stimmt umso mehr nachdenklich. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p>Urban, Petra: Die Flaneurin; Leinpfad-Verlag, Ingelheim. 2009.</p>
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		<title>Für Sie gelesen: Die Entscheider-Bibel</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 04:55:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mission]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>

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		<description><![CDATA[Die <em>Entscheider-Bibel</em> ist ein Arbeitsbuch, das dem Entscheider Kenntnisse und Werkzeuge in die Hand gibt, seine Entscheidungen optimal vorzubereiten, zu bewerten und durchzuführen. Zugleich dient das Buch als Coach in Fragen der eigenen Vision und persönlichen Mission im Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Die <em>Entscheider-Bibel</em> ist ein Arbeitsbuch, das dem Entscheider Kenntnisse und Werkzeuge in die Hand gibt, seine Entscheidungen optimal vorzubereiten, zu bewerten und durchzuführen. Zugleich dient das Buch als Coach in Fragen der eigenen Vision und persönlichen Mission im Leben. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/15,entscheiderbibel.jpg" alt="entscheiderbibel" class="right"/><span class="firstletter">E</span>ntscheiden gehört wie das Atmen zu unserem Leben. Meist treffen wir Entscheidungen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind &mdash; wir entscheiden intuitiv, aus der Erfahrung heraus, weil wir lernten, wie wir uns in alltäglichen oder typischen Situationen am besten verhalten. Dann wieder sitzen wir über Entscheidungen, die uns alles abverlangen: Wie sollen wir entscheiden? Welche Alternativen gibt es? Welche Entscheidung ist die geeignetste, die günstigste, die optimale?</p>
<p>Mit dem Buchtitel <em>Die Entscheider-Bibel</em> legt der Autor und Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz die Sprunglatte sehr hoch. Bedeutet der Begriff <em>Bibel</em> nicht nur das <em>Buch der Bücher</em>. Im übertragenen Sinne steht Bibel auch für ein Standardwerk eines Sachgebiets. Ist die Entscheider-Bibel nun das Standardwerk für Entscheidungen? Sehen wir uns das Buch näher an.</p>
<h4>Schlüsselelemente einer Entscheidung</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> In einer Einführung lernen wir die Schlüsselelemente einer guten Entscheidung kennen: Wir brauchen Entscheidungsklarheit. Wir müssen zuerst einmal selbst wissen, was wir wollen. Haben wir noch keine hundertprozentige Klarheit über unser Wollen, benötigen wir attraktive Alternativen, die wir uns erarbeiten. Wir erfahren, dass wir die größtmögliche Unterstützung anderer Menschen brauchen, wenn wir unsere Entscheidung erfolgreich umsetzen wollen. Und wir hören schließlich, dass Entscheiden <em>richtungsgetriebenes Handeln</em> bedeutet, ein Handeln, das unseren ganzen Einsatz erfordert.</p>
<h4>Entscheidungsklarheit herstellen</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> Wie kommen wir zu einer Entscheidungsklarheit? Lietz sieht hierfür zwei Vorbedingungen, die er ausführlich behandelt. Eine persönliche Vision sei die Grundlage einer jeden Entscheidung, so der Autor, und wir benötigten eine Mission, die sich wie ein roter Faden durch unser Leben zieht. Der Autor verzweigt dabei in einen umfangreichen Workshop zur Entwicklung einer eigenen Vision und persönlichen Mission.</p>
