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	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Wolff Horbach</title>
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	<description>Eine andere Sicht.</description>
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		<title>Die Vorstellung von Glück als Strategie zur Lebenskunst</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 04:50:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolff Horbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenskunst]]></category>
		<category><![CDATA[Strategien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir streben alle nach Glück. Um das zu erreichen, sollen uns <em>Strategien zur Lebenskunst</em> helfen. In Büchern und Seminaren werden sie uns angeboten. Brauchen wir wirklich Strategien und welche sind es? Könnte es auch sein, dass wir falsche Vorstellungen vom Glück haben? Der Glücksforscher Wolff Horbach setzte sich mit diesen Fragen auseinander.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Wir streben alle nach Glück. Um das zu erreichen, sollen uns <em>Strategien zur Lebenskunst</em> helfen. In Büchern und Seminaren werden sie uns angeboten. Brauchen wir wirklich Strategien und welche sind es? Könnte es auch sein, dass wir falsche Vorstellungen vom Glück haben? Der Glücksforscher Wolff Horbach setzte sich mit diesen Fragen auseinander.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2009/22,beach.jpg" alt="beach" class="right"> <span class="firstletter">K</span>ennen Sie einen Lebenskünstler? Sind Sie selbst ein Lebenskünstler? Was macht überhaupt einen Lebenskünstler aus? Fragen, über die es sich lohnt, eine Weile nachzudenken. </p>
<p>Nehmen wir einmal an, es gäbe eine <em>Akademie der Lebenskunst</em>. Was würde dort gelehrt werden? Wie sähe die erste Unterrichtsstunde aus? Was wäre der große, übergeordnete Plan?</p>
<p>Stellen wir uns weiter einige Lehrende aus der Geschichte vor. Könnte uns beispielsweise ein Carl von Clausewitz bei den übergeordneten Zielen weiterhelfen? Schließlich war ein Meister der großen Schlachten. Clausewitz unterschied drei Dinge:
<ul>
<li>Die <em>Strategie</em> ist &raquo;der große Plan über allem&laquo;. Das betrifft längere Zeiträume.</li>
<li>Die <em>Taktik</em> ist die aktuelle Aktivität zur Erreichung eines kurzfristigen Ziels. Die kurzfristige Taktik ist Teil der Strategie.</li>
<li>Die <em>Operation</em> steht zeitlich und räumlich zwischen Taktik und Strategie.</li>
</ul>
<p>Unternehmen scheinen von Claueswitz begeistert zu sein, denn sie haben die ursprünglich rein militärisch gedachten Begriffe übernommen.  Sie sprechen von <em>strategischer Planung</em> und dem <em>operativen Geschäft</em>.</p>
<p>Im ersten Moment scheint Clausewitz ein geeigneter Lehrer für unsere <em>Akademie der Lebenskunst</em> zu sein. Er könnte uns helfen, den großen Plan über allem, die Strategie zur Lebenskunst zu entwickeln. Und so lauten denn auch die einschlägigen Artikel, Bücher und Seminare: <em>Strategien zur Lebenskunst</em> oder <em>Die 15 wichtigsten Lebenskunst-Strategien für mehr Erfolg und Lebensqualität</em>. Bemerkenswerterweise reicht <em>eine</em> Strategie nicht mehr aus, sondern es müssen gleich mehrere sein.</p>
<p>Wenn Clausewitz von der Strategie als dem großen Plan über allem spricht, dann hat er ein militärisches Denken im Kopf, nämlich Macht, das Erobern oder Verteidigen von Räumen und Ressourcen.</p>
<p><span class="sumup">Aber ist das Leben ein Kampf</span> um Macht? Geht es nur darum, möglichst viel zu erobern? Ist das Leben eine Aneinanderreihung von Schlachten, die möglichst siegreich zu bestreiten sind?</p>
<p>Wer ist für Sie eher ein Lebenskünstler: der erfolgreiche Unternehmer, der unablässig sein Filialnetz ausbaut und jetzt auf den asiatischen Markt vordringt oder der Maler, der in bescheidensten Verhältnissen lebt und nach dem Verkauf eines Bildes erst mal eine gute Flasche Rotwein aufmacht? Ist es der Immobilienmakler, der mit Anzeigen und manch taktischer Finte versucht, die Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen oder vielleicht die Arzthelferin, die nach Feierabend Gedichte schreibt?</p>
<p class="boxmaron">Lebenskunst bedeutet für mich, den Hindernissen, die das Leben manchmal bereitstellt, mit besonders kreativen Ansätzen entgegenzutreten. Dabei geht es nicht darum, ob man die Hürde nimmt oder sie umgeht, sondern <em>wie</em> man dies tut.<br />
<em>Anna Walli</em>
</p>
<p>Bevor wir uns dem Schreiben einer Strategie zur Lebenskunst widmen, müssen wir uns erst einmal ganz andere Gedanken machen. Für Clausewitz war es recht einfach: Er wollte Kriege gewinnen. Aber ist das Leben ein Krieg? Für die meisten von uns zum Glück nicht. Daher brauchen wir andere Kriterien. Aber welche?</p>
<p>Hier kommt unsere <span class="sumup">Vorstellung von Glück</span> ins Spiel. Aufgrund unserer Genetik, Erziehung und den permanent auf uns einprasselnden Werbebotschaften entwickeln wir schon als junger Mensch eine Vorstellung davon, was uns glücklich macht. Leider sind diese Vorstellungen oft diffus und meistens wenig hilfreich. Schauen wir uns ein paar grundlegende Glücksvorstellungen an und wie sie unser Leben bestimmen.</p>
