Websites im Wandel: Schlicht, schlank, inhaltsstark

In einer Pressemitteilung lese ich: »Die Suchmaschine Google bezieht bei der Ermittlung der relevantesten Suchergebnisse künftig auch das Layout einer Webseite mit ein. Seiten, auf denen der eigentliche Inhalt vor lauter Werbung kaum gefunden werden kann, werden herabgestuft.« [Golem.de 20.01.2012]

Endlich, sage ich mir, endlich folgt die Einsicht der Vernunft. Wer blinkende Icons, nervige Flash-Animationen oder sich ungefragt öffnende Fenster verwendet, wird nun auf die hinteren Seiten verbannt. Quasi ins digitale Nirwana. Und das ist auch richtig so. Denn was wollen Sie und ich, wenn wir im Internet unterwegs sind? Ich denke, wir wollen Information, und das schnell, direkt und kompetent.

Der neue Trend lautet daher: Schlicht, schlank, inhaltsstark. »Information at your fingertips« — Bill Gates’ Versprechen wird zwar noch immer nicht eingelöst, doch die Richtung erscheint mir nun stimmiger.

Auf meinen Websites DIALOGUS, InnovationsDesign und Zettelkurs habe ich dieses »neue« Prinzip schon seit einiger Zeit verwirklicht. Völlig intuitiv. Und jetzt weiß ich auch, warum meine Seiten sehr häufig auf den vorderen Google-Plätzen landen. Das ist doch einmal eine gute Nachricht. fini

Zum diesem Thema:
Zettelheft: Das digitale Sachbuch muss schlank und inhaltsstark sein

Wenn ich ein Buch lese …

Wenn ich ein Buch lese, das mir nützliche Hinweise für meine Arbeit als Autor und Berater verspricht, wende ich zwei Verfahren an, um mir während des Lesens Notizen zu machen. Wann ich welches Verfahren benutze, hängt davon ab, ob ich das Buch nach dem Lesen noch aufbewahren möchte oder ob ich es dem Altpapier schenken will.

Möchte ich ein Buch noch aufbewahren, schreibe ich nicht in das Buch hinein, sondern benutze Notizzettel im Format DIN-A6. Aus alten, nicht-digitalen Kalenderzeiten habe ich noch ungezählte Notizzettelpäckchen vorrätig. Also kann ich sie recht großzügig verwenden.

Oben rechts notiere ich den Buchtitel in Kurzform. Die Notiz beginne ich links mit einer Seitenzahl, häufig ergänzt durch mein Absatzzeichen »/« und einer Zahl, welche entweder den Absatz genau bezeichnet oder die Position auf der Buchseite beschreibt, sowie einem Doppelpunkt. Es folgen dann mehrere Stichwörter oder Begriffe. Ein Beispiel:

Briefe Paris
401: “enzyklopädisches Diner” ?
423 ff: Stehbrief + Sitzbrief > DIALOGUS
448/2: Gründlichkeit der Deutschen !
539/3: Staberl … Krebse einfangen … :-)

Ich habe mir einige »Satzzeichen« angewöhnt, die mich über das mögliche Anwenden der gefundenen Textpassagen informieren oder mich zu Recherchen oder weiterem Nachdenken auffordern. Der Zettel wandert dann entweder als Lesezeichen von Seite zu Seite mit, oder er findet sein vorläufiges Zuhause zwischen der letzten Seite und der Umschlagseite.

Im anderen Fall unterstreiche ich im Buch die mir interessant und nützlich erscheinenden Begriffe und Passagen, gleichzeitig vermerke ich am Seitenrand mögliche Anwendungen, zum Beispiel G = Gehen und Denken oder C = Consulting.

Buch und Notizen

Manchmal erfasse ich auf der letzten leeren Buchseite — falls vorhanden — die Seitenzahlen der markierten Seiten. Diese Seitenzahlen gliedere ich in Rubriken. Das erleichtert es mir, zu einem bestimmten Themenkreis schnell auf die gewünschten Seiten des Buches zu springen.

Buch und Notizen

Nachdem ich ein Buch gelesen habe, »verarbeite« ich meine Notizen: Ich gehe anhand meiner Notizen erneut durch das Buch, erstelle Zusammenfassungen meiner Gedanken und Entdeckungen oder übernehme Textteile, die ich dann allesamt in einer Datenbank erfasse. fini

Textreproduktion aus: Hanns-Josef Ortheil: Lesehunger. Ein Bücher-Menü in 12 Gängen. München, 2009

17. Januar 2012 | | Keine | , , ,

Ein Himmel für mehr Konzentration

»All diese Vielfalt am Himmel…;
man muß ihn zu den Mustern an Schönheit und Genauigkeit zählen.«
Plato

Himmel 1

Himmel 2

Himmel 3

Himmel 4

Einst lebten im hügeligen Schwabenland ein paar schlaue Forscher, die wollten den schönen Himmel in die Büros der Leute holen. Warum, fragten sich da die Leute, warum brauchen wir einen Himmel im Büro, wo wir ihn doch jederzeit draußen haben können? Weil, so antworteten die Forscher mit ernster Miene, weil ihr dann konzentrierter und wacher, noch viel schlauer sein könntet, als ihr es jetzt gerade seid. Denkt euch doch nur, sagten die Forscher weiter, wie schön das sein wird, während der acht Stunden Computerarbeit über sich langsam oder schnell ziehende Wolken am blauen Himmel zu spüren. Das ist ein Gefühl! Und sie waren ganz stolz auf Ihre Idee, wie die kleinen Kinder, wenn sie ein Bild gemalt haben. Den Leuten im Büro aber war das alles sehr suspekt.