<h4>Bedarf konkretisieren</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> Das Erfordernis der Entscheidungsklarheit stellt die Frage: Was ist mein Bedarf und was will ich wirklich? Lietz sieht im Bedarf einer der Dreh- und Angelpunkte für die Entscheidungsfindung. Dabei beleuchtet er sehr detailliert die Faktoren, welche den Bedarf ausmachen und beeinflussen. Er stellt auch die Sinnfrage für den Entscheider und benennt hierfür drei Prinzipien: Langfristigkeit, Werte- und Missionsorientierung. Diese machen, so Lietz, zusammen mit den Bedarfsfaktoren <em>persönliche Vision</em> und <em>Mission</em> die Eckpfeiler der Entscheidungsgrundlage aus. </p>
<h4>Attraktive Alternativen</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> Im Kapitel über den &raquo;Stoff, aus dem Entscheidungen sind&laquo;, den <em>attraktiven Alternativen</em>, machen wir einem längeren Ausflug in die Themen Kreativität und Zeitmanagement. Die Bibel für den Entscheider verwandelt sich in einen Kursus über Kreativstrategien und -methoden, mit denen der Entscheider erlernen kann, wie er Alternativen erzeugt, vergleicht und sie optimiert. </p>
<h4>Entscheider brauchen Unterstützer</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> Kein Entscheider lebt auf einer Insel. Für das erfolgreiche Umsetzen seiner Entscheidung ist er häufig auf die Unterstützung Anderer angewiesen. Der Autor behandelt dieses Thema ausführlich und mit vielen Praxisbeispielen, so auch, wie Betroffene zu Beteiligten einer Entscheidung werden können. </p>
<h4>Das Entscheider-ABC</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgRust.gif" alt="p" /> Dieses Kapitel fasst das gesamte Spektrum des Entscheidungsprozesses in kurzen, prägnanten Stichworten zusammen: von Auftrag über Innovation und Nachfolge bis Zielkonflikt. Vorangestellt ist diesem Kompendium eine Kurzbeschreibung der fünfzehn Entscheidungsfallen, die der Autor in seinem bereits 2007 veröffentlichten <em>Entscheider-Buch</em> schilderte.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Die <em>Entscheider-Bibel</em> ist ein an der Praxis orientiertes Arbeitsbuch. Eine gewisse Lust des Autors am Klassifizieren und Typisieren von Sachverhalten erschwert mitunter den Lesefortschritt.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Der Einsteiger in das Thema des Entscheidens findet fundierte Kenntnisse und Handreichungen, die es ihm ermöglichen, Entscheidungen optimal vorzubereiten, zu bewerten und durchzuführen. Aufgrund der enormen Fülle und Vielfalt des Materials wird es für ihn allerdings nicht immer leicht sein, einen geraden Weg zu gehen. Hier wäre oftmals eine didaktische Aufbereitung der Themen wünschenswert gewesen. </p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Dem fortgeschrittenen Entscheider eröffnet das Buch viele Details, welche die Prozesse des Entscheidens vertiefen und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln sichtbar machen. Durch die mitgelieferten, auf einer speziellen Website auch downloadbaren Workshops besteht die Möglichkeit des Selbststudiums und der Reflexion bisheriger Entscheidungswege.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Der Profi-Entscheider wird vielleicht Hinweise zur Psychologie des Entscheidens und dem aktuellen Stand der Entscheidungsforschung, etwa der Neuroökonomie,  vermissen. Zwar werden die Themen Bauchgefühl und Intuition gestreift, die Anatomie der Ratio im Entscheiden findet in der Entscheider-Bibel keinen Platz. Dabei wäre es beispielsweise durchaus spannend zu erfahren, welche Rolle das emotionale Erfahrungsgedächtnis bei Entscheidungen spielt.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/bgOrange.gif" alt="p" /> Die Orientierung des Autors an Themen wie Vision und Mission oder Kreativität lässt erkennen, dass die Entscheider-Bibel eher in die Richtung eines persönlichen Coachings tendiert, als die Aspekte des Entscheidens umfassend, also sowohl in Theorie als auch in Praxis, darstellen zu wollen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Entscheider-Bibel ein gelungenes und nützliches Werk. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<div class="quote">