<p>Die Vorstellung, dass Glück sich dann einstellt, wenn man über möglichst viele und machtvolle Ressourcen verfügt, ist weit verbreitet. Sie bestimmt in wesentlichen Teilen unser Wirtschaftsleben. Das Glück wird von außen erwartet. Hohes Einkommen, Reichtum und mit großer Macht ausgestatte Posten sollen es uns bringen. Oder, um es in eine griffige Formel zu bringen: Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Dementsprechend fällt auch die Strategie aus: Karriere machen, ständig den eigenen Vorteil im Blick haben, Frauen erobern, Konkurrenten ausstechen und Ellenbogen ausfahren.</p>
<p class="boxmoor">Lebenskunst ist, durch alle Fährnisse des Lebens, unbeschadet zu bleiben, was man auch als Glück bezeichnen kann. Lebenskunst ist, mit Anstand gegenüber seinen Mitmenschen, ohne anzuecken durchs Leben zu gehen. Lebenskunst ist, aus jeder Situation das Beste machen.<br />
<em>Günther Nestler</em></p>
<p>Wer von der Vorstellung geprägt ist, Glück wäre die Abwesenheit von Leid, fährt eine andere Lebensstrategie. Er vermeidet alles, was Schmerzen verursachen könnte. Er geht keine Risiken ein, schaut ständig, was und wer ihm schadet, sichert sich ab, hängt sein Mäntelchen in den Wind. Und verkümmert dabei jämmerlich. Wer Angst hat, zu verlieren, wird niemals als Sieger in einem Wettbewerb hervorgehen. War Angst hat, sich zu blamieren, wird niemals das Glückserlebnis spüren, etwas Außergewöhnliches geschafft zu haben. Wer Angst vor Kritik hat, wird sein Werk niemals der Öffentlichkeit zugänglich machen. Nein, noch schlimmer: Er wird das Werk erst gar nicht beginnen.</p>
<p><span class="sumup">Auch die Religionen</span> haben viel dazu beigetragen, falsche Glücksvorstellungen zu entwickeln. Wer daran glaubt, dass die Erde ein Jammertal sei und das wahre Leben erst nach dem Tode beginne, wird wohl kaum die Kraft entwickeln, das Leben vor dem Tode meisterhaft zu gestalten. Seine Strategie  würde lauten: Durchhalten und sich einigermaßen so verhalten, dass man die Zugangsberechtigung zum Himmelreich nicht verliert.</p>
<p>Ist es so, dass es unglaublich viele falsche Glücksvorstellungen gibt und nur wenige richtige? Schaut man sich den Bevölkerungsdurchschnitt an, so scheinen tatsächlich sehr viele Menschen Anhänger von falschen Glückvorstellungen zu sein. Anders ist die häufige miesepetrige Haltung, der dramatische Anstieg an Depressionen und die wachsende Unfähigkeit, das eigene Leben erfolgreich zu gestalten, kaum zu erklären. Die positiven hilfreichen Glücksvorstellungen sind dennoch gleichzeitig vorhanden. Selbst die erstgenannte Gruppe macht ab und zu etwas richtig. Das Problem ist nur: Die Ergebnisse sind rein zufälliger Natur und es wird zu selten aus ihnen gelernt.</p>
<p class="boxmaron">Sich akzeptieren und sich loslösen von Zwängen der Gesellschaft, Vorstellungen des Glücks erarbeiten, die Wege dazu finden und sie umsetzen. Der Schlüssel zum Glück liegt in der Abschätzung von realistischen Visionen und Ziele bezogen auf die Ausschöpfung der eigenen effektiven Fähigkeiten und Ressourcen.<br />
<em>Eric Waidyasekera</em>
</p>
<p>Es scheint daher <span class="sumup">eine kluge Strategie einer Lebenskunst</span> zu sein, sehr aufmerksam zu beobachten, was (uns) wirklich glücklich macht. Die Erkenntnisse der modernen Glücksforschung können uns dabei helfen. Aber wir können mit den Forschungsergebnissen nur etwas anfangen, wenn wir eigene Erfahrungen machen. Wir können nicht jemandem erklären, wie Erdbeeren schmecken. Nur derjenige, der selbst Erdbeeren gegessen hat, weiß wie Erdbeeren schmecken. So ist das auch mit dem Glück.</p>
<p>Bei der Beobachtung des Glücks sind die folgenden Fragen sehr hilfreich: Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Was tut anderen gut? Was tut anderen nicht gut? Wie fühlt sich derjenige, der das schon hat, was ich anstrebe?</p>
<p>Wer aufmerksam beobachtet was geschieht und was nicht geschieht, wird (hoffentlich) seine Lehren daraus ziehen. Die Strategie einer Lebenskunst könnte dann ganz einfach aussehen: Finde heraus, was dich wirklich glücklich macht. Pflege und entwickle das, was zu deinem Glück beiträgt. Meide und reduziere das, was deinem Glück abträglich ist. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /> </p>
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		<title>Gl&#252;ck: Leben im ersten Quadranten</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 04:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolff Horbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Impulse]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensstile]]></category>
