Editorial — Ich

Liebe Leser,

ich freue mich. Ich bin stolz auf mich. Ich fühle mich wohl. Ich habe es geschafft.

Ist das nicht etwas zu viel Ich auf einmal, mögen Sie vielleicht fragen. Ich will ja nicht leugnen: Wer sich in einer Phase des Erfolgs und einer daraus resultierenden Zufriedenheit befindet, denkt häufiger an sein Ich. Er denkt intensiver darüber nach, wie sich seine Dinge im Leben positiv fügen und wundert sich zuweilen, welchen geringen Anteil er selbst daran hatte.

Natürlich ergeht es jemand, der gerade seinen Arbeitsplatz oder sein Aktiendepot verloren hat, ähnlich. Auch sein Denken kreist um das Ich. Er fragt sich: Warum gerade ich? Wo habe ich Fehler gemacht? Was hätte ich anders tun können? Warum bin ich nicht erfolgreich?

Häufig ist die Situation, in der wir uns befinden, die Reaktion auf eine seelisch-geistige Überbetonung der dualen Wirklichkeit. Was bedeutet das? In der dualen Wirklichkeit betonen wir die sichtbaren Unterschiede zu stark, während wir die unsichtbare Einheit zu wenig beachten. Sichtbar sind die Auswirkungen unseres Handelns, unsichtbar sind die verborgenen, inneren Kräfte, die unser Ich bestimmen. So wie Heilungen auch darauf beruhen, dass Patienten glauben, sie würden mit einem hochwirksamen Medikament behandelt, so können unsere Gedanken eine Macht ausüben, die unsere seelischen und physischen Zustände heilen. »If you have been there in the mind, you go there in the body«. Mit dieser Erkenntnis trainierte der amerikanische Psychologe Denis Waitley NASA-Astronauten und Olympia-Athleten. Durch unsere Gedanken erschaffen wir unsere Realität. Und hierbei ist ein wenig Selbstbezogenheit durchaus sinnvoll und wünschenswert.

Ich freue mich, dass es das DIALOGUS Magazin seit zwölf Monaten gibt. Ich bin stolz auf mich, weil ich eine zunächst vage Idee konkret in die Tat umsetzte. Ich fühle mich wohl, weil ich die Unterstützung von mitschreibenden Autoren erfahren durfte und das Magazin das Interesse vieler Leser gewann. Dafür sage ich allen meinen herzlichen Dank.

Nun schauen wir auf ein neues Jahr. Ich wünsche mir, dass wir 2009 gemeinsam mit Mut, Entschlossenheit und Selbstvertrauen erleben. Wenn jeder von uns dann sagen kann »Ich habe es geschafft!«, wäre das der schönste Lohn für unserer Mühen.

Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr, Gesundheit und Erfolg.

Ihr

sig
Herausgeber und Chefredakteur

Kommentare: 1

  • 1. Klaus Kofler  |  04. Dezember 2008 11:28

    Ich möchte Dir zur 12. Ausgabe von Dialogus gratulieren. Das erste Jahr hast Du jetzt hinter Dich gebracht. Rückblickend kann ich sagen, dass einige Artikel wirklich gut geworden sind. Auch wenn vielleicht einmal der eine oder andere Autor ausgefallen ist, hast Du dich nicht davon abhalten lassen, dass Ding weiter nach vorne zu treiben. Nochmals Gratulation – und mach weiter!

    Klaus

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