Lietz, Kai-Jürgen: Die Entscheider-Bibel. München. 2009</p>
<p><a href="http://www.entscheider-bibel.de" class="linkex">Website Entscheider-Bibel</a><br />
<a href="http://www.entscheiderblog.de" class="linkex">Blog des Autors Kai-Jürgen Lietz</a>
</div>
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		<title>F&#252;r Sie gelesen:Das große Lexikon Medien und Kommunikation</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 04:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Das große Lexikon Medien und Kommunikation
Kompendium interdisziplinärer Konzepte
Herausgeber: Leon R. Tsvasman]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das große Lexikon Medien und Kommunikation</strong><br />
Kompendium interdisziplin&auml;rer Konzepte<br />
Herausgeber: Leon R. Tsvasman</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2008/07,medienbuch.jpg" alt="medien" class="right"/> Es d&uuml;rfte immer ein heißes Eisen sein, ein Lexikon, zudem noch ein großes Lexikon, zu einer eng definierten Beschreibung auf den Markt zu bringen. Vor allem dann, wenn es sich bei den Themen <i>Medien und Kommunikation</i> um die aktuell dynamischsten und einem starken Wandel unterworfenen Themenfelder handelt, die sowohl Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaften und K&uuml;nste als auch alle Medien und die Kommunikation selbst durchdringen. </p>
<p>Das Werk liefert, laut Definition, f&uuml;r Studierende, Wissenschaftler und Praktiker gleichermassen ein Kompendium interdisziplin&auml;rer Konzepte &mdash;  ein recht schwieriges, wenn nicht gar unm&ouml;gliches Unterfangen, da die Bildungs- und Wissensvoraussetzungen der avisierten Lesergruppen nicht deckungsgleich sein k&ouml;nnen. So entschloss sich der Rezensent, das Buch aus einer mehr praktisch orientierten Perspektive zu betrachten.</p>
<p>Die inhaltliche Struktur bildet eine weit reichende Stichwortbr&uuml;cke &uuml;ber die Disziplinen P&auml;dagogik, Psychologie, Philosophie, Soziologie, Philosophie, Anthropologie und Kybernetik. Auch Begriffe aus Marketing, Politik, Recht, Kultur, Kunst und Ethik werden ber&uuml;cksichtigt. Das Buch liefert verst&auml;ndlich formulierte Erl&auml;uterungen, zum Teil auch popul&auml;r-wissenschaftliche Darstellungen, welche Studierenden wie Praktikern helfen, sich im Dschungel von Theorien und Systemen zu orientieren. </p>
<p>Im Anspruch des Buches entsprechend werden medien-relevante Begriffe, wie Medienberufe, Mediengesellschaft, Medienkompetenz, Medienwirkung, Medienkunst und Medienpsychologie ausf&uuml;hrlich behandelt. Dem Rezensenten f&auml;llt auf, dass im Themenkomplex <i>Medienrecht</i> die seit geraumer Zeit gef&uuml;hrte politische Diskussion &uuml;ber das Urheberrecht keine Erw&auml;hnung findet. </p>
<p>&Uuml;berhaupt wirf die Begriffsauswahl und -gewichtung einige Fragen auf: Unter dem Stichwort <i>Buch</i> findet der Leser auf gut sieben Seiten eine detaillierte Abhandlung. Zum Stichwort <i>Bild</i>, das wohl dem  Hauptthema <i>Medien und Kommunikation</i> wesentlich n&auml;her stehen d&uuml;rfte, findet sich gar kein Eintrag. Daf&uuml;r wird unter <i>Bildjournalismus</i> eine Titel-Abbildung der <i>London News</i> aus dem Jahre 1871 gezeigt; &uuml;ber den Zusammenhang bleibt der Leser im Unklaren. Etwas deplatziert erscheinen Stichwortbeitr&auml;ge wie <i>Customer Relationsship Management (CRM)</i> oder <i>Farbe</i>. &Uuml;ber den Artikel <i>Liebe</i> muss sich der Rezensent nicht verwundern, wenn er die einleitenden Worte lesen darf:<br />