		<category><![CDATA[Quadrant]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Methoden, Menschen und ihre Lebensstile zu charakterisieren, zu kategorisieren und visuell darzustellen. Wolff Horbach entwickelte mit den <i>Lebensstil-Quadranten</i> eine Darstellungsart, die einfach und eing&#228;ngig ist und sich gut zur Bestimmung seines eigenen Lebensstils eignet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Es gibt viele Methoden, Menschen und ihre Lebensstile zu charakterisieren, zu kategorisieren und visuell darzustellen. Wolff Horbach entwickelte mit den <i>Lebensstil-Quadranten</i> eine Darstellungsart, die einfach und eing&auml;ngig ist und sich gut zur Bestimmung seines eigenen Lebensstils eignet.</p>
<p><span class="firstletter">D</span>ie meisten Menschen sind gepr&auml;gt durch ihre Einstellung zur Gegenwart und Zukunft. Angeregt durch eine Idee des Harvard-Professors Tal Ben-Shahar in seinem Buch <i>Happier</i> lassen sich vier Lebensstile erkennen und in einem Diagramm darstellen:</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2008/08,quadranten.jpg" alt="quadranten" class="right"/>Gem&auml;ß guter mathematischer Tradition ergeben sich durch die beiden Achsen vier Quadranten. Die horizontale Achse kennzeichnet die Gegenwart mit einer positiven Erwartung (+) nach rechts und einer negativen Erwartung (-) nach links. Die vertikale Achse kennzeichnet die Zukunft mit einer positiven Erwartung (+) nach oben und einer negativen Erwartung (-) nach unten.</p>
<p>Wie in der Mathematik befindet sich der I. Quadrant oben rechts, die anderen folgen entgegen dem Uhrzeigersinn. Ich m&ouml;chte mit dem II. Quadranten beginnen und mir den I. Quadranten f&uuml;r den Schluss aufheben.</p>
<h3>II. Quadrant: Der Verzichts-Stil</h3>
<p>Ein Mensch, der haupts&auml;chlich im II. Quadranten lebt, ist durch folgende Einstellungen gepr&auml;gt: Er erwartet von der Zukunft Positives (+) und ist daf&uuml;r bereit, die Gegenwart zu opfern (-). Hier ist nicht der kurzfristige, manchmal sinnvolle Verzicht gemeint, den wir im I. Quadranten wiederfinden werden, sondern ein <i>Aufopfern</i> f&uuml;r die Zukunft.</p>
<p>Hier finden wir auch die Karrieristen und Workaholics. Sie <i>klotzen rein</i>, sie <i>scheffeln Geld</i>, sparen, investieren alles in die Zukunft. Sie verzichten auf eigenes Vergn&uuml;gen und sorgen daf&uuml;r, dass <i>es die Kinder einmal besser haben</i>. Auch der Mensch, der die Welt als Jammertal empfindet, viele irdische <i>Pr&uuml;fungen</i> &uuml;ber sich ergehen l&auml;sst, in der Hoffnung, nach dem Tode das Paradies vorzufinden, lebt im II. Quadranten.</p>
<p class="sumup">&raquo;Die Lebenszeit ist endlich.&laquo;</p>
<p>Leider &uuml;bersehen die Menschen im II. Quadranten etwas sehr Wichtiges: Die Lebenszeit ist endlich. Momente, die man JETZT verpasst, lassen sich in der Zukunft nicht mehr herbeizaubern. Vorbei ist vorbei. Und noch etwas anderes bl&uuml;ht den Verzichtsmenschen: Sie riskieren Gesundheit und freundschaftliche Beziehungen, weil ihnen Karriere, Arbeit und Geldverdienen wichtiger sind. Herzinfarkt, Burnout und Depressionen sind vielleicht nicht typisch f&uuml;r den Verzichts-Stil, kommen aber leider immer h&auml;ufiger vor.</p>
<p>Quadrant-II-Menschen tun gut daran, sich einmal mit &auml;lteren Menschen zu unterhalten. Kaum jemand bereut, geheiratet oder ein Haus gebaut zu haben. Aber viele bereuen, nicht als junger Mensch mit dem Rucksack in fernen L&auml;ndern gewesen zu sein oder sich mal etwas <i>Verr&uuml;cktes</i> getraut zu haben.</p>
<h3>III. Quadrant: Der Nihilismus-Stil</h3>
<p>Sofort ist erkennbar, dass das Leben im III. Quadranten am wenigsten erstrebenswert ist. Der Nihilist sieht die Gegenwart negativ (-) und erwartet auch von der Zukunft nichts Positives (-). Trotzdem gibt es erstaunlich viele Menschen, die diesen Lebensstil nicht wissentlich anstreben, aber dennoch t&auml;glich praktizieren.</p>
<p>Vielleicht liegt das an der <i>erlernten Hilflosigkeit</i>, die der amerikanische Psychologe Martin Seligman entdeckte. Wenn Menschen in einer Umgebung groß werden, die ihnen st&auml;ndig suggeriert, dass sie nicht in der Lage sind, etwas zu tun &mdash; <i>Du bist zu klein, zu arm, zu jung, zu alt, …</i> &mdash;, dann wird die Hilflosigkeit zum Lebensstil. Auch wenn es sp&auml;ter zahlreiche M&ouml;glichkeiten zur Ver&auml;nderung und Verbesserung gibt, verharrt der Hilflose in der Starre. Es ist wie mit dem Vogel, der schon seit Jahren im K&auml;fig lebt: Steht die T&uuml;r pl&ouml;tzlich auf, fliegt er nicht weg, weil er nichts anderes kennt, als den vertrauten K&auml;fig.</p>
<p>F&uuml;r den Nihilisten pl&auml;tschert das Leben einfach so dahin. Freudlos. Ohne Aussicht auf Besserung. Die einzige Hoffnung, ihm die bleibt: Ich werde mich schon irgendwie durchschlagen.</p>
<h3>IV. Quadrant: Vergn&uuml;gungs-Stil</h3>
<p>Gegen&uuml;ber dem Leben im III. Quadranten sieht der Stil des Vergn&uuml;gten doch richtig erfreulich aus. Er sieht die Gegenwart sehr positiv (+), die Zukunft ist ihm aber ziemlich egal oder er erwartet von ihr nichts Gutes (-). Der Vergn&uuml;gsame lebt das Leben in vollen Z&uuml;gen, feiert gerne und ausgiebig, schlemmt, l&auml;sst die Puppen tanzen und <i>l&auml;sst nichts anbrennen</i>.</p>
<p class="sumup">&raquo;Leider liegen zwischen Un-Tat und Wirkung <br/>meistens viele Jahre.&laquo;</p>
