Entdecken

Wie riecht Sommer?

Text: Joachim Zischke

sommerfeld
Vor ein paar Tagen veranstaltete ich den Kurs Kreatives Denken in Bewegung. Dieses neue Seminarformat liefert Grundlagen, Methoden und Anleitungen für die Prozesse des kreativen Denkens in der Praxis. Der Clou dabei: Das Seminar findet im Gehen in freier Natur statt.

Es war ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch: Wohlig warm, nicht heiß, ein blauer Himmel mit weißen Wolken, überall ein Summen und Brummen von Bienen, Hummeln und allerlei Getier, gemähte Getreidefelder und eine von Aromen und Gerüchen getränkte Luft, die sich je nach Standort und Sonneneinwirkung in ein neues Duftparadies verwandelte.

Ganz spontan stellte ich der Gruppe die Aufgabe: »Beschreiben Sie, wie Sommer riecht?« Was wie eine einfache Frage daherkam, entwickelte sich rasch zu einem Schnuppern-und-Riechen-Gehen. Die Gespräche verstummten. Bewusst wahrzunehmen, was wir ansonsten leichtfertig ignorieren, verlangt nach Konzentration und Hingabe. Und das in Worten auszudrücken, was wir durch die Nase erfahren, ist auch keine allzu leichte Übung.

»Ich entdecke den Sommer im Geruch der warmen Walderde und des duftenden Baumharzes. — Sommer riecht für mich nach Stoppelfeldern, Strohballen und gepflügter Erde. — Sommer ist für mich eine Mischung aus warmer, aromatischer Luft, kühler Walderde und in der Sonne gerösteten Tannennadeln. — Süßliche Beerendüfte, intensive Blütenaromen, der Geruch nach saftigem Grün – daran erkenne ich den Sommer. — Im Sommer riecht alles stärker, schwerer, wärmer.«

Gehen Sie in den nächsten Tagen mit Ihrer Familie oder mit Freunden auch einmal nach draußen und machen Sie ein kleines Spiel: Wie riecht der späte Sommer? Woran erinnern mich die Gerüche? Welcher Duft gefällt mir besonders gut?

Wenn Sie mögen, hinterlassen Sie hier Ihren Erlebniskommentar. fini

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Wandel

Der demografische Wandel findet nicht statt!

Text: Joachim Zischke

Warum wird der demografische Wandel nicht stattfinden? Die Antwort ist so einfach wie einleuchtend. In wenigen Jahren wird sich die prognostizierte Altersverteilung für Deutschland umkehren. Der Grund: Die heute Erwerbstätigen werden aufgrund von enormen, permanent ansteigenden psychischen und physischen Belastungen in der Arbeitswelt und im Leben allgemein ein höheres Alter gar nicht mehr erreichen.

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Ideen

Paul: Über die Ideenfängerei

Text: Joachim Zischke

Nach einigen Monaten bin ich Paul wieder begegnet. Ich dachte schon, du bist ausgewandert, begrüßte ich ihn an einem Marktstand, wo er gerade Gurken einkaufte. So in etwa, antwortete Paul und lächelte etwas verlegen, wie mir schien. Und wo stecktest du die ganze Zeit?, schob ich eine weitere Frage nach. Ich befand mich sozusagen in Klausur. Er drehte sich um, bezahlte die Gurken und sagte: Lass uns mal kurz einen Tee trinken. Tee?, fragte ich verblüfft. Bis gestern war Kaffee doch deine Stimulanz erster Wahl. Nichts ist beständiger als der Wandel, wusstest du das nicht?, antwortete Paul und war schon unterwegs.

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Bibliothek

Blade, der unbekannte Aufklärer

Text: Joachim Zischke

Auf dem Lesepult liegt ein größeres Format, in edlem grau-meliertem Buckram gewandet, mit einem aufgeklebten, quadratischen Titelschild, das Vorsatzpapier frühkirschenrot, innen fein matt gestrichenes, elfenbeinfarbenes Kunstdruckpapier in haptischer Grammatur, und ein perfektes Druckergebnis.