<blockquote>&raquo;Liebe ereignet sich aus der kognitiv-intersubjektiven Haltung der verst&auml;rkten Aufmerksamkeit (Anerkennung, Achtung) und wird als [besonders] intensive Zuneigung oder Verbundenheit erlebt.<br />
Der Antrieb der Liebe ist biologischer Natur, ihre anthropologische Eigenart besteht in der kommunikativen &Uuml;bertragbarkeit auf die Entit&auml;ten &mdash; Konstrukte und Kategorien &mdash; der transsubjektiven Wirklichkeit &hellip;&laquo;</p></blockquote>
<p><i>Das große Lexikon Medien und Kommunikation</i> ist nicht nur dank des großen Schriftbildes leicht zu lesen: Es liefert dem interessierten Studierenden und Praktiker einen, meist kurz und b&uuml;ndig, formulierten Abriss zu den Begriffen. Die Struktur innerhalb der Beitr&auml;ge ist &uuml;bersichtlich; Stichw&ouml;rter, die sich im Stichwortverzeichnis finden, werden im Fettdruck angezeigt. Das Werk schließt mit Kurzbiografien bedeutender Kommunikationsforscher, Verweise auf Grundlagenwerke, Internetadressen und den Biografien der 30 beteiligten Verfasser.</p>
<p class="quote">
ISBN: 9783899135152; Herausgeber: Leon R. Tsvasman; Verlag: Ergon; Sprache: deutsch; 425 Seiten; 2006.</p>
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		<title>Meine absurdistische Bibliothek</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/bibliothek/54</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 04:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Zischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[Genuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Jahren pflege ich eine absurdistische Bibliothek. Sie beinhaltet B&#252;cher, die ein abstraktes Gedankenger&#252;st &#8212; Logik des Zerfalls, Absurdit&#228;t des Daseins, Vernichtung von individueller Identit&#228;t, notwendiges Scheitern, gebannter Blick auf den Tod  &#8212; überspannt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="../../../magazin/img/2008/06,library.jpg" alt="library" class="right"/><span class="firstletter">S</span>eit Jahren pflege ich eine absurdistische Bibliothek. Sie beinhaltet B&uuml;cher, die ein abstraktes Gedankenger&uuml;st &mdash; Logik des Zerfalls, Absurdit&auml;t des Daseins, Vernichtung von individueller Identit&auml;t, notwendiges Scheitern, gebannter Blick auf den Tod  &mdash; &uuml;berspannt. Ich liebe Werke, die in einer elliptischen Form mit hermetischer Tendenz, in wortgewaltigen Gedanken und ruppiger Handgreiflichkeit eine Symbolik darstellen, welche die pessimistische Unerbittlichkeit dieser Welt ad absurdum f&uuml;hrt oder destruiert. Die sich nicht scheinbar zyklisch wiederholende Geschichte, getragen von archetypischen Verhaltensmustern, animalischen Trieben und den daraus abgeleiteten Gesellschaftsstrukturen, best&auml;tigt in diesen B&uuml;chern ein negatives, pand&auml;monisches Weltverst&auml;ndnis. Diese absurdistische Bibliothek dient mir als Kulissenbeschreibung des  Fallens und St&uuml;rzens einer ganzen Epoche. <i>Nichts wird sein, kein Schmerz, keine Angst &hellip; keine Engel. Kein Teufel. Nichts.</i></p>
<p>Das Motto, das ich &uuml;ber der Eingangst&uuml;re anbrachte, lautet: <i>Es gen&uuml;gt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unf&auml;hig sein, sie auszudr&uuml;cken. </i>Karl Kraus</p>