<p>Es spricht eine Menge f&uuml;r das Genießen im Jetzt. Leider aber &uuml;bersieht auch der Vergn&uuml;gungss&uuml;chtige einige wesentliche Dinge. Es mag zwar jetzt der Alkohol gut schmecken, und der Kater kommt ja erst morgen fr&uuml;h. In der Jugend steckt der K&ouml;rper eine Menge weg, aber er vergisst die vielen Zigaretten nicht. Wer ungesund lebt, sich nicht gen&uuml;gend bewegt, erh&auml;lt irgendwann die Quittung daf&uuml;r. Leider liegen zwischen Un-Tat und Wirkung meistens viele Jahre. Wenn der Vergn&uuml;gungstyp die Auswirkungen sp&uuml;rt, ist es zwar nicht immer zu sp&auml;t, aber auch nicht mehr auf Null zur&uuml;ckzudrehen.</p>
<p>Der Mensch mit Vergn&uuml;gungsstil lebt auf Kosten der Zukunft. Das kann individuell sein, wie der Junkie, der jetzt seinen Schuss Heroin braucht; Hauptsache, er ist jetzt <i>high</i>, auch wenn er in ein paar Jahren ein Wrack ist oder tot. Der Vergn&uuml;gungs-Stil kann aber auch kollektiv gelebt werden, als w&auml;ren Erd&ouml;l, saubere Luft und Edelh&ouml;lzer in unersch&ouml;pflichen Mengen vorhanden.</p>
<h3>I. Quadrant: Gl&uuml;cks-Stil</h3>
<p>Dieser Stil liegt mir am meisten: Ich m&ouml;chte den heutigen Tag genießen, aber nicht auf Kosten der Zukunft. Ich sehe die Gegenwart positiv (+) und erwarte ebensolches von der Zukunft (+). Ich trinke gerne mit dem Vergn&uuml;gungstyp aus dem II. Quadranten ein Glas Wein oder auch mal ein ganze Flasche. Aber das unter Jugendlichen so beliebte Koma-Saufen kommt nicht in Frage, weil ich auch morgen noch einen sch&ouml;nen Tag haben m&ouml;chte.</p>
<p class="sumup">&raquo;Ich übe ein wenig Verzicht, der aber gar nicht weh tut.&laquo;</p>
<p>Ich gehe gerne mit einem Gourmet in ein Bistro oder gutes Restaurant und genieße beste Speisen. Dabei ist mir die Qualit&auml;t wichtig und nicht die Quantit&auml;t. Ich verzichte gerne auf das Dessert, damit ich mich auch morgen und in Zukunft noch gut bewegen kann. Eine gute Figur ist mir wichtiger als der 4. Gang. Genug ist genug. Hier &uuml;be ich ein wenig Verzicht, der aber gar nicht weh tut. Die Nachhaltigkeit meines K&ouml;rpergewichtes und meine Beweglichkeit sind mir eben wichtiger als ein kurzfristiges Vergn&uuml;gen.</p>
<p>Ich arbeite gerne an Zukunftsprojekten, m&ouml;chte aber auch heute schon bei der Arbeit Freude haben. Dabei machte ich vielfach die Erfahrung, dass die Zusammenarbeit mit Menschen, die man mag, großes Vergn&uuml;gen bereitet und man gerade dadurch zu erstklassigen Ergebnissen kommt.</p>
<p>Ich kann durchaus einmal f&uuml;r ein paar Tage zum Workaholic werden und bei einem Projekt <i>reinklotzen</i>. Aber das hat Grenzen. Ich vermeide jeden Stress, weil dieser gesundheitssch&auml;dlich ist und meistens auch die Arbeitsergebnisse negativ beeintr&auml;chtigt. Herausforderungen ja &mdash; Stress nein!</p>
<p>Erfolge &mdash; auch Arbeitserfolge &mdash; sind wichtig. Und das Feiern &uuml;ber einen Erfolg ist ebenso wichtig. Das Leben besteht aus Rhythmen: Entstehen und Vergehen, Tag und Nacht, Sommer und Winter, Leistung und Ruhen. So ist es mir am liebsten: mit den Rhythmen fließen.</p>
<h3>In welchem Quadranten leben Sie?</h3>
<p>Vielleicht haben Sie beim Lesen schon &uuml;berlegt, in welchem Quadranten Sie leben. Falls noch nicht, so pr&uuml;fen Sie doch bitte einmal: In welchem Quadranten halten Sie sich &uuml;berwiegend auf? Wechseln Sie schon mal hin und her? Leben Sie im Beruf in einem anderen Quadranten als zu Hause oder in der Freizeit? Oder macht es vielleicht Sinn f&uuml;r Sie, in einen anderen Quadranten umzuziehen? <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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		<title>Das Glücksspiel: Ein Spiel um welches Glück?</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/leben/41</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Apr 2008 04:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolff Horbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Glücksspiel wird meist als Spiel um die Millionen gesehen. Glück hängt jedoch weniger von den zufälligen Chancen ab, deren Mathematik jeder Spieler kennen sollte. Unsere Chancen zum Glück können wir beträchtlich erhöhen, wenn wir etwas für unser Glück tun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Das Glücksspiel wird meist als Spiel um die Millionen gesehen. Glück hängt jedoch weniger von den zufälligen Chancen ab, deren Mathematik jeder Spieler kennen sollte. Unsere Chancen zum Glück können wir beträchtlich erhöhen, wenn wir etwas für unser Glück tun.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2008/roulette.jpg" alt="roulette" class="left"/>Lotto, Totto, Pferdewetten, Rubellose, Pokern. Der Mensch ist fasziniert vom Glücksspiel. Wöchentlich verzocken Millionen Abermillionen Euro. Und wenn der Lottojackpot 10 Millionen übersteigt, kommen unsere Nachbarn aus den Benelux-Staaten, Dänemark, Polen und der Schweiz, um hier das große Glück zu suchen. Dabei kann man mit Spielen sein Glück tatsächlich steigern &#8211; aber anders als die meisten denken.</p>
