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	<title>DIALOGUS &#160; &#187; Hans-Gerd Staschewski</title>
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	<description>Eine andere Sicht.</description>
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		<title>Schuldlos erfolgreich</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 04:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Gerd Staschewski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Impulse]]></category>
		<category><![CDATA[Holacracy]]></category>
		<category><![CDATA[Potenzial]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Unternehmen entstehen schnell Konflikte, wenn Projekte schief laufen und der Schuldige gesucht wird. Die Folge ist, dass Mitarbeiter nicht mehr offensiv, sondern defensiv an ihre Arbeit heran gehen. Eine L&#246;sung dieses Dilemmas k&#246;nnte sein, Projekte wie das Fahrrad fahren zu managen: Start und Ziel sind bekannt, der Weg wird im <i>Fahren</i> kontinuierlich der Realit&#228;t angepasst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">In Unternehmen entstehen schnell Konflikte, wenn Projekte schief laufen und der Schuldige gesucht wird. Die Folge ist, dass Mitarbeiter nicht mehr offensiv, sondern defensiv an ihre Arbeit heran gehen. Eine L&ouml;sung dieses Dilemmas k&ouml;nnte sein, Projekte wie das Fahrrad fahren zu managen: Start und Ziel sind bekannt, der Weg wird im <i>Fahren</i> kontinuierlich der Realit&auml;t angepasst.</p>
<p><img src="../../../magazin/img/2008/09,bridge.jpg" alt="bridge" class="right"/> <span class="firstletter">A</span>uf allen Ebenen unserer Unternehmen spielt sich das ewig gleiche Ritual ab: Nachdem bei einem Vorhaben etwas schief gelaufen ist, lautet die reflexartige Frage: &raquo;Wer hat Schuld?&laquo; Nachdem dies gekl&auml;rt ist, folgt die unangenehme Seite des Begriffs <i>Verantwortung tragen</i> &mdash; der Schuldige wird zur Verantwortung gezogen und hat unter negativen Konsequenzen zu leiden. Unter den Kollegen hingegen geht das große Aufatmen um. &raquo;Mich hat es nicht erwischt&laquo;, und im Betrieb kann wieder der dr&auml;ngenden Frage nachgegangen werden, was zu tun ist.</p>
<p>Was ist zu tun? Als Unternehmer ist die Antwort f&uuml;r mich eindeutig: Alles was notwendig ist, um das Vorhaben erfolgreich durchzuf&uuml;hren. Ziel f&uuml;hrend ist das Wohl des Unternehmens. Als Mitarbeiter habe ich unter der oben beschriebenen Vorgeschichte vielleicht andere Pr&auml;missen: Alles was notwendig ist, beim Handeln nicht derjenige zu sein, der bei Fehlern als Schuldiger da steht und mit negativen Konsequenzen rechnen muss. Hier liegt ein deutlicher Konflikt zwischen Unternehmer und Mitarbeiter vor. Wie k&ouml;nnen wir diesen Konflikt aufl&ouml;sen?</p>
<p>Eine Antwort darauf k&ouml;nnte <i>Holacracy</i> sein. Das von dem Amerikaner Brian Robertson entwickelte Steuerungssystem f&uuml;r Unternehmen l&ouml;st unter anderem auch diese strukturelle Herausforderung. </p>
<p class="sumup">&raquo;Ein Projekt zu managen ist wie Fahrrad fahren.&laquo;</p>
<p>Ein normales Projekt verl&auml;uft in etwa so: Wir kennen unseren Ausgangspunkt. Wir haben das Ziel formuliert, Meilensteine festgelegt und die dazwischen liegenden Aufgaben beschrieben. Aus dieser Sicherheit heraus k&ouml;nnen wir getrost nach dem Motto <i>Augen zu und durch</i> verfahren. Sollten wir feststellen, dass etwas schief l&auml;uft, so gilt es, den oder die Schuldigen zu ermitteln.</p>
<p>Holacracy geht von der Annahme aus, dass unser Handeln im betrieblichen Alltag eher dem Fahrrad fahren gleichen sollte. Wir kennen unseren Startpunkt und wir haben das Ziel im Kopf. Den genauen Weg allerdings bestimmen wir w&auml;hrend des Fahrens immer wieder neu. Wir beobachten die Straße und passen unsere Geschwindigkeit und unser Lenken der Realit&auml;t an. Einer Realit&auml;t, so wie sie ist und nicht, so wie wir sie vorher erdacht haben.</p>