<p>Ich bespreche hier einige B&auml;nde, die B&auml;nde sprechen und die ich immer wieder gerne zur Hand nehme. Was mir dabei erst jetzt auff&auml;llt, ist, dass mein Buchbestand meist vom Essen und Trinken und Kochen handelt. Das ist sehr verwunderlich.</p>
<p class="doc">Brot in Venedig &mdash; Thomas Mann</p>
<p>Teigst&uuml;ck; Erstb&auml;cker: Hyperionb&auml;ckerei Hans von Weber, 1912.</p>
<p>Gustav von A. ist ein ber&uuml;hmter deutscher Dichter, der sehr auf Essen und Trinken bedacht ist. Unvermittelt unterliegt er der Versuchung, f&uuml;r ein paar Wochen zu verreisen und gelangt so nach Venedig, wo er dem Anblick eines Brotlaibs erliegt, den er f&uuml;r den Inbegriff des Sch&ouml;nen h&auml;lt. &ndash; In dieser neoklassizistischen <i>novella pistoria</i> sind die Zutaten mindestens ebenso wichtig wie die Rundungen. Es geht um den Konflikt zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen am Beispiel des Verfalls des Geschmacks in der bemehlten Atmosph&auml;re einer krustigen Stadt.</p>
<p class="doc">Bezahlt wird nicht &mdash; Dario Fo</p>
<p>Ristorante reale: Non si paga! non si paga!; Restaurant: ohne Ortsangabe, Mailand 1974.</p>
<p>Der &auml;ngstlich auf Geld bedachte geizige Gourmand Giovanni Avariti ist mit der resoluten, schlagfertigen Antonia verbandelt, die gewissermassen das Fast-Food-Establishment verk&ouml;rpert und nicht z&ouml;gert, Currywurst und Pommes als Waffe gegen die Klasse der Epicures und Vinomicos einzusetzen.</p>
<p class="doc">Effis Bries &mdash; Theodor Fontane</p>
<p>Menus: 1888/89 bis 1894; Probe: 1894/95; Erstmenu: Berlin 1895.</p>
<p>Die 17-j&auml;hrige Effi bekocht den doppelt so alten Landrat Baron von Innstetten. Bald f&uuml;hlt sie sich allein in der K&uuml;che und unterfordert. Das &auml;ndert sich erst, als der leichtkochende und &uuml;ppige Saucen verachtende Maître Crampas ihr zeigt, wie wahre Liebe schmeckt. &mdash; Die Handlung beruht auf einem authentischen Fall. Fontane besch&auml;ftigt sich eingehend mit Menus und Rezepten, h&auml;lt sich jedoch mit leidenschaftlichen Gef&uuml;hlausbr&uuml;chen zur&uuml;ck und vermeidet jede pathetische Gourmetsophie.</p>
<p class="doc">Der Mann mit der Paste &mdash; Henning Mankell</p>
<p>Hors de criminale: Pyramiden; Lokalit&auml;t: Ordfront, Stockholm 1999.</p>
<p>Am Heiligen Abend findet Kurt Wallander in einem Tante-Emma-Laden ein fertig zubereitetes Vol-au-vents. Bevor er einen klaren Gedanken fassen kann, wird er von hinten niedergeschlagen. &ndash; Der Titel ist eindeutig mangelhaft und unvollst&auml;ndig &uuml;bersetzt, da er auf Carêmes Zufallsereignis anspielt, was im Buch jedoch keinesfalls ber&uuml;hrt wird.</p>
<p class="doc">Der Hummerk&uuml;nstler &mdash; Franz Kafka</p>
<p>Show-Restaurant; Idee: Die Schmiede, Berlin 1924.</p>
<p>Eingesperrt in einen K&auml;fig, sitzt der Hummerk&uuml;nstler auf etwas gehackten Schalotten und nimmt keine Nahrung ausser einen Hummer <i>Thermidor</i> zu sich. Hungrige dr&auml;ngen sich, um ihn zu sehen. Weil aber der Patron weiss, dass der Hunger der Zuschauenden ins Unermessliche ansteigt, bricht er die Darbietung jeweils nach 40 Tagen ab.</p>
<p class="doc">Die S&auml;ue der Erde &mdash; Ken Follett</p>
<p>Historienspektakel; Original: The Pigs of Earth, 1990; Deutsche Erstausgabe: 1992.</p>
<p>Nach dem Tod von K&ouml;nig Heinrich I. im Jahr 1135 kommt es in England zu einem Schinkenfolgekrieg. Vor diesem Hintergrund k&auml;mpfen der Prior Philip und der Schlachtermeister Tom Butcher gegen zahlreiche Widerst&auml;nde f&uuml;r ihren Lebenstraum: den Bau einer gewaltigen gotischen R&auml;ucherkammer.</p>