<p>Zwei Aspekte sind beim Glücksspiel zu unterscheiden: das Spiel zum Zeitvertreib, wie man es in fast jeder Kneipe beobachten kann, und der Spieleinsatz, um durch einen glücklichen Zufall zu viel Geld zu kommen. Gegen das kleine Spiel mit Freunden am Stammtisch, wo es nur um geringe Spieleinsätze geht, hat sicher niemand etwas einzuwenden. Aber wenn Menschen hohe Beträge ausgeben, in der Hoffnung bald ein besseres Leben führen zu können und glücklich zu sein, dann ist doch ein Nachdenken angebracht.</p>
<p>Die Triebkraft für das Glücksspiel ist im Grunde eine falsche Glücksvorstellung. Der bekannte Spruch <em>Geld macht nicht glücklich</em> ist von der modernen Glücksforschung vielfach bestätigt worden. Wenn wir ein Dach über dem Kopf und ausreichend zu essen und zu trinken haben, trägt Geld kaum noch zum subjektiven Wohlbefinden bei. Millionäre sind nicht viel glücklicher als Hartz-IV-Empfänger, obwohl letztere das sicher heftig bestreiten werden.</p>
<h4>Das Spiel mit der Wahrscheinlichkeit</h4>
<p>Mathematik genießt bei vielen Menschen keinen guten Ruf. Erinnerungen an trockenen und abstrakten Stoff aus der Schule lässt viele angewidert davonlaufen. Dabei sollte jeder Glückspieler seine Chancen kennen. Ohne Mathematik und Statistik geht das nicht. In einem jiddischen Witz ist die Wahrscheinlichkeit noch sehr einfach:</p>
<p class="boxsand">Jedes Wochenende betet Jossele zu Gott: <em>&raquo;Gib, dass ich gewinn die Lotterie!&laquo;</em> Seit Jahren geht das schon so. Am zwanzigsten Jahrestag fällt er wieder auf die Knie und fleht zum Himmel: <em>&raquo;Gib, dass ich gewinn die Lotterie!&laquo;</em> Plötzlich ist der Raum hell erleuchtet und Jossele hört eine Stimme: <em>&raquo;Jossele, Jossele, gib mir a Chance, kauf dir a Los!&raquo;</em></p>
<p>Wenn Jossele sich kein Los kauft, ist die Wahrscheinlich zu gewinnen, gleich Null. Würde Jossele in Deutschland Lotto spielen, wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser gleich 1 zu 14 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot zu knacken, ist noch um Faktor 10 geringer, nämlich 1 zu 140 Millionen. Trotz der extrem geringen Chance, werden die Lottoannahmestellen bei einem hohen Jackpotbetrag regelrecht gestürmt.</p>
<h4>Ihr Einsatz bitte</h4>
<p>Die Gewinnchance reicht aber alleine nicht aus, um ein Glücksspiel zu beurteilen. Man muss auch die Einsätze und Gewinnquoten beachten. Recht <em>fair</em> erscheint uns das Roulette-Spiel: Auf dem Spielfeld gibt es die Zahlen 1 bis 36. Wenn man auf Zahl setzt, bekommt man den Einsatz im Gewinnfall 36fach zurück. Das sieht doch recht gut aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der Zahlen 1 bis 36 <em>fällt</em> ist 1:36 und der Gewinn 36:1. Das wäre total ausgeglichen 36:36, wenn es nicht einen kleinen Haken gäbe &ndash; die Zahl 0 (Zero). Die Null zählt wie alle anderen Zahlen auch und vermindert damit die Quote auf 36:37. Ein kleiner Vorteil für die Spielbank, die damit aber jährlich viel Geld verdient.</p>
<p>Beim Lottospiel sieht es schon sehr viel ungünstiger aus. Hier wird nur die Hälfte der Einsätze wieder ausgespielt. Die Quote beträgt also nur 50:100. Mit anderen Worten: Wer oft Lotto spielt, erhält maximal die Hälfte der Einsätze zurück. Man kann sich aber damit trösten, dass die staatlichen Lottogesellschaften die hohen Überschüsse gemeinnützigen Zwecken zuwenden. Lottospielen ist somit eine Form von freiwilliger Steuer.</p>
<h4>Achtung: Suchtgefahr</h4>
<p>Man könnte den Glückspielen gelassen zusehen, wenn sie nicht eine fatale Wirkung hätten &ndash; die Gefahr, süchtig und abhängig zu machen. Dostojewski beschrieb in seinem Roman <em>Der Spieler</em> eindrücklich, wohin das führen kann: Beziehungen und Freundschaften werden zerstört, Existenzen ruiniert, Spott und Verachtung sind die Folge. Am Ende bleibt keine Hoffnung &ndash; es sei denn, wir erwarten das Glück nicht von außen, sondern suchen es in uns selbst. Und das kann sehr wohl spielerisch geschehen.</p>
<h4>Luck vs. Happiness</h4>
<p>Wir haben in Deutschland ein Problem mit dem Begriff <em>Glück</em>, weil wir ihn für zwei völlig verschiedene Dinge verwenden. Unsere Freunde in England und den USA können da besser unterscheiden: Sie sprechen von <em>luck</em>, wenn unerwartet etwas Positives geschieht. Sind sie dagegen in einem glücklichen Zustand, so nennen sie dies <em>happiness</em>. Luck kommt von außen, happiness ist das innere, positive Empfinden, das tolle Gefühl. Glücksforscher sprechen auch von dem subjektiven Wohlbefinden.</p>
<p>Obwohl <em>Glück haben</em>, im Sinne von luck, sehr vom Zufall abzuhängen scheint, sind die Chancen nicht so ganz willkürlich. Menschen, die in ihrem Leben viel Glück haben, tun eine Menge dafür, ihre Chancen zu erhöhen. Beim Kauf des Lotterieloses ist das offensichtlich. Aber auch in vielen anderen Lebensbereichen ist das so: Wer nur zu Hause herumsitzt und nie auf Partys geht, kann kaum erwarten, den Traumpartner zu finden. Wer sich nie bewirbt, wird keinen Job erhalten. Das sind keine Garantien für Glück, aber die Wahrscheinlichkeit für glückliche Umstände steigt beträchtlich an.</p>
<h4>Homo ludens</h4>