<p>Um dies erfolgreich zu tun, m&uuml;ssen wir allerdings von einigen Grundvoraussetzungen &uuml;berzeugt sein: </p>
<ul>
<li>Als Unternehmer habe ich meinen Job gut gemacht und die richtigen Mitarbeiter eingestellt. Ich vertraue meinen Mitarbeiter darin, dass sie all das ihnen M&ouml;gliche tun, damit es dem Unternehmen gut geht.</li>
<li>Wir entscheiden uns f&uuml;r ein Handeln, das uns erm&ouml;glicht, schnell in Aktion zu treten. Dazu nutzen wir alle uns jetzt zur Verf&uuml;gung stehenden Informationen. Eine Entscheidung ist nicht f&uuml;r die Ewigkeit gemacht; die Bew&auml;hrung erfolgt im Dialog mit der Realit&auml;t. Haben wir Erfolg, so bleibt diese Entscheidung bestehen. Sie bleibt so lange bestehen, bis wir auf Fehler stoßen, die unserem Handeln in der Realit&auml;t entgegen stehen. Mit den neu erworbenen Erfahrungen, mit einer gr&ouml;ßeren Daten- und Informationsbasis, entscheiden wir dann neu.</li>
</ul>
<p>Was ist geschehen? Der Fehler liegt nun nicht mehr im Verhalten eines Mitarbeiters, sondern in den ver&auml;nderten Realit&auml;tsbedingungen. Die Frage lautet also nicht mehr: &raquo;Wer hat Schuld?&laquo; sondern &raquo;Was hat sich ver&auml;ndert? Wie passen wir unser Handeln an die Realit&auml;t an?&laquo; </p>
<h3>Offensiv statt defensiv</h3>
<p>Alle Berichte von Mitarbeitern aus Betrieben, die inzwischen nach diesem System arbeiten, haben eines gemeinsam: Diese Mitarbeiter erz&auml;hlen, dass sie sich freier f&uuml;hlen. Statt defensiv zu reagieren, k&ouml;nnen sie nun offensiv planen, entscheiden und umsetzen. Angst frei. Es gelingt in diesen Betrieben Potenziale frei zusetzen, die bisher ungenutzt waren und die den wirtschaftlichen Erfolg positiv beeinflussen. Die Beteiligten sind somit in der beneidenswerten Lage, schuldlos erfolgreich zu sein.</p>
<p>Wie erfolgreich das sein kann, zeigt der Ursprung von Holacracy, Brian Robertsons Softwarefirma <i>Tenary</i>. Dort, in seinem eigenen Betrieb, entwickelte er Holacracy und setzte es in der Praxis um. Die beeindruckenden Ergebnisse seiner Arbeit werden inzwischen auch extern anerkannt. Tenary Software geh&ouml;rte mehrmals in Folge zu den 100 am schnellsten wachsenden Firmen in der Wirtschaftsregion Philadelphia. Vom <i>Business Journal</i> kam die Auszeichnung <i>Best Places to Work</i>. <i>Most Democratic Workplace</i>, <i>Spirit at Work</i> und <i>Green Power-Turn it on</i> sind weitere Auszeichnungen in der Sammlung Robertsons. </p>
<h3>Kulturelle &Auml;nderung des Betriebsalltags</h3>
<p>Holacracy bedeutet eine weitgehende kulturelle &Auml;nderung in unserem betrieblichen Alltag. Ich habe nach einem Seminar zu diesem Thema das System in meinem Betrieb eingef&uuml;hrt &mdash; oder besser gesagt, f&uuml;hre es noch ein. Es ist kein Allheilmittel, das sofort wirkt. Eine grundlegende kulturelle &Auml;nderung braucht Zeit, sie will von uns einge&uuml;bt werden und sie muss angeleitet werden. Was allerdings schnell ging, war das Gef&uuml;hl einer neuen Freiheit und Sicherheit. Wir suchen nicht mehr nach Schuldigen, sondern nach Entscheidungen, die uns schnell in der Realit&auml;t handeln lassen &mdash; bis wir wieder entscheiden m&uuml;ssen. Wir nutzen unsere Ressourcen seitdem effizienter, sind schneller geworden und haben ein besseres Betriebsklima.</p>
<p>Bei meinen Mitarbeitern musste ich nur die Schleusentore f&uuml;r ihre Potenziale &ouml;ffnen. Ich selbst musste mich &auml;ndern. Ich habe mich als Unternehmer ge&auml;ndert, Neues gelernt und dabei deutlich gewonnen. Wir sind nun schuldlos erfolgreich. <img src="../../../magazin/img/fini.gif" alt="fini" /></p>
<p class="quote">Links:<br />
<a href="http://www.holacracy.org" class="linkex">HolacracyOne</a></p>
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