<p class="doc">Alice im Plunderland &mdash; Lewis Carroll</p>
<p>Phantasie-Confiserie: 1865; Alice&#8217;s Adventures in Plunderland; Deutsche Handelsausgabe: 1869.</p>
<p>Alice ist eine etwa 20-j&auml;hrige Frau, die sich &uuml;ber eine sprechende Teigtasche wundert, die auch noch eine Uhr bei sich hat. Neugierig folgt sie der Tasche in deren B&auml;ckerei und ger&auml;t in ein &uuml;berirdisches Plunderland. Einmal w&auml;chst Alice bis weit &uuml;ber die Baumkuchen hinaus. Auf die Gr&ouml;ße eines Nougatkonfekts geschrumpft, erlebt Alice mit Amerikanern und Kopenhagenern ein lukullisch-sibyllinisches Abenteuer nach dem anderen und kommt aus dem Essen nicht mehr heraus.</p>
<p class="doc">Alexis Sorbet. Teurer Abend auf Kreta &mdash; Nikos Kazantzakis</p>
<p>Essdramolett; Lokalit&auml;t: ohne Ortsangabe; Griechenland 1946.</p>
<p>Ein feinschmeckender Engl&auml;nder, der eine Taverne auf Kreta pachtet, um unter einfachen Menschen ein neues Leben zu beginnen, wird mit archaisch-grausamen Kostproben der griechischen Esskultur konfrontiert. Der Intellektuelle trifft auf einen ungebildeten, aber k&uuml;chenerfahrenen Mann mit einem unverf&auml;lschten gesunden Produktverstand. &mdash; <i>Alexis Sorbet</i> ist ein s&uuml;ndhaft teures, dennoch wunderbares Dessert.</p>
<p class="doc">Omelette &mdash; William Shakespeare</p>
<p>Kochst&uuml;ck; The Tragical Cooking of Omelette, Prince of Denmark; Kochkurs in f&uuml;nf G&auml;ngen; Manuskript: um 1600; Urkurs: London 1602; Deutscher Erstkurs: Wien 1773.</p>
<p><i>Essen oder Nichtessen, das ist hier die Frage</i>. Dem d&auml;nischen Prinzen Omelette erscheint eines Nachts der Geist einer Terrine de Nérac, der ihm offenbart, er werde von einem Bruder namens Claudius beim Essen jener Terrine vergiftet. Von da an lebt Omelette zwar nur noch in der K&uuml;che, z&ouml;gert aber, selbst Koch zu werden.</p>
<p class="doc">Warten auf Bordeaux &mdash; Samuel Beckett</p>
<p>Degustationsritual; Klassifizierung: 1948; Originaltitel: En attendant Bordeaux; Urprobe: Paris, 5. Januar 1953; Deutsche Erstverkostung: Berlin 1953.</p>
<p>Auf tragikomische Weise veranschaulicht Samuel Beckett die Sinnlosigkeit des Weinliebhabers Warten auf den neuen Wein: Wir wissen nicht, warum wir warten und ob sich unser Warten auf den neuen Jahrgang lohnt. Das ist eine grausame Erkenntnis. Trotz der Absurdit&auml;t k&ouml;nnen wir uns bewusst entscheiden, weiter zu warten oder einfach den alten Jahrgang auszutrinken.</p>
<p class="doc">Zwei K&ouml;che am Herd &mdash; Patricia Highsmith</p>
<p>Kochwettbewerb; Originaltitel: Strangers on a Stove; New York, 1950; Deutsche Fassung: Kochtopf f&uuml;r zwei, Reinbek/Hamburg 1967.</p>
<p>Der Souchef Guy Haines, der seinem Chefkoch den ersten Michelin-Stern nicht g&ouml;nnt und deshalb seine Stelle einnehmen m&ouml;chte, tritt mit einem Fremden zum Kochwettbewerb an. Charles Bruno &ndash; so heißt der Mann &ndash; will den Chefkoch aus dem Weg schaffen, und Guy soll Charles&#8217; verhassten Patron umbringen. Weil es keine pers&ouml;nliche Beziehung zwischen T&auml;tern und Opfern g&auml;be, w&auml;re es das perfekte Verbrechen. Guy nimmt das Gerede nicht ernst &#8211; bis der Chefkoch erstochen in der K&uuml;hlkammer aufgefunden wird &hellip;<br />
<img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/ce93f643386ac5dc0edf7b22a69992" width="1" height="1" alt=""></p>
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