<p>Zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehört das Spiel. Daher wurde der Mensch sogar <em>homo ludens</em> genannt (lateinisch: der spielende Mensch). Das Spiel setzt Kreativität und Energie in uns frei. Im Wettkampf oder auch im friedlichen Miteinander sind wir geneigt, Neues auszuprobieren &ndash; zu spielen. Heute wird sogar das Spielen können als eine wesentliche Managerfähigkeit angesehen. Kreativität ist eine wichtige Eigenschaft, um Innovationen zu erschaffen.</p>
<p>Mit dieser Art von Spieltrieb können wir uns unserem Glück nähern &ndash; spielerisch so zu sagen. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p><span class="capture">Roulette | &copy; morguefile.com</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>GTD &#8211; Der schwarze G&#252;rtel im Selbstmanagement</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/ideen/33</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 03:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolff Horbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sind Sie vielleicht ein <em>Volltischler</em>? Kämpfen Sie mit unendlichen Todo-Listen oder zahlreichen Hängeregister-Ordnern? <em>Getting Things Done</em> ist eine Methode, sich im privaten und beruflichen Umfeld zu organisieren. Dieser Anwenderbericht beschreibt bekannte Probleme und gibt praxisorientierte Lösungshinweise. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Anwenderbericht</p>
<p class="abstract">Sind Sie vielleicht ein &#8220;Volltischler&#8221;? Kämpfen Sie mit unendlichen Todo-Listen oder zahlreichen Hängeregister-Ordnern? Getting Things Done ist eine Methode, sich im privaten und beruflichen Umfeld zu organisieren. Dieser Anwenderbericht beschreibt bekannte Probleme und gibt praxisorientierte Lösungshinweise. </p>
<p>Viele Jahre lang habe ich gegen einen immer wieder vollen Schreibtisch gekämpft &ndash; vergeblich. Bis ich auf GTD stieß. GTD ist die Abkürzung für <em>Getting Things Done</em>, einer von dem Amerikaner David Allen entwickelten Selbstmanagementmethode. Das von Allen geschriebene Buch <em>Getting Things Done</em> ist ein absoluter Bestseller und erschien in deutsch unter dem Titel <em>Wie ich die Dinge geregelt kriege</em>.</p>
<p>David Allen ist ein ausgezeichneter Beobachter. Über Jahrzehnte verfolgte er akribisch die Arbeitsweise seiner Beratungsklienten und fand dabei heraus, welche die besten Methoden sind, um die Dinge des Lebens geregelt zu bekommen, zu denen wir verpflichtet sind oder mit denen wir uns einverstanden erklärten.</p>
<p>GTD funktioniert so: Wir erfassen zunächst all die Dinge, die wir in unser Leben lassen und die wir eines Tages gerne erledigen wollen oder müssen. Das umfasst sowohl berufliche als auch private Dinge. Diese Dinge strömen über diverse Kanäle in unser Leben: Anrufe, Korrespondenz, eMails, SMS, Prospekte von der Messe, Notizen auf einem Bierdeckel. </p>
<p class="sumup">&raquo;Die Entscheidungsfrage lautet: Muss ich handeln?&laquo;</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2008/gtd,workflow.gif" alt="gtd" class="right"/>In einem ersten Schritt leeren wir alle Eingangskörbe und treffen für jedes <em>Ding</em> eine Entscheidung. Die Entscheidungsfrage lautet: Muss ich mit diesem Ding, dem Brief, dem Anruf oder der eMail etwas anfangen? Muss ich handeln? Wenn Nein, folgt die nächste Frage: Benötige ich die Sache später noch einmal? Falls wir wiederum mit Nein antworten, können wir beispielsweise den Prospekt sogleich wegwerfen oder die eMail löschen. Stellen wir fest, mit den Dingen etwas tun zu müssen, empfiehlt David Allen, zu prüfen, ob wir das innerhalb der nächsten zwei Minuten erledigen können, etwa indem wir eine eMail kurz beantworten oder einen Rückruf tätigen. Braucht die Sache mehr Zeit, ist zu entscheiden, wann und wie wir sie später erledigen: Dinge, die nur an einem bestimmten Tag (Montag, Martin anrufen) oder zu einem bestimmten Termin (Donnerstag, 15 Uhr, Vorstandssitzung) erledigt werden können, übertragen wir in einen Terminkalender. Alle anderen Dinge ordnen wir selbst definierten Kategorien zu: Lesen, Telefonieren, Arbeiten am Computer, Besprechen mit dem Chef.</p>
<p>Dinge, die wir nicht in einem Schritt erledigen können, wandeln sich automatisch in ein Projekt. Für Projekte schlägt David Allen eine <em>natürliche Planung</em> vor, die aus den folgenden Punkten besteht: </p>
<p class="box">
&bull; Wir klären den Zweck: Warum mache ich das überhaupt?<br />
&bull; Wir stellen uns vor, wie das Projekt aussehen wird, wenn es erledigt ist (das mental vorweg genommene Ergebnis).<br />
&bull; Wir führen ein Brainstorming durch: Was alles gehört zu diesem Projekt? Wer ist daran beteiligt? Was gilt es zu beachten?<br />
&bull; Wir organisieren die Dinge im Projekt und bringen Sie in eine sinnvolle, nutzenbringende Reihenfolge.<br />
&bull; Wir legen den nächsten physischen Schritt fest, denn ein Projekt ist selten sofort durchführbar, der nächste physische Schritt hingegen schon.</p>
<p>Ich probierte mehrere Zeit- und Selbstmanagementsysteme aus, bevor ich GTD kennenlernte. GTD veranlasste mich zu einigen gravierenden Änderungen meiner Arbeitsweise. Hier will ich kurz auf meine wichtigsten Probleme eingehen und zeigen, wie ich sie mit Hilfe von GTD löste.</p>