Die Forscher machten sich dennoch ans Werk, schraubten ein Panel an die Decke und versteckten darin eine Platine mit Tausenden von weißen, roten und blauen LEDs. Sechzehn Millionen Farben konnten sie damit darstellen. Mit einem cleveren Programm konnten sie dann die Dioden an- und abschalten und so die Wolken schnell oder langsam ziehen lassen. Was für ein toller Himmel!

Und dann durften ein paar ausgewählte Büroleute vier Tage lang unter einer 30 mal 60 Zentimeter großen Leuchte sitzen und den künstlichen Himmel genießen. Angeblich waren ihnen die schnellen Wolken am liebsten.

Nicht bekannt ist, wie oft die braven Leute in den Himmel guckten und herrlich ins Träumen kamen. Und ob sie tatsächlich wacher und schlauer wurden. Und niemand weiß, ob den Leuten die Computerarbeit mit dem künstlichen Himmel mehr Spaß machte, und ob ihnen nach acht Stunden die Augen weniger brannten, und ob sie fröhlicher und besser gelaunt am Abend nach Hause gingen. Das wollten die himmelverliebten Forscher wahrscheinlich auch gar nicht wissen.

Die anderen Leute, die nicht unter dem künstlichem Himmel probesitzen durften, sagten zu sich: Das ist wieder eine jener typischen Wissenschaftlerideen. Was wir bräuchten, das wären Denkgänge in frischer Luft, in der Sonne und unter einem echten Himmel. Das würde uns auf viel bessere Ideen bringen und richtigen Spaß hätten wir dann auch noch. fini

Himmel 5

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
Fraunhofer-Institut Mediendienst

Der Vorteil des Künstlers gegenüber dem Digitalisten

Künstler haben es gut: Sie können für ihre Freundin, Liebste oder Angebetete Gedichte schreiben, Bilder malen oder Lieder komponieren. Aber was macht ein Software-Entwickler oder Programmierer?

Der Komponist Richard Strauss schrieb für die junge Sängerin Pauline de Ahna, die seine Schülerin und später seine Frau wurde, viele Lieder. So auch die 1894 veröffentlichten Vier Lieder op. 27, darin unter anderen Heimliche Aufforderung und Morgen, welche seinen Ruhm als Liedkomponist begründeten.

Marc Chagall, der russische Maler, malte unermüdlich seine Frau Bella Rosenfeld.

Ohnegleichen in der literarischen Welt ist das Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe zu Charlotte von Stein. Der sieben Jahre älteren verheirateten Frau schrieb er über 1700 Briefe, darin eingestreut viele Gedichte, Naturbeschreibungen, Zeichnungen und Tagebucheintragungen. Und das, obwohl sich die beiden täglich sahen: Goethe hatte von seinem Gartenhaus aus einen unmittelbaren Blickkontakt zu Charlotte von Steins Gemächern.

Was macht nun ein Programmierer? Schreibt er seiner Angebeteten einen lustigen Trojaner, ein freches Virus gleich mit passendem Anti-Virus oder ein Progrämmchen, das auf einer Bildschirmseite immer wieder hundert Zeilen lang und bunt blinkend «Ich liebe dich» aufführt? Ich fürchte, die digitalen Berufe taugen nicht fürs Romantische. fini

6. Januar 2012 | | Keine | , ,

Frohes, neues Jahr?

Machen wir uns nichts vor und sprechen wir es ruhig aus: Es gibt kein »neues Jahr«. Das Neue ist eigentlich das Alte. Wir orientieren uns am Neuen, weil wir uns selbst und unsere Zeit von den vorangegangenen Zeiten und Generationen nicht anders unterscheiden können.

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2. Januar 2012 | | 2 | , ,

New Year Calling

Telefon

Allen meinen Lesern wünsche ich
frohe Weihnachten,
einen guten Rutsch,
beste Gesundheit und viel Erfolg
im neuen Jahr.

fini

24. Dezember 2011 | | Keine |

Kreativspiel: Auf Stelzen

Mit einem Kreativspiel steigern Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer grauen Zellen. Bei diesem Spiel gibt es keinen Gewinner. Was zählt, ist das Beschäftigen mit neuen, ungewöhnlichen Ideen. Allein Ihre Phantasie, Ihr Humor und Ihre Gedanken setzen Grenzen. Spielen Sie mit?

Stelzen
Anforderung: Imagination, Querdenken
Schwierigkeitsgrad: p p

Auf einer alt-ägyptischen Zeichnung sind die beiden abgebildeten Objekte dargestellt. Sind es Arbeitsgeräte? Es ist leider nicht überliefert, wer sie genutzt hat und wofür.

Aufgabe:: Überlegen und beschreiben Sie, um welche Art von Objekten es sich handelt und welchem Zweck sie dienten.
fini

Das Barizzenspiel

:: Ich kriege das nicht hin. Irgendwie fehlen mir die Ideen dazu.
— Vielleicht liegt’s an deinen Barizzen.
:: Barizzen! Was soll ich mir denn darunter vorstellen?
— Mit einer Vorstellung hat das überhaupt nichts zu tun. Es geht um’s Fabulieren, Deuten, Erfinden, Spinnen, Verrücktifizieren —

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