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Impulse

Das Wunschbuch

Text: Joachim Zischke

Ein Wunschbuch ist ein Buch für Wünsche.
In dieses Wunschbuch schreibt man alle seine Wünsche.
Und was passiert dann mit den Wünschen?
Man erfüllt sie sich einfach.
Oder lässt sie sich erfüllen.

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Ich besitze ein Wunschbuch.
Und das kam so:

Vor vielen Jahren zog unsere Familie in ein großes Haus. Jeder unserer drei Söhne wohnte in seinem eigenen Zimmer. Und, wie das so ist, es fehlte das Eine und das Andere. Eigentlich fehlte alles: ein Teppich, ein Spiegel, ein Schreibtisch, eine Lampe, ein Bücherregal usw., usw.

Als eines Samstags die vollzählige Familie zum rituellen Frühstück beisammen saß und wieder einmal alle Wünsche auf mich niederprasselten, holte ich ein kleines Notizbuch und schrieb alle Wünsche fein säuberlich auf.

Aus dem Frühstücksritual entwickelte sich das Wünsch-Dir-was-Ritual. Jeder durfte seine Wünsche äußern, ganz gleich, wie kostspielig, verrückt, übertrieben oder unerfüllbar sie waren. Es machte allen Spaß, Wünsche zu träumen und sie im Wunschbuch wiederzufinden. Immer, wenn ein Wunsch tatsächlich in Erfüllung ging, wurde er ausgestrichen und mit Datum versehen.

So um die Weihnachtszeit blickten wir dann auf das Jahr zurück. Wir konnten sie deutlich sehen: die erfüllten und auch die unerfüllten Wünsche. Es war gut zu sehen, was alles wir geleistet hatten und was noch zu tun war. Und es war schön, noch Wunschträume zu haben.

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Wie wäre es, dachte ich neulich, wenn jede Gemeinde, jedes Bundesland, ja, sogar die Bundesrepublik über so ein Wunschbuch verfügte? Über das Internet wäre das doch kein Problem. Dann könnte man vielleicht schnell erkennen, wo die wahren Wünsche der Bürger liegen. Klar, verrückte Wünsche gäbe es sicherlich — Freibier für Alle, oder so. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass das eine schöne To-Do-Liste für die Politik wäre. Wer programmiert’s? fini

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Leben

Es lebe Lena hoch

Text: Jürgen Vogdt

»Halt! Ich hab’s: ‘Jeden Tag mindestens eine Zeichnung. Jede Woche mindestens ein Buch. Jede Stunde mindestens ein Widerspruch.’ Das ist so originell philosophisch. Darüber ließe sich doch trefflich formulieren. Was meinen Sie?« Joachim Zischke. — »Ja, meine ich, danke.« Jürgen Vogdt.

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Ideen

Kreatives Gehen himmelblau

Text: Joachim Zischke

Wann haben Sie zuletzt ein streifenloses Blau am deutschen Himmel gesehen? Ein Blau, changierend zwischen luzidem Aquamarin und intensivem Lapislazuli? Mit klarer, sommerlich frischer Luft, herrlicher Fernsicht und »über allen Gipfeln ist Ruh«? Ich habe mir den Tag im Kalender notiert: am 17. April 2010.

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Bibliothek

Die sieben Felder zum Erfolg

Text: Joachim Zischke

Scheinbar unbeantwortbar sind die Fragen »Wie werde ich erfolgreich? Was macht den Erfolg aus?« Unzählige Bücher zum Thema Erfolg bevölkern die Regale. Das neue Buch Erfolg in Balance will dennoch kein Erfolgsratgeber sein. Die Autoren formulieren sieben Entwicklungsfelder, die, wenn sie in Balance gebracht sind, den Erfolg bewirken.

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