<h4>Der volle Schreibtisch</h4>
<p>Ich bin ein Mensch mit vielfältigen Interessengebieten. Ich lasse also, um es mit David Allens Worten auszudrücken, sehr viele Dinge in mein Leben. Bei vielen dieser Dinge wusste nie richtig, ob ich sie wirklich noch einmal brauchen würde. Es war mehr so ein Gefühl, dass mir meine Sammlung <em>vielleicht</em> nützlich sein könnte. Und das war die Hauptursache der vielen Papierstapel auf meinem Schreibtisch. </p>
<p>Mit GTD mache ich es jetzt so: Ich nehme ein Ding her und entscheide sofort: Muss ich etwas damit tun? Brauche ich es noch einmal? Wenn die Sache nicht gleich im Papierkorb landet und auch keine weitere Aktion innerhalb von zwei Minuten stattfinden kann, packe ich das Ding zu einer <em>Referenzliste</em>, beispielsweise <em>Interessante Tagungshotels</em>. Dazu benutze ich dünne Orga-Mappen, die ich beschrifte und von A bis Z sortiere. Parallel dazu führe ich eine Textdatei auf meinem Computer, die ich für eine elektronische Recherche verwende. </p>
<p>Ein weiterer entscheidender Punkt ist: Früher blieben die Dinge auf meinem Schreibtisch liegen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich sie <em>vielleicht</em> noch einmal brauchte. Die <em>alten</em> Zeitmanagementsysteme verursachten bei mir regelmäßig ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht gleich eine  Entscheidung traf, weil ich jedes Stück Papier eben mehr als nur einmal in die Hand nahm. Heute sage ich: <em>Alles Quatsch</em>. Viele Dinge brauchen ihre Zeit zum Reifen. Jetzt packe die noch nicht entschiedenen Dinge auf einen mit <em>Vielleicht</em> gekennzeichneten Stapel, den ich regelmäßig durchsehe. Möglicherweise komme ich dann später zu der Einsicht, dass ich die Sache wegwerfe, ablege oder den Zustand einfach weiterhin belasse.</p>
<h4>Die vielen Unterteilungen</h4>
<p>Bevor ich mit GTD arbeitete, hatte ich natürlich schon immer viele Listen angelegt: eine Projektliste, etliche Todo-Listen, Listen für Dies und Das, hier ein Ordner, da eine Hängemappe, zahlreiche Dateien auf dem Computer. Was mit fehlte, war ein einheitliches System. Und das habe ich mit GTD geschafft. Dazu muss ich von den sechs Ebenen berichten, die David Allen empfiehlt und die er anschaulich mit Flughöhen vergleicht:</p>
<p class="box">
&bull; 50.000 Fuß: Das sind die großen Lebensziele. Diese sollte man bei allem was man tut, nicht aus den Augen verlieren.<br />
&bull; 40.000 Fuß: Die Vision, der Ausblick auf die nächsten drei bis fünf Jahre.<br />
&bull; 30.000 Fuß: Die Ziele für die nächsten ein bis zwei Jahre.<br />
&bull; 20.000 Fuß: Die eigenen Verantwortungsbereiche.<br />
&bull; 10.000 Fuß: Die laufende Projekte.<br />
&bull; Startbahn: Das aktuelle Handeln.</p>
<p>Ich benutze nun ein Softwaresystem, in dem ich für die Ebenen 50.000 bis 10.000 Fuß Projekte anlege. Zusätzlich verwende ich noch eine Kategorie <em>Vielleicht-Projekte</em>. Für jedes Projekt erfasse ich die bereits oben beschriebenen Inhalte: Zweck, vorweg genommenes Ergebnis, Brainstorming, Organisation, nächster Schritt. Einige Projekte sind nur eine Klammer für weitere Unterprojekte. So ist das Schreiben für das DIALOGUS Magazin beispielsweise ein <em>Projekt</em>, das Schreiben eines Artikels ein <em>nächster Schritt</em>. Zurzeit verwalte ich 145 Projekte. Das ist mir allerdings zu viel und ich arbeite ständig daran, diese Zahl zu verringern. </p>
<p>Das Problem der zu vielen Ordner und Untergliederungen hat sich endlich aufgelöst. Ich verfüge nun zu jeder Zeit über eine <em>horizontale</em> Sicht meiner privaten und beruflichen Ebenen: von den großen Lebenszielen bis zu den aktuell anstehenden Aktionen. Für jedes laufende Projekt kenne ich eine <em>vertikale</em> Durchdringung: Ich weiß, warum ich etwas mache. Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie es sein wird, wenn das Projekt fertig ist. Und ich bin informiert, welcher der nächste Schritt ist, um das Projekt erfolgreich zu beenden.</p>
<p>Ich liebe mein GTD. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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		<title>Die stille Revolution zum Glück</title>
		<link>http://www.dialogus.de/magazin/impulse/19</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2008 03:58:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolff Horbach</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA["Geld allein macht nicht glücklich", sagt der Volksmund. Und doch streben wir nach immer mehr Reichtum, in der Hoffnung, endlich glücklich zu werden. Ist das der richtige Weg zum Glück? Was brauchen wir zum wahren Glücklichsein?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Geld allein macht nicht glücklich&#8221;, sagt der Volksmund. Und doch streben wir nach immer mehr Reichtum, in der Hoffnung, endlich glücklich zu werden. Ist das der richtige Weg zum Glück? Was brauchen wir zum wahren Glücklichsein?</strong></p>
<p>Wir befinden uns am Vorabend einer neuen Revolution. Einer Revolution, bei der kein Blut fließen wird, sondern höchstens Tränen. Tränen über vergeudete Zeit. Die Revolution wird ohne Lärm ablaufen, es wird niemand verurteilt und niemand wird eingesperrt. Und dennoch werden die Auswirkungen gewaltig sein.</p>
<p>Der Held, der aus dieser Revolution siegreich hervorgeht, wird so ganz anders sein, als die Helden, die früher in Siegesmärschen gefeiert wurden. Sein Triumph wird ein sehr stiller sein. Den Helden der neuen Revolution wird man an einem Lächeln auf den Lippen erkennen.</p>
<p>Werfen wir einen Blick auf die Zeit vor der Revolution. Dazu reichen zehn Minuten. Leider muss ich Sie jetzt bitten, Ihren Platz zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Am besten, Sie gehen an eine stark befahrene Straße, morgens, wenn der Berufsverkehr eingesetzt hat. Stellen Sie sich auf die linke Fahrbahnseite, so, dass Sie gut in die entgegenkommenden Autos schauen können. Und jetzt beobachten Sie einmal zehn Minuten lang die Gesichter der Autofahrer. Die meisten Gesichter wirken trüb, missmutig, übellaunig. Der Tag ist noch jung, dennoch scheinen viele schon jetzt gestresst und genervt zu sein. Versuchen Sie die gleiche Beobachtung im Feierabendverkehr: Sie werden leider auch nicht in fröhliche Gesichter schauen, sondern in müde und ausgebrannte.</p>
<h4>Was läuft falsch?</h4>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten wir ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Wohlstand. Die Trümmerjahre waren vorbei, endlich bewegte sich die Wirtschaft aufwärts. In der Bundesrepublik Deutschland gab es in den 1960er Jahren das bekannte <em>Wirtschaftswunder</em>. Allen ging es besser. Die Größe der Wohnungen wuchs, die Autos erhielten mehr PS. Wir machten uns auf nach Italien, wir arbeiteten weniger und verdienten mehr.</p>
<p>Aus dieser Entwicklung &ndash; die in anderen westlichen Staaten, wie den USA und Japan ähnlich verlief &ndash; zogen wir den fatalen, fehlerhaften Schluss, dass mehr von demselben uns zu mehr Glück verhilft. Wir richteten fast unser ausschließliches Streben danach aus: eine gute Ausbildung, ein toller Job, viel Geld verdienen, Wohlstand schaffen, und dadurch glücklich sein.</p>
<p>Doch darin lag ein großer Irrtum. Zwar ist der Wohlstand in der westlichen Welt seit dem Zweiten Weltkrieg enorm gestiegen, aber die Menschen wurden nicht glücklicher. Im Gegenteil: Heute sind weniger Menschen glücklich als in den 1960er Jahren. Die Jagd nach Geld und Reichtum bescherte uns eine enorme Hektik und Stress. Selbst Schulkinder leiden schon darunter. Das Burnout-Syndrom greift immer mehr um sich und Depressionen werden zur Volkskrankheit Nummer Eins; die Anzahl der schweren Depressionen hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht.</p>
<h4>Wie geht es weiter?</h4>
<p>Aber Rettung ist in Sicht. Die Rettung kommt durch die Glücksforschung. Psychologen, Neurologen und Wirtschaftswissenschaftler widmen sich der Frage, was Menschen wirklich glücklich macht. Dieser Forschungszweig ist recht jung und hat doch schon erstaunliche Ergebnisse zu Tage gebracht. Die zentrale Botschaft lautet: Glück ist erlernbar!</p>
<p>Glück hängt viel weniger, als bisher angenommen, von äußeren Dingen ab. Der Millionär ist nicht wesentlich glücklicher als der Müllwerker. Im Gegenteil: Sorgen hat nicht nur derjenige, bei dem <em>am Ende des Geldes noch viel Monat übrig</em> ist, sondern auch der Multimillionär: die Sorge nämlich, das Geld richtig anzulegen und die große Angst, es wieder zu verlieren.</p>
<p>Tatsache ist: Wenn bestimmte Grundbedürfnisse gedeckt sind, trägt Geld nur sehr unwesentlich zum Glück bei. Menschen in Bangladesch scheinen durchweg glücklicher zu sein als wir, obwohl sie nur über einen Bruchteil unserer Einkünfte verfügen.</p>
<p>Wahres Glück kommt von innen. Wer erkennt, was ihn wirklich glücklich macht, kann aus den Tretmühlen aussteigen: Es macht einfach keinen Sinn, sich abzurackern, um ein noch größeres Auto zu kaufen. Es ist geradezu verrückt, seine Gesundheit durch Stress zu ruinieren, um noch mehr von dem anzuhäufen, was nicht zum wahren Glück beiträgt.</p>
<h4>Was könnten Sie tun?</h4>
<p>Fangen Sie bei sich selbst an. Beschäftigen Sie sich mit den Ergebnissen der Glücksforschung, versuchen Sie, damit zu experimentieren. Sie werden schnell positive Erfahrungen erleben. Berichten Sie Freunden davon, denn Glück ist ansteckend. </p>
<p>Entdecken Sie Ihre Begeisterung für andere Produkte und Dienstleistungen: Produkte, die Ihre Gesundheit wirklich fördern, die Ihnen echten Genuss bieten. Als glücklicher Mensch werden Sie vielleicht auf eine berühmte teure Markenuhr verzichten können, die Ihnen die Zeit anzeigt. Reklamieren Sie die Zeit für sich: Zeit für Freunde, Zeit für Liebe, Zeit für Sie ganz allein.</p>
<p>Und wenn Sie immer öfter darauf angesprochen werden, dass Sie in letzter Zeit so fröhlich und entspannt aussehen, dann wissen Sie: Ich bin einer dieser modernen Helden. </p>
<p>Auf zur stillen Revolution Ihres Glücks!<br />
<img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
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